Kret­sch­mer: Aus­stieg dau­ert

Ostthüringer Zeitung (Bad Lobenstein) - - Politik -

Dres­den. Sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Micha­el Kret­sch­mer (CDU) hat vor den Fol­gen ei­nes über­stürz­ten Aus­stiegs aus der Braun­koh­le ge­warnt. „Der har­te Struk­tur­bruch wie 1990, nach dem En­de der DDR, darf sich bei der Koh­le kei­nes­falls wie­der­ho­len“, sag­te Kret­sch­mer der „Leip­zi­ger Volks­zei­tung“. Es ge­be so­wohl die Chan­ce als auch das Geld, den Struk­tur­wan­del ver­ant­wort­lich zu gestal­ten, er­gänz­te Kret­sch­mer: „Da­für brau­chen wir bei der Braun­koh­le noch 20 Jah­re Zeit.“Die Bun­des­re­gie­rung for­der­te Kret­sch­mer auf, ent­spre­chen­de Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen. (epd)

Es ist so ganz nach dem Ge­schmack von Mon­sieur le Pré­si­dent. Am Mon­tag­nach­mit­tag emp­fängt Em­ma­nu­el Ma­cron den ka­na­di­schen Pre­mier, Jus­tin Tru­deau, Chef ei­nes wich­ti­gen Na­to-Mit­glieds und auf der Ska­la der welt­weit cools­ten Po­li­ti­ker ganz vorn. Bei dem Tref­fen geht es auch um die jüngs­ten Mi­li­tär­schlä­ge der USA, Frank­reichs und Groß­bri­tan­ni­ens ge­gen mut­maß­li­che Che­mie­waf­fen-Zie­le in Sy­ri­en. Zu­vor hat Ma­cron be­reits mit der neu­see­län­di­schen Re­gie­rungs­che­fin, Ja­c­in­da Ar­dern, im Ély­sée-Pa­last über ein EU-Frei­han­dels­ab­kom­men ge­spro­chen.

Pa­ris ist wie­der ei­ne der di­plo­ma­ti­schen Welt-Me­tro­po­len – und Ma­cron mit­ten­drin. Vor al­lem auf der Büh­ne des Sy­ri­en­kon­flikts will der Fran­zo­se ei­ne Haupt­rol­le spie­len, ne­ben US­Prä­si­dent Do­nald Trump und der bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­te­rin, The­re­sa May. Frank­reich ist per­ma­nen­tes Mit­glied im UN-Si­cher­heits­rat, Atom­macht und in­ner­halb kur­zer Zeit zu Mi­li­tär­ak­tio­nen fä­hig.

Ma­cron woll­te Er­do­gan, Pu­tin und Ro­ha­ni tref­fen

Die Kunst der Ins­ze­nie­rung be­herrscht der Prä­si­dent meis­ter­haft. Am Sonn­tag­abend schlen­dert Ma­cron Hand in Hand mit Ehe­frau Bri­git­te die Trep­pe zum Théât­re na­tio­nal de Chail­lot hin­un­ter, ei­nem der fünf Thea­ter­be­trie­be in Pa­ris, wo er spä­ter ein TV-In­ter­view ge­ben wird. Dort er­greift der Prä­si­dent so­fort die Initia­ti­ve. Er wol­le Russ­land und die Tür­kei an den Ver­hand­lungs­tisch ho­len. Die Auf­ga­be Frank­reichs sei es, „mit al­len zu spre­chen“, sagt Ma­cron.

Er ha­be ur­sprüng­lich ge­plant, in die Tür­kei zu rei­sen und sich dort mit Kreml­chef Wla­di­mir Pu­tin, dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten, Re­cep Tay­yip Er­do­gan, und dem ira­ni­schen Staats­chef, Has­san Ro­ha­ni, zu tref­fen, un­ter­streicht der Prä­si­dent. Ma­cron, der di­plo­ma­ti­sche Zau­ber­künst­ler. Der Mann, der nicht nur Herr über das Mi­li­tär ist, son­dern der sich im sy­ri­schen Teu­fels­kreis auch die di­plo­ma­ti­schen Gla­cé­hand­schu­he über­strei­fen kann. Doch der Che­mie­waf­fen­ein­satz in der Stadt Du­ma und das Vor­ge­hen in Os­tGhu­ta hät­ten die­sen Plan durch­kreuzt, so Ma­cron.

Frank­reich woll­te am Mon­tag mit ei­ner UN-Re­so­lu­ti­on ei­nen neu­en An­lauf zur Ent­schär­fung des Sy­ri­en­kon­flik­tes un­ter­neh­men, hieß es aus Di­plo­ma­ten­krei­sen in New York. Der Re­so­lu­ti­ons­ent­wurf soll die drän­gends­ten Fra­gen an­ge­hen: Das sy­ri­sche Che­mie­waf­fen­pro­gramm soll nach­weis­bar be­en­det wer­den. Zu klä­ren sei zu­dem, wer für die Gift­gas­an­grif­fe ver­ant­wort­lich sei. Ei­ne Waf­fen­ru­he und ein ge­si­cher­ter Zu­gang für Hel­fer sol­len den Weg zu ei­ner lang­fris­ti­gen po­li­ti­schen Lö­sung eb­nen.

Au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) hat­te zu­vor eben­falls von ei­ner po­li­ti­schen Initia­ti­ve ge­spro­chen – al­ler­dings nicht im Al­lein­gang. Deutsch­land wol­le sich zu­sam­men mit Frank­reich für die Schaf­fung ei­nes „in­ter­na­tio­na­len For­mats ein­fluss­rei­cher Staa­ten“ein­set­zen, das den po­li­ti­schen Pro­zess vor­an­brin­gen kön­ne, be­ton­te er im ZDF.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel te­le­fo­nier­te we­gen der La­ge in Sy­ri­en mit Er­do­gan. Sie hät­ten sich über Mög­lich­kei­ten aus­ge­tauscht, den po­li­ti­schen Pro­zess dort vor­an­zu­trei­ben, teil­te Re­gie­rungs­spre­cher Sei­bert mit. „Sie wa­ren sich ei­nig, dass dies

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