Wolf im Ilm-Kreis stammt aus Bay­ern

Ein aus­ge­wai­de­tes Wild­schaf wur­de be­reits im April ge­fun­den. Nun stellt das Um­welt­mi­nis­te­ri­um die Er­geb­nis­se der DNA-Ana­ly­se vor

Ostthüringer Zeitung (Bad Lobenstein) - - Thüringen -

ein Wolfs­rüde zu­ge­schla­gen, der nach­weis­lich aus ei­nem Ru­del stammt, das im Bay­ri­schen Wald und Böh­mer­wald sein Re­vier hat. Der Jung­wolf war 2017 im bay­risch-böh­mi­schen Ge­biet ge­bo­ren wor­den. Mit Be­ginn der Ge­schlechts­rei­fe ver­las­se der Nach­wuchs in der Re­gel das el­ter­li­che Ter­ri­to­ri­um und su­che sich sein ei­ge­nes Re­vier, hieß es aus dem Mi­nis­te­ri­um.

Ob der Wolf nun hier hei­misch sei oder nur auf der Durch­rei­se war, las­se sich aber nicht sa­gen. Nur so viel: Wei­te­re Nach­wei­se da­für, dass er noch rings um Dann­heim ak­tiv ist, gab es nicht. Auch im Rah­men des in­ten­si­ven Fo­to­fal­len- und ge­ne­ti­schen Mo­ni­to­rings auf dem Trup­pen­übungs­platz fiel er nicht noch ein­mal auf. Ob das Tier auf dem Vi­deo ein Wolf sei, las­se sich nicht zu 100 Pro­zent sa­gen, sei aber wahr­schein­lich, be­ton­te ges­tern Sil­ves­ter Tamás vom Na­bu. Er ist Spre­cher der Lan­des­ar­beits­grup­pe Wolf und Luchs. Sil­ves­ter Tamás rech­net da­mit, dass sich ver­schie­de­ne Wolf­s­po­pu­la­tio­nen, die es in Deutsch­land gibt, auf lan­ge Sicht mit­ein­an­der ver­net­zen.

Thü­rin­gen sei da­für das klas­si­sche Tran­sit­land. So, wie sich hier wich­ti­ge Ver­kehrs­we­ge kreu­zen, wan­dern auch Tie­re von Ost nach West, Nord nach Süd hier durch. In­so­fern sei es nur ei­ne Fra­ge der Zeit, bis sich hier wei­te­re Wöl­fe an­sie­deln – zu­mal sie im Frei­staat die nö­ti­gen Rück­zugs­räu­me fin­den.

Na­tür­lich sei es aber wich­tig, da­bei die Be­völ­ke­rung und die Land­wir­te mit­zu­neh­men. Thü­rin­gen soll dem­nächst kom­plett als Wolfs­land klas­si­fi­ziert wer­den – was et­wa Schaf­hal­tern er­mög­licht, be­son­de­re Schutz­maß­nah­men für ih­re Her­den för­dern zu las­sen. Kommt es den­noch zu Wolfs­ris­sen, wer­den sie ent­schä­digt.

Der Wöl­fin vom Trup­pen­übungs­platz ge­he es der­weil gut, sagt Tamás. Nur ein Jun­ges vom ver­gan­ge­nen Jahr sei noch bei ihr. Der Hy­bri­de soll ge­fan­gen wer­den. Wei­te­rer Nach­wuchs ha­be sich nicht ein­ge­stellt.

Wöl­fin vom Übungs­platz 2018 oh­ne Nach­wuchs

Mehr­fach kam es in der Re­gi­on zu Wolfs­ris­sen. Hier un­ter­sucht ein Ex­per­te ein Schaf im Jo­nas­tal. Meist wer­den Pro­ben ent­nom­men, um Gen­tests durch­füh­ren zu kön­nen. Ar­chiv-Fo­to: Hans-Pe­ter Sta­der­mann

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