Neuss-Grevenbroicher Zeitung Neuss

Elleven bereitet drittes Album vor

- VON MARTIN HORN

Vor rund 20 Jahren hat sich die Progressiv­e-Rock Band „Elleven“gegründet.

NEUSS In einer Zeit, in der Musikkarri­eren auch schon mal im heimischen Wohnzimmer, bei YouTube, Instagram oder TikTok starten, nimmt die Neusser Progressiv­eRock Band „Elleven“einen eher anachronis­tischen Platz ein. Musikliebh­aber, die sich diesem künstleris­ch differenzi­erten Stil verschrieb­en haben, haben meist die Hälfte ihrer Lebenszeit überschrit­ten, manche mittlerwei­le dem Berufslebe­n den Rücken gekehrt und sie beherberge­n im heimischen Plattensch­rank ungezählte Vinylschei­ben. Darunter wird man illustre Namen wie Procol Harum, Jethro Tull, Yes oder Emerson, Lake & Palmer finden. Prägende Merkmale dieser Musikgigan­ten sind überlange Songs – manchmal eine ganze Plattensei­te lang – vertrackte Texte, epische Improvisat­ionen und künstleris­che Anlehnunge­n an klassische Werke.

„Wir haben uns vor ca. 20 Jahren gegründet“, sagt Keyboarder Armin Riemer im imposanten Probenraum eines abgelegene­n Bauernhofs im Neusser Süden. Nach 2007 und 2015 entsteht dort, technisch aufwendig, das dritte Album, das noch in diesem Jahr veröffentl­icht werden soll. „Wir sind beeinfluss­t von Genesis und Pink Floyd, mit neun Tracks wird es ein Konzeptalb­um. Das

Arrangemen­t entsteht in Zusammenar­beit. Sängerin und Gitarristi­n Julia Graff schreibt größtentei­ls die Texte und (scherzhaft) Gitarrist und im Hauptberuf Englischle­hrer Carsten Hütter korrigiert“. Der erklärt den Bandnamen: „Das ist eine Hommage an „This is Spinal Tap“einem parodistis­chen Kultfilm der 1980er Jahre. Gitarren-Verstärker haben meist eine Lautstärke­scala bis 10. Die Scala bei Hauptdarst­eller Nigels Verstärker geht dagegen bis 11. Wir mögen solchen Humor“. Wir, das sind aktuell außerdem Bassist René Lozynski und Drummer Michael Hahn, beide noch in anderen Bandprojek­ten unterwegs und im näheren Umkreis beheimatet. „Nur Julia muss beruflich die Reise aus Stuttgart auf sich nehmen, das ist intensiv“, beschreibt es Hütter. „Denn die Probe geht dann meist von Freitagabe­nd bis Sonntagnac­hmittag“.

„Zusammen mit der kanadische­n Gruppe „Red Sand“werden wir im Spätsommer zwei Konzerte spielen“, sagt Armin Riemer, „eines in den Niederland­en nahe Rotterdam, für das zweite suchen wir noch eine Location“. Denn auch für Elleven ist die Suche nach Auftrittsm­öglichkeit­en nicht einfach. Hütter: „Die Veranstalt­er scheuen inzwischen das finanziell­e Risiko, anderersei­ts ist das Publikum, vielleicht pandemiebe­dingt, bequemer geworden. Und unsere Heimatstad­t unternimmt nicht viel in Richtung Werbung. Da könnte mehr kommen.“Bleibt also zu hoffen, dass die Neusser Fangemeind­e des Progressiv-Rock „Elleven“bald wieder in heimischer Umgebung erleben darf.

 ?? FOTO: ELLEVEN ?? Ihr Bandname ist eine Hommage an „This is Spinal Tap“, einen parodistis­chen Kultfilm der 1980er-Jahre.
FOTO: ELLEVEN Ihr Bandname ist eine Hommage an „This is Spinal Tap“, einen parodistis­chen Kultfilm der 1980er-Jahre.

Newspapers in German

Newspapers from Germany