An­ge­klag­ter schweigt zu Miss­brauch

Pro­zess am Land­ge­richt Ge­ra

Ostthüringer Zeitung (Bad Lobenstein) - - Thüringen -

Ge­ra. In ei­nem Pro­zess we­gen se­xu­el­len Miss­brauchs muss sich seit Mon­tag ein 55 Jah­re al­ter Mann vor dem Land­ge­richt Ge­ra ver­ant­wor­ten.

Die Staats­an­walt­schaft wirft ihm vor, im Som­mer 2017 ein sie­ben Jah­re al­tes Mäd­chen in Ge­ra se­xu­ell miss­braucht zu ha­ben. Der Stief­toch­ter ei­ner Freun­din sei­ner Frau soll er nicht nur ein por­no­gra­fi­sches Bild ge­zeigt, son­dern sie auch in der Nacht im In­tim­be­reich an­ge­fasst ha­ben.

Zum Pro­zess­auf­takt äu­ßer­te sich der An­ge­klag­te nicht zu den Tat­vor­wür­fen. Im Er­mitt­lungs­ver­fah­ren hat­te er zwar ein­ge­räumt, dass das Mäd­chen bei ihm über­nach­tet ha­be. Den se­xu­el­len Miss­brauch be­stritt er je­doch. Zum nächs­ten Ver­hand­lungs­ter­min am kom­men­den Mon­tag will das Land­ge­richt das mut­maß­lich ge­schä­dig­te Kind hö­ren. Zu­dem ist beim Pro­zess der zwei­ten Straf­kam­mer ge­plant, dass zwei Sach­ver­stän­di­ge ih­re Gut­ach­ten zum Fall vor­tra­gen.

Der Mann ist mehr­fach ein­schlä­gig vor­be­straft und stand be­reits zu DDR-Zei­ten we­gen sol­cher De­lik­te vor Ge­richt. Nach der Wen­de war er zu­letzt zu ei­ner vier­jäh­ri­gen Haft­stra­fe und zu ei­ner Un­ter­brin­gung in ei­ner Spe­zi­al­kli­nik ver­ur­teilt wor­den.

Der se­xu­el­le Miss­brauch von Kin­dern wird laut Straf­ge­setz­buch mit ei­ner Frei­heits­stra­fe von sechs Mo­na­ten bis zu zehn Jah­ren be­straft. (tz) Er­furt/Wei­mar. Heu­te sit­zen die Vor­sit­zen­den der Land­tags­frak­tio­nen von CDU, Lin­ke, SPD und Grü­ne bei­sam­men, um über das Thü­rin­ger Ver­fas­sungs­ge­richt zu re­den. Das Pro­blem ist be­kannt: Seit der bis­he­ri­ge Prä­si­dent Man­fred Asch­ke vor ei­nem knap­pen Mo­nat die Al­ters­gren­ze er­reich­te, ist der Ge­richts­hof oh­ne Chef.

Schon zwei­mal – im Fe­bru­ar und im März – stand die Nach­wahl um­sonst auf der Ta­ges­ord­nung des Par­la­ments, weil sich die vier Frak­tio­nen nicht auf ei­nen ge­mein­sa­men Kan­di­da­ten ei­ni­gen konn­ten. Ein Kom­pro­miss ist nö­tig, weil Ver­fas­sungs­rich­ter von min­des­tens ei­ner Zwei­drit­tel-Mehr­heit des Par­la­ments ge­wählt wer­den müs­sen. Und da­für braucht Rot-Rot­Grün

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