Fern­seh­star mit vie­len Fa­cet­ten

Grä­fin von Gul­den­burg, Ob­dach­lo­se, Le­bens­mü­de: Chris­tia­ne Hör­bi­ger hat zahl­rei­che Rol­len ge­spielt. Heu­te wird sie 80.

NWZ (Göppinger Kreisnachrichten) - - BLICK IN DIE WELT -

Die Schau­spie­le­rin Chris­tia­ne Hör­bi­ger ist seit Jahr­zehn­ten ei­ne Grö­ße ih­res Fachs. Die Ös­ter­rei­che­rin, auch in Deutsch­land ein ge­fei­er­ter Fern­seh­star, hat meh­re­re Part­ner durch Tod ver­lo­ren. Ih­ren Sohn, den Dreh­buch­au­tor und Re­gis­seur Sa­scha Big­ler (50, „Der Win­zer­kö­nig“), zog sie al­lei­ne groß. Heu­te, Sams­tag, wird sie 80.

Auf­ge­wach­sen ist die Toch­ter der be­rühm­tes­ten Schau­spie­l­er­dy­nas­tie Ös­ter­reichs mit ih­ren Schwes­tern Eli­sa­beth Orth (82) und Ma­re­sa Hör­bi­ger (73) in Wi­en. Nach dem Krieg nicht un­um­strit­ten wa­ren ih­re El­tern Pau­la Wes­se­ly (1907–2000) und At­ti­la Hör­bi­ger (1896–1987) we­gen ih­rer Kar­rie­re­schrit­te als Stars im Drit­ten Reich.

Kei­ne Lust auf Zu­cker­bä­cker

Die El­tern hat­ten ihr in den 50er Jah­ren ei­ne Kon­di­to­rei ge­kauft. Aber Chris­tia­ne be­gann ei­ne Schau­spiel­aus­bil­dung. Im Film de­bü­tier­te sie 1955 in „Der Ma­jor und die Stie­re“von Edu­ard von Bor­so­dy.

Ih­ren ers­ten Thea­ter­auf­tritt hat­te sie 1959 als Recha in Les­sings Klas­si­ker „Nat­han der Wei­se“am Burg­thea­ter – ein Miss­er­folg. Wäh­rend ih­rer Büh­nen­lauf­bahn bril­lier­te Hör­bi­ger un­ter an­de­rem auf den Salz­bur­ger Fest­spie­len von 1969 bis 1972 als Buhl­schaft des „Je­der­mann“. Von 1967 bis 1985 war sie am Schau­spiel­haus Zü­rich en­ga­giert.

Sie be­geis­ter­te vie­le Men­schen in der Rol­le der Grä­fin von Gul­den­burg in der Zdf-kult­se­rie „Das Er­be der Gul­den­burgs“(1987–1990). Un­ter der Re­gie Flo­ri­an Bax­mey­ers war sie Ob­dach­lo­se im Ard-dra­ma „Auf der Stra­ße“(2015) und Sui­zid­ge­fähr­de­te in „Die letz­te Rei­se“(ARD, 2017). An der Sei­te von Götz Ge­or­ge spiel­te sie Her­mann Gö­rings an­geb­li­che Nich­te Freya von Hepp in Hel­mut Dietls Hit­ler-ta­ge­buch-film­sa­ti­re „Sch­tonk!“(1992).

In Zu­kunft will sie be­ruf­lich kür­zer tre­ten. Sie ist Unicef-bot­schaf­te­rin für Ös­ter­reich und en­ga­giert sich auch für die in­ter­na­tio­nal ak­ti­ve Deut­sche Krebs­hil­fe.

Fo­to: Chris­ti­an Cha­ri­si­us/ dpa-pool/dpa

Mit der Gol­de­nen Ka­me­ra: Chris­tia­ne Hör­biger.

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