Streit um Mil­lio­nen für Par­tei­en

Heu­te Ab­stim­mung im Bun­des­tag – Das sa­gen Ab­ge­ord­ne­te aus dem Nord­wes­ten

Nordwest-Zeitung - - VORDERSEITE - VON HANS BEGEROW UND GE­ORG IS­MAR

Die Op­po­si­ti­on kri­ti­siert das Hau­ruck­ver­fah­ren. Die Re­gie­rungs­par­tei­en ver­wei­sen auf den Bei­trag der Par­tei­en zur Wil­lens­bil­dung.

OLDENBURG/BERLIN Uni­on und SPD wol­len an die­sem Frei­tag ge­gen den Wi­der­stand der Op­po­si­ti­on die Aus­wei­tung der staat­li­chen Par­tei­en­fi­nan­zie­rung von 165 auf 190 Mil­lio­nen Eu­ro be­schlie­ßen. Schon jetzt droht die Lin­ke mit ei­ner Kla­ge. Wäh­rend die Ab­ge­ord­ne­ten der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on aus Uni­on und SPD auf den grund­ge­setz­lich ge­schütz­ten Bei­trag der Par­tei­en zur de­mo­kra­ti­schen Wil­lens­bil­dung ver­wei­sen, leh­nen Ab­ge­ord­ne­te der Op­po­si­ti­ons­par­tei­en die Aus­wei­tung der Par­tei­en­fi­nan­zie­rung als un­ver­hält­nis­mä­ßig ab.

„Die Lin­ke for­dert ei­ne an­de­re Än­de­rung der Par­tei­en­fi­nan­zie­rung. Näm­lich das Ver­bot von Un­ter­neh­mens­spen­den und Par­tei­en­s­pon­so­ring“, sag­te die Ol­den­bur­ger Lin­ken-Ab­ge­ord­ne­te Ami­ra Mo­ha­med Ali. Und FDP-Frak­ti­ons­vi­ze Christian Dürr (Gan­der­ke­see) sieht die Fi­nanz­nö­te der Re­gie­rungs­par­tei­en als Ur­sa­che für die Aus­wei­tung der Par­tei­en­fi­nan­zie­rung. „Uni­on und SPD fehlt das Geld, weil sie schlech­te­re Wah­l­er­geb­nis­se ein­ge­fah­ren ha­ben“, sag­te Dürr.

Den Grü­nen fehlt die Trans­pa­renz in dem Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren. Uni­on und SPD hät­ten nicht be­legt, wo­her der Mehr­be­darf re­sul­tiert, sag­te de­ren Ab­ge­ord­ne­te aus dem Nord­wes­ten, Fi­liz Po­lat.

Auch die AfD lehnt den Ent­wurf ab. „Ge­ra­de wenn es die Er­hö­hung von Zu­wen­dun­gen, die aus der Steu­er­kas­se ge­schöpft wer­den, geht, soll­te ein sehr ge­mä­ßig­tes Tem­po an den Tag ge­legt wer­den“, sag­te ihr Ab­ge­ord­ne­ter aus dem Nord­wes­ten, Wal­de­mar Herdt (Neu­en­kir­chen).

Al­lein könn­te die Lin­ke ei­ne Kla­ge ge­gen das Ge­setz nicht an­stren­gen, da hier­für ein Vier­tel der Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges nö­tig wä­re. Die Gro­ße Ko­ali­ti­on will den Ma­xi­mal­be­trag für die Par­tei­en­fi­nan­zie­rung an­he­ben. Be­grün­det wur­de dies mit ge­stie­ge­nen Kos­ten durch die Di­gi­ta­li­sie­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on. Der Ge­setz­ent­wurf sieht vor, dass al­le Par­tei­en zu­sam­men ab 2019 höchs­tens 190 Mil­lio­nen Eu­ro be­kom­men dür­fen statt wie bis­her 165 Mil­lio­nen Eu­ro. Be­kannt wur­de der Ent­wurf der Öf­fent­lich­keit erst ver­gan­ge­ne Wo­che.

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