Ei­ne groß­ar­ti­ge Mah­ler-In­ter­pre­ta­ti­on

Chris­ti­na Fass­ben­der wird als Gast­vir­tuo­sin im . Sin­fo­nie­kon­zert der Vogt­land Phil­har­mo­nie ge­fei­ert

Ostthüringer Zeitung (Bad Lobenstein) - - Kultur & Freizeit -

ge­gen­wär­tig be­ru­fens­te Kon­zert­flö­tis­tin, be­stach mit ih­rer per­fek­ten Spiel­tech­nik und wun­der­schö­nen Ton­ge­bung, mehr je­doch noch mit ih­rer mu­si­kan­ti­schen Em­pa­thie für die Schön­hei­ten die­ses Kon­zer­tes, das sei­ne Hö­he­punk­te in dem herr­lich at­mo­sphä­ri­schen Len­to-Satz und dem bur­schi­kos-ele­gan­ten Rondofi­na­le hat­te, von der Phil­har­mo­nie sehr auf­merk­sam be­glei­tet.

Zum Hö­he­punkt des Kon­zert­abends avan­cier­te je­doch die Dar­bie­tung der 5. Sin­fo­nie von Gus­tav Mah­ler. Es ist schier un­glaub­lich, was der Kom­po­nist hier in höchs­ter sin­fo­ni­scher Meis­ter­schaft bün­delt, qua­si das ge­sam­te da­mals zu­gäng­li­che mu­si­ka­li­sche Er­be aus­schöp­fend, auch Neu­es, schein­bar Un­ver­ein­ba­res bis hin zum Tri­via­lem nut­zend – ein mu­si­ka­li­scher Kos­mos des Sin­fo­ni­schen im Fin de siè­cle. Der to­sen­de Bei­fall galt si­cher auch der Fas­zi­na­ti­on die­ser Mah­ler­schen Mu­sik.

Für das phil­har­mo­ni­sche En­sem­ble war die­se Sin­fo­nie die an­spruchs­volls­te Her­aus­for­de­rung der ge­sam­ten Kon­zert­sai­son. Ih­re In­ter­pre­ta­ti­on ge­lang über al­le Ma­ßen be­ein­dru­ckend, ob­wohl der Mah­ler­sche Orches­ter­satz mit sei­ner Viel­schich­tig­keit und sei­nen schier un­zäh­li­gen Ein­sät­zen und So­li an den Pul­ten die Phil­har­mo­ni­ker bis an die Gren­zen selbst ih­rer phy­si­schen Leis­tungs­fä­hig­keit ge­trie­ben hat. Den­noch blieb die Dar­bie­tung durch­sich­tig und über na­he­zu al­le fünf Sät­ze hin­weg prä­zi­se, dy­na­misch und in der Ar­ti­ku­la­ti­on fas­set­ten­reich selbst in den klei­nen De­tails – ei­ne er­staun­li­che Leis­tung! Gera­de die Scharf­rich­ter die­ser Sin­fo­nie, der na­he­zu ag­gres­siv-dra­ma­ti­sche zwei­te und der so sar­kas­tisch ge­mein­te drit­te Satz, sind aus­neh­mend gut ge­lun­gen. Auch die schöns­te Lie­bes­er­klä­rung der Gat­tung Sin­fo­nie, das herr­li­che Ad­a­giet­to, ging un­ter die Haut. Kurz­um: Die­ser Mah­ler wur­de von den Phil­har­mo­ni­kern mit In­brunst mu­si­ziert – ein Ver­dienst ins­be­son­de­re von Da­vid Mar­low, der die In­ter­pre­ta­ti­on si­cher führ­te – man spür­te ge­ra­de­zu, wie ihm die­ses Werk am Her­zen lag.

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