Mit Paul ge­gen die Angst vorm Zahn­arzt

Bir­git Bartsch und Ma­ren Feld­haus ha­ben sich in ih­rer neu­en Pra­xis am Paul-Wie­rich-Platz auf die Be­hand­lung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen spe­zia­li­siert. Zu ih­rer Aus­bil­dung ge­hör­te das Er­ler­nen be­stimm­ter Ablen­kungs­tech­ni­ken.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Dormagen) - - DORMAGEN - VON STE­FAN SCHNEI­DER

DOR­MA­GEN Paul wiegt rund 200 Ki­lo, und er ist nicht groß, er ist rie­sig, ein rich­ti­ger Ko­loss. An ihm kommt kei­ner ein­fach so vor­bei. Aber das will in der Re­gel auch nie­mand. Schon gar nicht die jüngs­ten Be­su­cher in der neu­en Zahn­arzt­pra­xis am Pau­lWie­rich-Platz. Kin­der lie­ben den gi­gan­ti­schen Ha­sen, der ei­nen gro­ßen Teil des groß­zü­gig ge­stal­te­ten Raums der Re­zep­ti­on aus­füllt und tur­nen gern auf sei­nen weit aus­ge­streck­ten Bei­nen her­um. Bir­git Bartsch und Ma­ren Feld­haus ist das ganz recht. Den bei­den Zahn­ärz­tin­nen ist sehr dar­an ge­le­gen, ei­ne an­ge­neh­me At­mo­sphä­re zu schaf­fen. Denn das er­leich­tert ih­nen letzt­end­lich so­gar die Ar­beit.

Bartsch und Feld­haus ha­ben sich über ih­re zahn­ärzt­li­che Aus­bil­dung hin­aus für den Tä­tig­keits­schwer­punkt Kin­der- und Ju­gend­zahn­heil­kun­de qua­li­fi­zie­ren las­sen. Ih­re Kli­en­tel um­fasst die Al­ters­span­ne vom sechs­ten Le­bens­mo­nat bis zum 18. Le­bens­jahr. Kin­der und Ju­gend­li­che darf na­tür­lich grund­sätz­lich je­der Zahn­arzt be­han­deln. Bartsch und Feld­haus ha­ben aber spe­zi­el­le Kennt­nis­se für die­se Pa­ti­en­ten­grup­pe er­wor­ben. Da­zu ge­hö­ren un­ter an­de­rem die Ver­sor­gung nach vor­zei­ti­gem Milch­zahn­ver­lust mit Platz­hal­tern, die An­pas­sung von Kin­der­kro­nen so­wie Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen ab dem ers­ten Milch­zahn. Für Be­hand­lun­gen in Däm­mer­schlaf bzw. un­ter Voll­nar­ko­se steht ih­nen ei­ne Nar­ko­se­ärz­tin zur Sei­te. Zum Team ge­hö­ren auch die Zahn­arzt­hel­fe­rin­nen Ju­lia Schramm und Da­nie­la Schwit­tay so­wie An­ne­lie­se Stau­ter an der Re­zep­ti­on.

„Ein Milch­zahn ist an­ders auf­ge­baut als ein Er­wach­se­nen­zahn“, hal­ten Ma­ren Feld­haus und Bir­git Bartsch Skep­ti­kern ent­ge­gen, die Zahn­arzt­pra­xen spe­zi­ell für ganz jun­ge Pa­ti­en­ten für über­flüs­sig hal­ten. Und ne­ben der Pro­phy­la­xe – die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen über­neh­men da­für zwei Mal im Jahr die Kos­ten bei Sechs- bis 18-Jäh­ri­gen – sind die bei­den Frau­en durch ih­re Aus­bil­dung gut da­für ge­rüs­tet, Trau­ma­ta vor­zu­beu­gen, die Kin­der sonst mög­li­cher­wei­se ein gan­zes Le­ben lang be­las­ten wür­den.

„Wir wen­den da­zu be­son­de­re Tech­ni­ken an“, er­klärt Bir­git Bartsch, die wie ih­re Kol­le­gin die „po­si­ti­ve Zahn­heil­kun­de“in den Mit­tel­punkt stellt, um Ängs­ten vor­zu­beu­gen. Ablen­kung heißt zum Bei­spiel das Zau­ber­wort bei der so ge­nann­ten Kon­fu­si­ons­tech­nik: Dank Hand­pup­pen oder Kon­zen­tra­ti­ons­auf­ga­ben, die die Be­hand­lung be­glei­ten, tre­ten Angst und Schmerz bei den Kin­dern in den Hin­ter­grund. ähn­lich sind die Ef­fek­te beim Ein­satz

von Fern­seh­ge­rä­ten mit Kin­der­pro­gramm oder bei Hyp­no­se. „Die ei­gent­li­che Ar­beit muss prak­tisch ne­ben­her lau­fen“, er­läu­tert Feld­haus die be­son­de­re Her­aus­for­de­rung für die Me­di­zi­ne­rin­nen. Eben­falls zum Kon­zept ge­hö­ren freund­lich ein­ge­rich­te­te Räu­me; Boh­rer oder an­de­re In­stru­men­te sind un­auf­fäl­lig an­ge­bracht und auf den ers­ten Blick kaum wahr­nehm­bar.

Die Deut­sche Ge­sell­schaft für Kin­der­zahn­heil­kun­de (DGK) spricht sich für ei­ne um­fas­sen­de und in­di­vi­du­ell ab­ge­stimm­te Vor­sor­ge ab ei­nem frü­hen Al­ter aus. Ihr An­lie­gen ist es, „das Ri­si­ko von Ka­rie­ser­kran­kun­gen haupt­säch­lich bei Kin­dern, die noch ih­re Milch­zäh­ne be­sit­zen, zu sen­ken“, heißt es auf der In­ter­net­sei­te der DGK. Denn dies sei die Gr­und­vor­aus­set­zung da­für, dass Er­kran­kun­gen der spä­te­ren, blei­ben­den Zäh­ne häu­fig ver­mie­den wer­den könn­ten.

FO­TO: S. SCHNEI­DER

Ma­ren Feld­haus und Bir­git Bartsch (vorn) mit ih­rem Team (v.l.) An­ne­lie­se Stau­ter, Ju­lia Schramm und Da­nie­la Schwit­tay. Zu­sam­men mit Rie­sen-Ha­se Paul wol­len sie jun­gen Pa­ti­en­ten die Be­hand­lung an­ge­nehm ma­chen.

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