NWZ (Göppinger Kreisnachrichten)

„Beste Medizin gegen Befürchtun­gen“

Die ganze Vielfalt Göppingens – einmal mehr zeigte sie sich bei der Eröffnung der Interkultu­rellen Wochen im Atrium des Rathauses.

- Von Margit Haas

Wer sich hier in der Gesellscha­ft einbringen möchte, der kann dieses tun. Guido Till

Oberbürger­meister Göppingen

Ich bin überwältig­t von der Bereitscha­ft der Vereine und Organisati­onen, die bei unseren Interkultu­rellen Wochen wieder mitwirken.“Angelina Fischer, die Sprecherin des Integratio­nsausschus­ses, betonte am Mittwochab­end im Foyer des Göppinger Rathauses bei der Erö“nung der Veranstalt­ungsreihe das gute Miteinande­r. Zahlreiche Organisati­onen – von A wie Aleviten bis V wie Vietnamesi­sche Frauen – laden bereits zum 24. Mal zur ganz unterschie­dlichen Veranstalt­ungen ein.

Oberbürger­meister Guido Till erinnerte an Angela Merkel, die 2015 überzeugt war: „Wir schaffen das!“In Göppingen sei bereits viel gescha“t worden, wofür nicht zuletzt die Interkultu­rellen Wochen mit ihrem vielfältig­en Programm eindrückli­cher Beleg seien. Die meisten Migranten seien längst in Göppingen heimisch geworden; viele von ihnen seien hier geboren und aufgewachs­en.

„Wer in Göppingen heimisch werden möchte, wer sich hier in der Gesellscha­ft, in den Vereinen, im Sport oder in der Musik einbringen möchte, der kann dieses tun“, betonte der OB. Es bedürfe einer „dauerhafte­n Dialogbere­itschaft“aller Beteiligte­n.

„Migranten sind in den vergangene­n 60 Jahren vollwertig­e Mitglieder unserer Gesellscha­ft geworden. Die Voraussetz­ungen dafür haben wir unter anderem mit unseren sehr breit aufgestell­ten Bildungsan­geboten gescha“en“, erinnerte Till. Alle, die Angst vor einer Überfremdu­ng hätten, lud er ein zum Besuch der Interkultu­rellen Wochen – „sozusagen als beste Medizin gegen unterschwe­llige Befürchtun­gen“.

Vor welch große Herausford­erungen ein Zuwanderer gestellt ist, auch wenn er unterstütz­t und gut begleitet wird, machte Aleksandar Kneževic deutlich. Der Trainer der Frisch-auf-frauenmann­schaft war vor 20 Jahren nach Göppingen gekommen. „Kommunikat­ion ist wichtig. So wird immer wieder die richtige Lösung gefunden“, ist seine Erfahrung. „Die Kunst ist frei!“– das Motto des Vereines „Die Vielen“hörten die Besucher in zwölf verschiede­nen Sprachen. Dem Verein, einer bundesweit­en Aktion, ist der Stadtverba­nd Kultur und damit auch viele Mitgranten­vereine bereits beigetrete­n. „Die Kunst ist frei – das bedeutet Vielfalt und Reichtum in Göppingen“, betonte Wolfram Hosch, der Leiter des Kulturrefe­rates.

Die Erö“nung umrahmte die interkultu­relle Band „New Colours“musikalisc­h. Wie arm unsere Gesellscha­ft ohne ihre Migranten, ohne ihre Kultur wäre, wurde spätestens beim Bu“et augenschei­nlich. Süßes und Salziges lud zur genussvoll­en kulinarisc­hen Reise durch die ganze Welt ein.

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Foto: Staufenpre­ss Vor welch große Herausford­erungen ein Zuwanderer gestellt ist, machte der Trainer der Frisch-auf-frauenmann­scha, Aleksandar Kneževic, deutlich.

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