Trumps nächs­te Laut­spre­che­rin

Neues Deutschland - - Inhalt - Alex­an­der Ise­le

Es ist nicht nur in der US-Po­li­tik kei­ne Sel­ten­heit, dass Spit­zen­pos­ten im di­plo­ma­ti­schen Di­enst von Leu­ten be­setzt wer­den, die we­nig oder kei­ne di­plo­ma­ti­schen Er­fah­run­gen be­sit­zen. Hea­ther Nau­ert soll im neu­en Jahr den Pos­ten der Chef-Di­plo­ma­tin der USA bei den Ver­ein­ten Na­tio­nen über­neh­men. Ih­re bis­he­ri­ge Er­fah­rung im di­plo­ma­ti­schen Di­enst: Im April 2017 wur­de sie Spre­che­rin des Au­ßen­mi­nis­te­ri­ums, seit März die­ses Jah­res ist sie dort auch Staats­se­kre­tä­rin.

Die 48-jäh­ri­ge Di­plo­ma­tie-Quer­ein­stei­ge­rin hat ei­nen Mas­ter-Ab­schluss in Jour­na­lis­mus von der New Yor­ker Co­lum­bia Uni­ver­si­ty. 1998 heu­er­te sie beim kon­ser­va­ti­ven Nach­rich­ten­sen­der Fox News an, wo sie mit kur­zer Un­ter­bre­chung bis zu ih­rem Wech­sel ins Au­ßen­mi­nis­te­ri­um Nach­rich­ten mo­de­rier­te.

Dass Nau­ert ih­re zu­künf­ti­ge Auf­ga­be als Ver­tre­te­rin der USA bei den Ver­ein­ten Na­tio­nen an­ders in­ter­pre­tie­ren wird als ih­re Vor­gän­ge­rin Nik­ki Ha­ley, ist un­wahr­schein­lich. Ha­ley ver­trat laut­stark die »Ame­ri­ca first«-Po- li­tik von Prä­si­dent Do­nald Trump und scheu­te nicht da­vor zu­rück, an­de­ren Staa­ten zu dro­hen, soll­ten sie den USA die Ge­folg­schaft ver­wei­gern. Trump, der be­kannt da­für ist, Per­so­nal­ent­schei­dun­gen auch un­ter dem Aspekt der Loya­li­tät ihm ge­gen­über zu fäl­len, nann­te Nau­ert nach ei­nem Tref­fen im Ok­to­ber »ex­zel­lent« und füg­te hin­zu, dass sie schon seit Lan­gem ei­ne Un­ter­stüt­ze­rin von ihm sei.

Die zwei­fa­che Mut­ter, die mit ei­nem der Ge­schäfts­füh­rer der In­vest­ment­bank Mor­gan St­an­ley ver­hei­ra­tet ist, hat als Spre­che­rin im Au­ßen­mi­nis­te­ri­um ih­re ei­ge­ne Sicht­wei­se auf die Welt do­ku­men­tiert. Im Ju­li die­ses Jah­res nann­te sie Lan­dung von US-Trup­pen in der Nor­man­die als Be­weis für die star­ken Be­zie­hun­gen zwi­schen den USA und Deutsch­land.

Es wird er­war­tet, dass sich der Be­ru­fungs­pro­zess Nau­erts durch den Se­nat ver­zö­gern wird, weil die De­mo­kra­ti­sche Par­tei ih­re di­plo­ma­ti­schen Fä­hig­kei­ten an­zwei­feln wer­de. Aber die Be­stä­ti­gung durch die Re­pu­bli­ka­ni­sche Mehr­heit gilt als si­cher.

Fo­to: dpa/Alex Bran­don

Hea­ther Nau­ert

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