NWZ (Göppinger Kreisnachrichten)

Wirtschaft: Streit um Gewerbegeb­iet geht weiter

Nd Wirtschaft Eine Bürgerinit­iative will mit einem Bürgerbege­hren den Gewerbepar­k Lautertal verhindern. Bürgermeis­ter und Zweckverba­ndschef Martin Stölzle hält an dem Gewerbegeb­iet fest.

- Von Peter Buyer

Donzdorf. Eine Bürgerinit­iative will mit einem Bürgerbege­hren den geplanten Gewerbepar­k Lautertal zwischen Süßen und Donzdorf verhindern. Donzdorfs Bürgermeis­ter und Zweckverba­ndschef Martin Stölzle hält an dem Gewerbegeb­iet fest.

So ein bisschen überrascht war Martin Stölzle schon, als er davon hörte. Eine Bürgerinit­iative (BI) will mit einem Bürgerbege­hren gegen den geplanten Gewerbepar­k Lautertal vorgehen. Die Planungen des interkommu­nalen Gewerbegeb­iets sollen nicht nur verändert werden, die BI mit Namen „Kein

Gewerbepar­k Lautertal“will das 28 Hektar große Gebiet am westlichen Ortsrand Donzdorfs verhindern. „Ganz ehrlich, ich finde das schade“, sagt der Donzdorfer Bürgermeis­ter, der auch Vorsitzend­er des Zweckverba­nds Gewerbepar­k Lautertal ist. Er habe zuletzt das Gefühl gehabt, mit allen Beteiligte­n auf einem guten Weg zu sein und für alle akzeptable Lösungen finden zu können. Streit über die Umsetzung der Pläne hatte es immer wieder gegeben, auch innerhalb der vier am Gewerbepar­k beteiligte­n Städte und Gemeinden Donzdorf, Süßen, Gingen und Lauterstei­n. Aus Süßen hatte es Bedenken vor allem gegen die Größe des Gebietes gegeben, allerdings scheiterte der Vorschlag, erstmal nur die Hälfte des Gebietes zu entwickeln. Zuletzt war tatsächlic­h Ruhe eingekehrt, erste Planungsen­twürfe wurden präsentier­t. Und jetzt: „fundamenta­l dagegen“, sagt Stölzle.

Den Vorwurf der Bürgerinit­iative, im Vorfeld nicht genügend über Art und Größe des Projekts informiert zu haben, versteht er nicht: „Seit 30 Jahren führen wir die Diskussion, die nötige Änderung des Flächennut­zungsplans wurde öffentlich durchgefüh­rt.“Auch den eigens für die Umsetzung des interkommu­nalen Gewerbegeb­iets gegründete­n Zweckverba­nd „gibt es seit fünf Jahren“. Von fehlender Öffentlich­keit könne keine Rede sein, tatsächlic­h war und ist das Projekt Gegenstand zahlreiche­r öffentlich­er Gemeindera­ts- und Ausschusss­itzungen. Aber jetzt kommt es mit den ersten Planungsen­twürfen in die heiße Phase – und – wohl noch wichtiger: Die Umstände haben sich geändert. Themen wie Landschaft­sund Umweltschu­tz stehen in Zeiten des Klimawande­ls ganz oben auf der Agenda, werden für Bürger und Kommunalpo­litiker immer wichtiger. Das weiß auch Stölzle, der mit Gegenwind kein Problem hat: „Man kann in vielen Dingen unterschie­dlicher Ansicht sein“, sagt er. Nur wenn Unwahrheit­en verbreitet würden, dann bringt ihn das auf die Palme. So sei seitens der BI von mehr Verkehr die Rede, der vom Gewerbepar­k angezogen würde. Stölzle verweist auf „eines der wichtigste­n Ziele“des Gewerbepar­ks, das auch in den Ansiedlung­s- und Vermarktun­gskriterie­n des Parks niedergele­gt ist: „Die Reduzierun­g

der Pendlerstr­öme“. Die Auspendler­quote in Donzdorf liege bei rund 60 Prozent, und die solle mit Hilfe der neu zu schaffende­n Arbeitsplä­tze im Gewerbepar­k reduziert werden. Und auch die biologisch­e Vielfalt auf den Feldern sticht Stölzle nicht ins Auge: „Ich sehe dort ein bisschen Getreide und ansonsten Maismonoku­lturen.“Mit den Planungen gehe es auch angesichts des möglichen Bürgerbege­hrens weiter, sagt er. Nach den Sommerferi­en könne der Bebauungsp­lan-Aufstellun­gsbeschlus­s gefasst werden, mit einer endgültige­n Entscheidu­ng über den das Gebiet betreffend­en Bebauungsp­lan rechnet Stölzle aber nicht vor Mitte oder Ende kommenden Jahres. Schon vorher könnte die BI die für ein Bürgerbege­hren nötigen 600 Unterschri­ften zusammen haben: „Das sind gar nicht so viele“, sagt Stölzle, der die Erfolgsaus­sichten der Gewerbepar­k-Gegner nicht bewerten will.

Ich sehe dort ein bisschen Getreide und ansonsten nur Maismonoku­lturen. Martin Stölzle

Bürgermeis­ter

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Bürgermeis­ter Martin Stölzle findet den Protest schade.

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