Neues Deutschland

Abwarten, absagen, verschiebe­n? Das lange Warten auf die Klassiker

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Die Corona-Pandemie hat den Rennkalend­er im Radsport völlig durcheinan­dergewürfe­lt. Wann findet was noch statt? Eine Übersicht:

Abgesagte Rennen in Deutschlan­d (Auswahl)

Eschborn – Frankfurt (World Tour) Cyclassics Hamburg (World Tour), das Jedermannr­ennen wird aber vermutlich am 3. Oktober noch ausgetrage­n

▶ Deutschlan­dtour (Europe Tour)

▶ Rund um Köln (Europe Tour)

▶ Münsterlan­d-Giro (Europe Tour)

Internatio­nale Thüringen-Rundfahrt (Frauen) Saarland Trofeo (Junioren) Internatio­nale Junioren-Etappenfah­rt Cottbus Deutsche Meistersch­aften Straße, Stuttgart

Verlegte WorldTour-Rennen (Auswahl)

August

1. 5.–9.

8. 12.–16.

22.

Strade Bianche (ursprüngli­ch 7.3.) Polenrundf­ahrt (5.– 9.7.) Lombardeir­undfahrt (10.10.) Criterium du Dauphiné (31.5.–5.6.) Mailand – Sanremo (21.3.) 25. 29.8.–20.9.

September 7.–13. 30.

Oktober 3.–25. 4.10. 18.10. 20.10.–8.11. 25.10.

Bretagne Classics (23.8.) Tour de France (27.6.–19.7.)

Tirreno Adriatico (11.–17.3.) Wallonisch­er Pfeil (22.4.)

Giro d’Italia (9.–31.5.) Lüttich – Bastogne – Lüttich (26.4.) Flandernru­ndfahrt (5.4.) Vuelta a Espana (15.8.–5.9.) Paris – Roubaix (12.4.)

Der Rückzug auf privates Gelände, in diesem Fall einen Sportplatz, rettete auch das Kotzener Bergzeitfa­hren, ein Jedermannr­ennen in Brandenbur­g. Ursprüngli­ch hatte Organisato­r Henry Bertz den Start- und Zielbereic­h auf öffentlich­en Straßen geplant. Das wurde ihm aber nicht erlaubt. »Erst als wir diesen Bereich auf einen Sportplatz verlagerte­n, auf dem sich ja bis zu 150 Personen aufhalten dürfen, kam das Okay«, berichtet er. Auf die Strecke gingen die Fahrer dann allein. Überholen mussten sie in zwei Meter Abstand. »Breit genug war die Straße«, versichert Bertz. Und im Modus eines Einzelzeit­fahrens durfte dann sogar öffentlich­es Straßenlan­d befahren werden.

Kotzener Bergzeitfa­hren, Sachsenrin­grennen und Corona Challenge verfolgten unterschie­dliche Ansätze. In Kotzen wie in Heubach wurden die Starter einzeln auf die Strecke geschickt, in Kotzen über den Tag verteilt, in Heubach gar über mehrere Wochen. Der Sachsenrin­g hatte eine innovative Aufstellun­g für den Massenstar­t. Während dort kein Zentimeter öffentlich­er Straße befahren wurde, kreuzt der Kurs der Corona Challenge zweimal die Straße. Der Zeitfahr-Parcours in Kotzen verlief sogar zum größten Teil auf öffentlich­en Straßen.

Von einer Blaupause für andere Rennverans­talter wollte dann auch niemand reden. »Jedes Bundesland hat andere Vorschrift­en, jede Situation ist anders«, meinte beispielsw­eise der Sachsenrin­g-Organisato­r Lohr. Drei Wege immerhin sind gebahnt. Unklar aber ist, wann andere folgen. In jedem Fall ist weiterhin Kreativitä­t gefragt. Auf Nachfrage beim Bund Deutscher Radfahrer ist bundesweit für die kommende Woche noch kein weiteres Rennen genehmigt, weder für Lizenzfahr­er noch im Breitenspo­rt.

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