Ge­den­ken als eh­ren­vol­le Auf­ga­be

Ostthüringer Zeitung (Bad Lobenstein) - - Oberland -

Zum Bei­trag „Er­in­ne­rung an den To­des­marsch“, OTZ vom 24. März:

Laut Le­xi­ka sind Ge­denk­ta­ge per­sön­li­che oder ge­mein­schaft­li­che Er­in­ne­run­gen, die be­son­ders für die Nach­welt be­deut­sam sind.

Sie do­ku­men­tie­ren Er­leb­tes, fin­den sich wie­der in viel­fäl­ti­ger Art und Wei­se, so­wohl schrift­lich oder in Form von Ton- und Bild­auf­zeich­nun­gen. Le­bens­lauf, Ge­scheh­nis­se, Pro­to­kol­le, Chro­ni­ken und Ta­ge­buch­auf­zeich­nun­gen bie­ten da­zu die Grund­la­ge für wahr­heits­ge­tra­ge­ne Aus­sa­gen.

In je­der Kom­mu­ne, in Städ­ten, Be­trie­ben und ge­sell­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen soll­ten be­fä­hig­te Per­so­nen ge­won­nen wer­den, die sich für die­se eh­ren­vol­le Auf­ga­be zu­stän­dig füh­len. Wie deu­tet sich im Ober­land die­se Pio­nier­ar­beit an?

In der Re­gel be­sit­zen fast al­le Schul­ein­rich­tun­gen Na­men von re­prä­sen­ta­ti­ven Per­sön­lich­kei­ten, so un­ter an­de­rem die „Ge­schwis­ter Scholl Schu­le“in Blan­ken­berg, die „Ju­ri Ga­ga­rin Schu­le“in Blan­ken­stein, um nur zwei zu nen­nen. Vor der 1989er Wen­de fan­den die­se Na­men im schu­li­schen- und au­ßer­schu­li­schen Be­reich ih­re Be­ach­tung.

Auch der Lei­dens­weg der Bu­chen­wald­häft­lin­ge le­gen wie im Fall Har­ra und Blan­ken­stein, so­wie der von ei­nem DDR-Ge­richt zum To­de ver­ur­teil­te Man­fred Smol­ka in Tit­schen­dorf, Zeug­nis ab.

Al­ler­dings be­nö­tig­te die Kom­mu­ne 15 Jah­re bis der Ge­denk­stein er­rich­tet war. Da­für ge­bührt dem Schlei­zer Ste­fan Gruh­ner Dank und An­er­ken­nung.

In der brau­nen und to­ten Ver­gan­gen­heit war­ten noch vie­le Ge­scheh­nis­se und Na­men ei­ner ge­schicht­li­chen Be­wer­tung. So wirk­te in Lo­ben­stein (heu­te Bad Lo­ben­stein) ein Andreas Fri­cke als Amts­ge­richts­re­fe­rent, da­nach in Ber­lin am Volks­ge­richts­hof (VGH) als Er­mitt­lungs­rich­ter und nach Kriegs­en­de in West­deutsch­land in Braun­schweig Land­ge­richts­rat, Na­zi­grö­ßen wie Hit­ler oder Ro­bert Ley wa­ren be­reits vor 1933 hier im Um­feld zu se­hen. In Blan­ken­berg eta­blier­te sich ei­ne NSDAP-Volks­grup­pe seit dem 13. Ja­nu­ar 1930.

In Sa­chen Ethik und Moral bie­tet sich die Ber­li­ne­rin Eli­sa­beth Cal­las zur öf­fent­li­chen Sicht­bar­ma­chung an. Die 104-jäh­ri­ge war 2011 „Deutsch­lands ei­ser­ne Jung­frau“. Ihr Sein ist durch­aus ge­schichts­wür­dig. So meint hier­zu der Ly­ri­ker Ernst R. Hausch­ka (1926 bis 2012): „Wer die Wahr­heit hö­ren will, den soll­te man vor­her fra­gen, ob er sie er­tra­gen kann.“Dar­aus er­gibt sich für un­se­re west­li­chen Lands­leu­te der Leit­spruch: „Was man aus­grenzt, wird stär­ker!“(ge­kürzt)

Sieg­mar Kno­bloch, Blan­ken­stein

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Um 7.02 Uhr schrill­te bei den Feu­er­weh­ren in Külm­la und Schön­dorf der Alarm. als die ers­ten Ein­satz­kräf­te ein­tra­fen, ha­be der Wa­gen al­ler­dings be­reits voll­stän­dig ge­brannt. Der Schlei­zer Stadt­brand­meis­ter Ron­ny Schu­berth er­ör­tert: „Da

Lich­ter­loh brennt am Mon­tag­mor­gen ein Maz­da bei Külm­la. Foto: Ron­ny Schu­berth

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