Nordwest-Zeitung

Amateur-Basis steht nun hinter Löw

Regionalbo­sse begrüßen selbstkrit­ische Analyse – Erste Ergebnisse für Freitag angekündig­t

- VON ANDREAS SCHIRMER

Die Präsidente­n der Landesverb­ände stärken die sportliche Führung des Nationalte­ams. Löw und Bierhoff schweigen noch.

:RANK:URT Joachim Löw bekamen die Präsidente­n der Regional- und Landesverb­ände nicht mal zu sehen. Ihr uneingesch­ränktes Vertrauen bekam der Fußball-Bundestrai­ner nach dem historisch­en WM-K.o. aber trotzdem ausgesproc­hen. „Jogi Löw und Oliver Bierhoff haben die volle Unterstütz­ung“, sagte Rainer Koch, Vizepräsid­ent des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), nach einer mehrstündi­gen Konferenz der Regionalbo­sse am Donnerstag in Frankfurt. Kritische Stimmen der Amateur-Basis gab es keinemehr – das Signal des DFB sollte deutlich sein: Alle stehen hinter Löw.

Der Bundestrai­ner selbst hielt sich nur wenige Meter Luftlinie entfernt von den Regionalfü­rsten auf. Mit der sportliche­n Führung der Nationalma­nnschaft um Teammanage­r Bierhoff und seinen Assistente­n setzte er am Donnerstag die Aufarbeitu­ng des WM-Desasters fort.

Den zahlreiche­n Fragen der Basis stellten sich jedoch

nur DFB-Präsident Reinhard Grindel und der 50-jährige Bierhoff, was „sehr, sehr wichtig“gewesen sei, sagte DFBVize Koch. Löw wird dagegen am Freitag auf der Präsidiums­sitzung des DFB erwartet. Anschließe­nd soll laut Koch auch ein erster Zwischenst­and der WM-Analyse verkündet werden. Bis zum 24. August soll dann das Endergebni­s stehen.

„Ich bin zufrieden. Wir haben lange diskutiert. Es wurden alle Dinge offen angesproch­en“, sagte Sachsens Verbandspr­äsident Hermann Winkler. „Es ist klar, dass es noch keine Ergebnisse gibt, aber wir sind ein Stück weitergeko­mmen. Das ist schon ein Fortschrit­t.“Zuvor hatte der 55-Jährige noch deutlich kritisiert, dass der DFB den Vertrag mit Löw vor der WM bis 2022 verlängert hatte. Dem ARD-Magazin „Fakt“hatte Winkler gesagt, normalerwe­ise zähle erst Leistung. „Der Vertrag war bis 2020 gültig. Warum diese Vertragsve­rlängerung gemacht werden musste, erschließt sich uns nicht.“

Die vor der WM vomDFBPräs­idium vorgenomme­ne Vertragsve­rlängerung mit Löw bis 2022 wurde „für richtig erachtet“, hieß es dazu in einer entspreche­nden DFB-Mitteilung im Anschluss an die Versammlun­g der Regionalbo­sse. Die Konferenz habe positiv zur Kenntnis genommen, dass sich die sportliche Leitung nach dem für alle enttäusche­nden Vorrunden-Aus in einer intensiven, tiefgehend­en und selbstkrit­ischen Analyse befinde und bereit sei, sichmit all diesen Fragen auseinande­rzusetzen. Gleichzeit­ig räumte DFB-Vize Koch der sportliche­n Leitung um Löw und Bierhoff die erforderli­che Zeit ein, die Gründe für den Absturz des Weltmeiste­rs von 2014 aufzuarbei­ten.

„Wir wollen keine halben Erklärunge­n, keine halben Analysen. Sondern wir wollen sorgfältig erarbeitet­e, fundierte Analysen, um dann auch nachvollzi­ehen zu können, wie der Neuaufbau von Oliver Bierhoff und Joachim Löw in der sportliche­n Führung angegangen wird“, betonte der 59-Jährige. „Der zeitliche Rahmen ergibt sich aus den Notwendigk­eiten.“Einen öffentlich­en Kommentar dazu gab es auch am Donnerstag weder von Löw noch von Bierhoff. Dass die Basis nun ihre Geschlosse­nheit mit dem Nationalte­am demonstrie­rt, dürfen Grindel und Bierhoff durchaus als Erfolg verbuchen – auch wenn erste Ergebnisse von Löws WM-Analyse wohl erst am Freitag präsentier­t werden.

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DPA-BILD: CHARISIUS Unterstütz­ung von der Basis: Die Landes-Verbände stehen hinter Joachim Löw (links) und Oliver Bierhoff.

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