Der Wes­ten muss mit ei­ner Stim­me spre­chen

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESS­LER

So gut mit dem Geg­ner ab­ge­stimmt läuft nur sel­ten ein mi­li­tä­ri­scher Schlag ab. Die drei Ver­bün­de­ten USA, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich wa­ren pein­lich dar­auf be­dacht, die Ne­ben­schä­den ih­res An­griffs so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten. Nach bis­he­ri­gen An­ga­ben ka­men kei­ne Men­schen zu Scha­den. Ob wirk­lich das Zen­trum der sy­ri­schen Che­mie­waf­fen­pro­duk­ti­on ge­trof­fen wur­de, darf be­zwei­felt wer­den.

Trotz­dem war der Schlag rich­tig. An­ge­sichts des mut­maß­li­chen Gift­gas­an­griffs (ei­ne letz­te Ge­wiss­heit wird es nie ge­ben) konn­te der Wes­ten nicht mehr zu­se­hen. Es war ein schwe­rer Feh­ler von Trumps Vor­gän­ger Ba­rack Oba­ma, dass er in Sy­ri­en ro­te Li­ni­en über­schrei­ten ließ. Dass sich Deutsch­land raus­hält, ist we­gen der ab­leh­nen­den Hal­tung vie­ler zu Mi­li­tär­schlä­gen zwar ver­ständ­lich, aber für die Ein­heit des Wes­tens schäd­lich.

Nur wenn die west­li­chen Staa­ten mit ei­ner Stim­me spre­chen, kön­nen sie Pu­tin und sei­ner Ma­rio­net­te As­sad wi­der­ste­hen. Ei­ne fes­te Hal­tung, ge­paart mit di­plo­ma­ti­schen Initia­ti­ven, kann die Schur­ken-Al­li­anz in Sy­ri­en be­ein­dru­cken. Das schließt als al­ler­letz­tes Mit­tel auch Mi­li­tär­ein­sät­ze ein. Für die Deut­schen ei­ne un­be­que­me Wahr­heit. BE­RICHT GIFT­GAS-EX­PER­TEN VOR DU­MA GE­STOPPT, TITELSEITE

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