Die Öko­no­mie der Putz­frau

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Dormagen) - - WIRTSCHAFT -

Im zwei­ten Se­mes­ter lernt je­der Öko­no­mie-Stu­dent die Theo­rie der kom­pa­ra­ti­ven Vor­tei­le: Da­nach soll sich je­der dar­auf kon­zen­trie­ren, was er am bes­ten kann. Das gilt für Län­der wie für Ar­beits­kräf­te. Wenn ei­ner Spit­zen-Gei­ger und Spit­zen-Zahn­arzt ist, soll­te er das ma­chen, was er re­la­tiv am bes­ten kann: mu­si­zie­ren oder Zäh­ne zie­hen – und die an­de­re Di­enst­leis­tung im Tausch er­wer­ben, auch wenn er bei­des bes­ser kann als sein Tausch­part­ner. Folg­lich su­chen vie­le Be­rufs­tä­ti­ge ei­ne Putz­frau oder ei­nen Putz­mann. Ei­ne Haus­halts­hil­fe zu fin­den, ist nicht mal schwer. Doch wer sei­ne Hil­fe le­gal an­stel­len will, er­lebt die tolls­ten Din­ge. Vie­le wol­len nur schwarz ar­bei­ten und le­gen beim ers­ten Te­le­fon­kon­takt gleich auf, wenn die Fra­ge nach der Steu­er­kar­te kommt.

Das ist aus Sicht der Putz­kräf­te kurz­sich­tig. Die Schwarz­ar­bei­ter

Ei­ne Haus­halts­hil­fe zu fin­den ist nicht schwer, doch auf Steu­er­kar­te will kaum je­mand ar­bei­ten. Das kann sich rä­chen.

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