NWZ (Göppinger Kreisnachrichten)

Fuchs und Has grüßen vom Trafohäusc­hen

Künstler verschöner­t Umspannsta­tionen im Auftrag der Netze BW. Wilde Sprayer haben das Nachsehen.

- Inge Czemmel

Ein fröhlicher Hase steckt grinsend einen Stecker in eine überdimens­ionale Steckdose. Wollige Schafe mit treudoofem Blick wundern sich über das dicke Kabel auf ihrer Wiese und das Wunder der Technik, das Licht in eine Glühbirne bringt. Das von Reinald Pehla gestaltete Grati-motiv auf der Umspannsta­tion in der Eschenbach­er Daimlerstr­aße ist in den letzten Tagen schon von vielen bewundert worden.

Nun erhielt es den finalen Sprüh. Bürgermeis­ter Thomas Schubert brachte unter Anleitung des Künstlers die Welle des Eschenbach­er Logos an die Wand. Den Auftrag, die Trafostati­on zu gestalten, erhielt der Eschenbach­er Grati-künstler von der Netze BW, die sich erhoŠt, damit wilden Sprayern zuvor zu kommen und hässliche Schmierere­ien zu verhindern.

„Unter dem Titel „Trafo-art“nehmen junge und motivierte Angestellt­e, die sich im Projekt „Junge Wilde“engagieren Umspannsta­tionen ins Visier“, erklärt Dagmar Jordan von der Netze BW. „Meist werden mit der Gestaltung Künstler aus der Region beauftragt.“

Das Trafohäusc­hen ist schon das zweite Werk des Künstlers in Eschenbach. An der Technother­m-halle hält ein schlau aussehende­r Fuchs eine Glühbirne in der Hand und wartet, darauf dass ein grasgrüner Frosch endlich das Kabel einsteckt. „Die grobe Vorgabe war, dass das Motiv irgendwie mit Strom und mit Eschenbach zu tun haben sollte“, erzählt Reinald Pehla, der seine Motiventwü­rfe mit der Gemeinde abstimmte.

„Bei uns gilt der Sprayer im eigenen Land noch was“, freute sich Bürgermeis­ter Thomas Schubert und äußerte die HoŠnung, dass die Werke, in die neben dem Netze-bw auch das Gemeindelo­go integriert wurden, respektier­t werden. Die Netze BW setzt darauf, dass die künstleris­che Gestaltung die Hemmschwel­le erhöht, sich in irgendeine­r Form an den Wänden zu verewigen. „Die Umspannsta­tionen mit hohem Kostenaufw­and

immer wieder neu streichen zu lassen, ist auf Dauer keine Lösung“, erklärte Kevin Zadravec. Auch der Künstler, der fast vier Tage an seinem Werk arbeitete und dabei mit vielen Mitbürgern ins Gespräch kam, hoŠt, dass die lustigen Motive nicht verunstalt­et werden. „Ich denke, dass komplett ausgestalt­ete Flächen weniger dazu anregen als weiße“, meint auch er. „In der Grati-szene selbst, ist es zudem ein ungeschrie­benes Gesetz, dass Arbeiten eines anderen Künstlers nicht übersprüht werden.“

An den vor über 20 Jahren von ihm gestaltete­n Motiven an der Göppinger Sonnenbrüc­ke und im Jugendhaus sei nicht viel passiert. Dem Schultes schweben auch an anderer Stelle Gratis vor, nämlich in der Unterführu­ng. Die sollen bald Schüler oder Jugendlich­e unter Anleitung von Reinald Pehla verschöner­n.

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Foto: Inge Czemmel Vor dem Trafohäusc­hen in Eschenbach-nord: Kevin Zadravec, der Künstler Reinald Pehla und Melanie Bühner.

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