So geht es nicht

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON DET­LEF DRE­WES, BÜ­RO BER­LIN

N atür­lich wä­re es blau­äu­gig, den Fahn­dern bei der Auf­de­ckung schwe­rer De­lik­te bü­ro­kra­ti­sche Hin­der­nis­se in den Weg zu le­gen. Doch wer sol­che Schwie­rig­kei­ten in der po­li­zei­li­chen All­tags­ar­beit be­klagt, muss zur Ver­bes­se­rung der Si­tua­ti­on nicht gleich al­le Grund­rech­te tor­pe­die­ren und ver­fas­sungs­recht­li­che Schutz­wäl­le schlei­fen. Die Vor­stel­lung, dass deut­sche In­ter­net-Un­ter­neh­men am En­de man­gels staat­li­cher Mit­wir­kungs­mög­lich­kei­ten an der Ver­fol­gung po­li­ti­scher Op­po­si­tio­nel­ler be­tei­ligt sein könn­ten, die sich nach deut­schem Recht gar nicht straf­bar ge­macht ha­ben, wä­re aben­teu­er­lich. Nein, die­se Ver­ord­nung muss nach­ge­bes­sert wer­den. Wie bis­her soll­te ein Rich­ter den „Ein­bruch“in die Pri­vat­sphä­re ei­nes Ver­däch­ti­gen ge­neh­mi­gen.

Die­ses Ver­fah­ren hat sich be­währt und es darf nicht ge­kippt wer­den. Po­li­zei und Si­cher­heits­be­hör­den sol­len all die In­stru­men­te be­kom­men, die sie zur Ver­mei­dung schwe­rer Straf­ta­ten brau­chen – doch dann muss man die zü­gi­ge Be­ar­bei­tung sol­cher Da­ten­ab­fra­gen ver­bes­sern, nicht aber das Grund­recht der Bür­ger auf Schutz ih­rer Pri­vat­sphä­re durch­lö­chern.

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