Hoch­wer­ti­ge Mu­sik im Ham­tor­krug

Be­tray­ers of Ba­by­lon, Schwarz­paul und Fil­lie tra­fen sich zum Kon­zert.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Grevenbroich) - - KULTUR IN NEUSS - VON MAR­TIN HORN

NEUSS Zum Jah­res­en­de hat der Ham­tor­krug – die holz­ge­tä­fel­te Mu­sik­knei­pe an der Bütt­ger Stra­ße – sei­nem Ruf noch ein­mal al­le Eh­re ge­macht und ei­ne Ver­an­stal­tung raus­ge­hau­en, die dem Prä­di­kat „mu­si­ka­lisch wert­voll“mehr als nur ei­ne Be­zeich­nung ver­leiht. Denn mit den Neus­sern „Be­tray­ers Of Ba­by­lon“, Rap­per Fil­lie (zum ers­ten Mal mit Band­be­glei­tung) und der Dort­mun­der For­ma­ti­on Sche­arz­paul stan­den an ei­nem Abend drei Acts auf der Büh­ne, die mit Mo­dern Roots Rag­gae, Ska, Hiphop, Dub und Rap über vie­le St­un­den lang qua­li­ta­tiv hoch­wer­tigs­te mu­si­ka­li­sche Wa­re an die zahl­rei­che Kund­schaft im na­he­zu aus­ver­kauf­ten Haus ab­lie­fer­te.

Die bei­den erst­ge­nann­ten sind ehe­ma­li­ge Ge­win­ner des hie­si­gen Rock-und Pop För­der­prei­ses (jetzt heißt der Wett­be­werb Sing Ci­ty) und ha­ben sich seit­dem be­ein­dru­ckend gut wei­ter­ent­wi­ckelt. „Ei­ni­ge von uns ha­ben mitt­ler­wei­le das Mu­sik­stu­di­um ab­ge­schlos­sen“, sagt Sän­ger Lu­kas Ga­edt­ke von den Be­tray­ers of Ba­by­lon vor dem Kon­zert, „und wir wer­den nächs­tes Jahr un­ser neu­es Al­bum auf den Markt brin­gen. Un­se­rer mu­si­ka­li­schen Li­nie wer­den wir da­bei üb­ri­gens treu blei­ben.“

Was die Neus­ser Mu­sik­land­schaft an­geht, stel­len gera­de die Be­tray­ers für die Zu­kunft al­le Wei­chen auf Er­folg, die­se Band wird – da braucht es kei­nen Pro­phe­ten – für die Qui­ri­nus­stadt im­mer mehr ein künst­le­ri­sches Aus­hän­ge­schild wer­den.

Shwarz­paul ist ei­ne vier­köp­fi­ge Off­beat-wucht­brum­me aus dem Ruhr­pott, die je­den Event in Se­kun­den­schnel­le ein­neh­men kann und ei­ne Ga­ran­tie für durch­t­anz­te Kn­ei­pen­näch­te dar­stellt. Lu­kas er­zählt wei­ter: „Wir ken­nen uns, die Sze­ne ist un­ter­ein­an­der gut ver­netzt. Und für ei­nen Abend wie heu­te sind Schwarz­paul ge­nau die Rich­ti­gen.“Da hat er Recht, und sel­ten hat es in die­ser Men­ge so vie­le Künst­ler auf der Büh­ne des Ham­tor­krug ge­ge­ben, die hoch­pro­fes­sio­nell sind und ganz ge­nau wis­sen, wie es geht. Al­le Prot­ago­nis­ten be­die­nen sich teils kri­ti­scher und in­tel­li­gen­ter deut­scher Tex­te, der er­ho­be­ne Zei­ge­fin­ger muss aber im­mer wie­der dem zwin­kern­den Au­ge wei­chen.

Und die nun wirk­lich nicht un­ter­di­men­sio­nier­te Mu­sik­an­la­ge wird im­mer wie­der bis an die Leis­tungs­gren­ze ge­bracht. Bass­li­ni­en im un­ters­ten Fre­quenz­be­reich wa­bern durch den Raum, es ist kaum mög­lich, sich der dich­ten Klang­mas­se zu ent­zie­hen. Das al­les aber hilft her­vor­ra­gend, die gu­ten Vi­bes zu trans­por­tie­ren, und das Tanz­bein steht ein­fach nicht still.

Das „Jah­res­end­freun­de­tref­fen“wie Lu­kas Ga­edt den ir­gend­wie ja­mai­ka­ni­schen Abend nennt, dau­ert bis lan­ge nach Mit­ter­nacht, ei­ne Wie­der­ho­lung der Ver­an­stal­tung ist nur ei­ne Fra­ge der Zeit.

ARCHIVFOTO: KAI­SER

Die Band „Be­tray­ers of Ba­by­lon“hat­te 2012 den Rock­för­der­preis der Stadt be­kom­men.

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