Die Zeit der Schwarz­ma­ler

NWZ (Göppinger Kreisnachrichten) - - WIRTSCHAFT - Rolf Obert­reis zur wirt­schaft­li­chen La­ge Ita­li­ens

Es wird oh­ne Zwei­fel un­ge­müt­li­cher. Aber wie sehr, das kann im Mo­ment nie­mand se­ri­ös sa­gen. Die Welt­kon­junk­tur läuft – trotz ge­senk­ter Pro­gno­sen – im­mer noch gut. Man­che Schwarz­se­her auf der Ta­gung von IWF und Welt­bank ma­len zwar die nächs­te gro­ße Kri­se an die Wand, doch das er­scheint über­trie­ben. Dass die Kur­se an den Bör­se wäh­rend der Ta­gung ein­ge­bro­chen sind, ist we­ni­ger ein Kri­sen­si­gnal als ei­ne über­fäl­li­ge Kor­rek­tur. Da­für spricht auch, dass kei­ne Flucht in Kri­sen­wäh­run­gen wie Gold er­kenn­bar ist.

Na­tür­lich macht ne­ben Han­dels­streit, stei­gen­den Zin­sen in den USA und star­kem Dol­lar auch die Ent­wick­lung in Ita­li­en Sor­gen. Die dor­ti­gen Ban­ken sit­zen im­mer noch auf ei­nem Berg fau­ler Kre­di­te. Der um­strit­te­ne Haus­halts­plan der Re­gie­rung hat Ri­si­ko­auf­schlä­ge der Staats­an­lei­hen stei­gen und de­ren Kur­se kräf­tig sin­ken las­sen. Das setzt die ita­lie­ni­schen Ban­ken un­ter Druck. Denn sie ge­hö­ren zu den größ­ten Käu­fern die­ser An­lei­hen. Und ja, auch die Staats­ver­schul­dung ist hoch.

Aber Ita­li­en hat eben auch ei­nen Leis­tungs­bi­lanz-über­schuss und ho­he pri­va­te Er­spar­nis­se, be­to­nen In­si­der bei der Ta­gung auf Ba­li. Die La­ge ist nicht gut, aber auch nicht dra­ma­tisch, die An­ste­ckungs­ge­fahr und da­mit das Über­grei­fen der kri­ti­schen Zu­stän­de auf an­de­re Eu­ro-län­der ge­ring. Da­her soll­te man die La­ge nicht schlech­ter re­den, als sie ist.

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