Den Haus­rat rich­tig ver­si­chern

Ist gro­be Fahr­läs­sig­keit ein­ge­schlos­sen? Passt die Sum­me? Wor­auf Ver­brau­cher bei Ab­schluss ei­ner Po­li­ce ach­ten soll­ten

Ostthüringer Zeitung (Bad Lobenstein) - - Ratgeber -

Ver­si­che­rung am En­de zahlt oder nicht.

So woll­te ein Ver­si­che­rer nach ei­nem Ein­bruch nicht zah­len, weil sein Kun­de den Haus­tür­schlüs­sel nur ein­mal um­ge­dreht hat­te, als er aus dem Haus ging – das sah das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Ko­blenz als nur fahr­läs­sig an. Für zwei St­un­den fort sein, aber die Tür nur zu­zie­hen, galt da­ge­gen dem Land­ge­richt Kas­sel als grob fahr­läs­sig; die Ver­si­che­rung brauch­te im End­ef­fekt nur an­tei­lig zah­len.

Ein­bruch mel­den, Kar­ten un­ver­züg­lich sper­ren

Kür­zen konn­te der Ver­si­che­rer sei­ne Leis­tung auch im Fall ei­nes acht­jäh­ri­gen Jun­gen, der in der el­ter­li­chen Woh­nung ein Feu­er­zeug fand und da­mit ei­nen Brand ver­ur­sach­te, weil das OLG Nürn­berg das als grob fahr­läs­sig wer­te­te. Nur als fahr­läs­sig be­fand das Land­ge­richt Sie­gen da­ge­gen das ver­se­hent­li­che Ab­de­cken ei­nes noch an­ge­schal­te­ten Her­des; die Ver­si­che­rung muss­te für den Brand­scha­den al­so kom­plett auf­kom­men.

Es zeigt sich: Wer gro­be Fahr­läs­sig­keit nicht von vorn­her­ein mit­ver­si­chert, lässt sich auf das Ri­si­ko ei­nes lan­gen Rechts­streits ein, der sich über meh­re­re In­stan­zen zie­hen kann und des­sen Aus­gang al­les an­de­re als si­cher ist. An­ge­sichts von et­wa ei­ner Mil­li­on Ver­si­che­rungs­fäl­le im Be­reich Haus­rat pro Jahr ist man nach An­sicht von Ver­brau­cher­schüt­zern gut be­ra­ten, ei­nen Ta­rif zu wäh­len, der gro­be Fahr­läs­sig­keit mit ab­si­chert.

Ei­nes gibt Ka­rin Rol­ler von der Ver­brau­cher­zen­tra­le aber noch zu be­den­ken: „Auch wenn man gro­be Fahr­läs­sig­keit ein­schließt, ist man da­mit nicht von al­len Pflich­ten ent­bun­den. Die ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Oblie­gen­hei­ten müs­sen trotz­dem ein­ge­hal­ten wer­den.“

Da­zu ge­hört et­wa, ei­nen Ein­bruch gleich der Po­li­zei zu mel­den, ab­han­den­ge­kom­me­ne Geld- und Kre­dit­kar­ten un­ver­züg­lich sper­ren zu las­sen und auch die Ver­si­che­rung schnellst­mög­lich über den Scha­den zu in­for­mie­ren. All dies dür­fe man auch als Be­sit­zer ei­ner Kom­fort­Haus­rats­po­li­ce nicht ver­säu­men.

Ist der Scha­den fahr­läs­sig ver­ur­sacht wor­den? Vie­le Ver­si­che­rer ha­ben mitt­ler­wei­le Ta­ri­fe am Markt, die die­sen Um­stand nicht un­ter­su­chen. Al­ler­dings führt dies zu hö­he­ren Bei­trä­gen. Foto: IStock

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