Steu­er­zah­ler­bund macht Druck

Die Grund­er­werb­steu­er bleibt ein Zank­ap­fel. Die CDU will sie sen­ken, aber die Grü­nen sind wei­ter da­ge­gen.

NWZ (Göppinger Kreisnachrichten) - - SÜDWESTUMSCHAU -

Der Bund der Steu­er­zah­ler hat die CDU auf­ge­for­dert, sich in der grün-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung für die Sen­kung der Grund­er­werb­steu­er ein­zu­set­zen. Sie müs­se ih­ren Par­tei­tags­be­schluss um­set­zen und das The­ma in der Ko­ali­ti­on an­ge­hen, sag­te Ver­bands­chef Ze­non Bi­la­ni­uk in Stutt­gart. „Wenn nichts pas­siert steht die Glaub­wür­dig­keit der CDU auf dem Spiel. Es darf nicht bei schö­nen Sonn­tags­re­den blei­ben.“Die Steu­er, die von den Län­dern er­ho­ben wird, wird beim Er­werb ei­nes Grund­stücks fäl­lig. 2018 nahm Ba­den-würt­tem­berg dar­aus nach vor­läu­fi­gen Zah­len rund 1,92 Mil­li­ar­den Eu­ro ein. Im Jahr zu­vor wa­ren es noch 1,75 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Die CDU for­dert mit­tel­fris­tig ei­ne Ab­sen­kung der Steu­er von 5 auf 3,5 Pro­zent und den Weg­fall für Fa­mi­li­en mit Kin­dern beim Erst­erwerb von Wohn­ei­gen­tum. Wäh­rend an­de­re viel dar­über dis­ku­tier­ten, wie mehr Wohn­raum ge­schaf­fen wer­den kön­ne, be­ken­ne sich die CDU zu kon­kre­ten Ent­las­tun­gen, die den Er­werb von Wohn­ei­gen­tum kos­ten­güns­ti­ger mach­ten, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Cdu-lan­des­ver­ban­des. „Wenn der Ko­ali­ti­ons­part­ner hier be­reit ist et­was zu ma­chen, wir ste­hen zur Ver­fü­gung.“Die Grü­nen ar­gu­men­tie­ren, dass die Steu­er 2011 an­ge­ho­ben wor­den sei, um den Aus­bau der Kin­der­ta­ges­stät­ten im Land mit zu fi­nan­zie­ren.

Fi­nanz­mi­nis­te­rin Edith Sitz­mann (Grü­ne) sag­te, al­lein 2018 sei­en mehr als 800 Mil­lio­nen Eu­ro rei­ne Lan­des­mit­tel für die Klein­kind­be­treu­ung an die Kom­mu­nen ge­flos­sen – deut­lich mehr als die Er­hö­hung der Grund­er­werb­steu­er ge­bracht ha­be. „Die Klein­kind­be­treu­ung ist ein wich­ti­ger Stand­ort­fak­tor für un­se­re Städ­te und Ge­mein­den. Wer die Grund­er­werb­steu­er ab­sen­ken will, muss auch sa­gen, wo­her das Geld dann kom­men soll.“

Bi­la­ni­uk sag­te: „Wir ha­ben ei­ne ganz an­de­re Si­tua­ti­on als 2011.“es sei ge­nug Geld für die Kin­der­be­treu­ung da. Die Grund­er­werb­steu­er ma­che auch den Wohn­bau teu­rer. „Es ist un­glaub­wür­dig, wenn Po­li­ti­ker von be­zahl­ba­rem Wohn­raum spre­chen und das The­ma Grund­er­werb­steu­er nicht an­ge­hen.“Die Mehr­zahl der Par­tei­en im Land­tag sei für die Sen­kung. „Wir las­sen bei dem The­ma nicht lo­cker.“

Der Fdp-frak­ti­ons­chef kri­ti­sier­te das Ver­hal­ten der CDU. Beim Nach­trags­haus­halt sei nichts pas­siert, ob­wohl die Fdp-frak­ti­on mit Haus­halts­an­trä­gen nach­ge­wie­sen ha­be, dass ei­ne ent­spre­chen­de Ab­sen­kung zu fi­nan­zie­ren sei, sag­te Li­be­ra­len-frak­ti­ons­chef Hans-ul­rich Rül­ke.

Die Spd-frak­ti­on sprach sich für das Bei­be­hal­ten des ak­tu­el­len Sat­zes aus. Der fi­nanz­po­li­ti­schen Spre­cher Pe­ter Ho­fe­lich sag­te: „Gleich­zei­tig for­dern wir aber die Hal­bie­rung des Sat­zes für jun­ge Fa­mi­li­en beim Erst­erwerb von selbst ge­nutz­tem Wohn­ei­gen­tum.“

Fo­to: Fran­zis­ka Krauf­mann/dpa

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