CDU wählt wie­der Che­fin

An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er löst An­ge­la Mer­kel ab

Nordwest-Zeitung - - VORDERSEITE - VON AN­NE-BÉATRI­CE CLASMANN →@ Ei­nen Vi­deo­kom­men­tar von News­desk-Chef Dr. Alex­an­der Will se­hen Sie im In­ter­net un­ter www.NWZonline.de/vi­de­os

Die De­le­gier­ten ha­ben Mer­kel nach 18 Jah­ren an der Spit­ze der Par­tei aus­gie­big be­ju­belt. Sie er­fül­len ihr zu­dem ei­nen Her­zens­wunsch, in­dem sie Kramp-Kar­ren­bau­er zur Nach­fol­ge­rin wäh­len.

HAM­BURG – Die CDU hat An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er in ei­nem dra­ma­ti­schen Wahl­fi­na­le zu ih­rer neu­en Bun­des­vor­sit­zen­den und Nach­fol­ge­rin von An­ge­la Mer­kel ge­kürt. Nach ei­ner emo­tio­na­len Re­de setz­te sich die Saar­län­de­rin am Frei­tag beim Bun­des­par­tei­tag in Ham­burg in ei­ner Stich­wahl knapp ge­gen den frü­he­ren Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz durch. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn war be­reits im ers­ten Wahl­gang aus­ge­schie­den.

Die Sie­ge­rin und die Ver­lie­rer rie­fen die CDU nach der Ab­stim­mung ein­hel­lig zur Ge­schlos­sen­heit auf. Al­le drei lob­ten den „fai­ren Wett­be­werb“nach 18 Jah­ren mit Mer­kel an der Par­tei­spit­ze. „Die­ser Auf­schwung muss wei­ter­ge­hen“, sag­te Kram­pKar­ren­bau­er.

Die bis­he­ri­ge CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Kramp-Kar­ren­bau­er er­hielt im zwei­ten Wahl­gang knapp 52 Pro­zent der Stim­men. Für Merz ent­schie­den sich gut 48 Pro­zent der De­le­gier­ten. Spahn war im ers­ten Wahl­gang ab­ge­schla­gen auf knapp 16 Pro­zent der Stim­men ge­kom­men. Of­fen­sicht­lich wa­ren über­ra­schend vie­le Un­ter­stüt­zer Spahns im letz­ten Wahl­gang zu Kram­pKar­ren­bau­er ge­wech­selt.

Mer­kel wird Re­gie­rungs­che­fin blei­ben. In ih­rer letz­ten Re­de als Vor­sit­zen­de sag­te sie: „Für mei­ne Ver­bun­den­heit mit der Par­tei brau­che ich kei­nen Par­tei­vor­sitz – und Bun­des­kanz­le­rin bin ich ja auch noch.“Mer­kel er­klär­te, die CDU kön­ne auch in Zei­ten von Po­la­ri­sie­rung und AfD gu­te Er­geb­nis­se er­rin­gen, „wenn wir ge­schlos­sen und ent­schlos­sen kämp­fen“. Sie be­ton­te: „Wo­hin uns nicht en­den wol­len­der Streit führt, dass ha­ben CDU und CSU in den letz­ten Jah­ren bit­ter er­fah­ren.“Ih­rer Par­tei wün­sche sie für die Zu­kunft auch „Fröh­lich­keit im Her­zen“.

Mer­kel wur­de nach ih­rer Re­de von den 999 De­le­gier­ten mit knapp zehn Mi­nu­ten Ap­plaus ge­wür­digt. Vie­le hiel­ten Schil­der mit der Auf­schrift „Dan­ke, Che­fin“hoch. Sie hat­te En­de Ok­to­ber nach Wahl­schlap­pen in Bay­ern und Hes­sen ih­ren Rück­zug von der CDU-Spit­ze er­klärt.

Die neue Par­tei­che­fin Kramp-Kar­ren­bau­er will noch auf dem zwei­tä­gi­gen Par­tei­tag ver­kün­den, mit wem sie als Ge­ne­ral­se­kre­tär der CDU zu­sam­men­ar­bei­ten will.

Emo­tio­na­le Amts­über­ga­be: An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (links) ste­hen Trä­nen in den Au­gen, An­ge­la Mer­kel ist stolz.

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