Was ist für Sie Zu­hau­se,

Ostthüringer Zeitung (Bad Lobenstein) - - Freizeit -

Ich w chs in Mühl­hau­sen auf und ha­be nie wo­an­ders ge­lebt, aber mit dem Land Thü­rin­gen als Ver al­tungs­ge­bil­de ver­bin­det mich eher we­nig. An der Ent- wick­lung des Bun­des­lan­des wa- ren mei­ne Frau und ich nur für kur­ze Zeit be­tei­ligt. Als man An- fang der 1990er-Jah­re über die Na­men „Frei­staat“oder „Land“stritt, wa­ren das für mich Sand­kas­ten­spie­le. Ein Land „Mit­tel­deutsch­land“ge­mein­sam mit Sach­sen und An­halt wä­re mir lie­ber ge­we­sen als ein Bun­des­land in Zwer­gen­grö­ße. Mühl­hau­sen selbst ist ei­ne lie­bens­wer­te Stadt mit schö­ner Um­ge­bung und rei­cher Ge­schich­te. Die mit­tel­al­ter­li­chen Wehr­bau­ten und K rchen aus dem hei­mi- schen Tra­ver­tin sind schon be­ein­dru­ckend. Zu Eh­ren­bür­gern Mühl­hau­sens w rden mei­ne Frau und ich dank un­se­res bür­ger­recht­li­chen En­ga­ge­ments. In evan­ge­li­schen K rchen­krei­sen kur­sier­ten in den 1980er-Jah­ren un­ter der De­cke For­de­run­gen zu Re­for­men in der DDR. Es wa- ren Per­so­nen ge­fragt, um die­ses Stre­ben nach Frei­heit und De­mo­kra­tie be­kannt zu ma­chen und zu bün­deln. Das ha­ben wir da­mals ge­tan. Aber mei­ne Eh­ren­bür­ger­ur­kun­de an die Wand zu hän­gen, wä­re für mich wie ein K opf an der Ba­cke. Heu­te freue ich mich über fri­sche Fas­sa­den, Denk­malpf ege, in­tak­te Stra­ßen und gepf eg­tes Grün so- wie pri­vat­ge­schäft­li­che Initia­ti­ven, die ei­nen Stadt­spa­zier­gang an­ge­nehm ma­chen. Für das Stadt­bild stö­rend emp­fin­de ich ver­korks­te Bau­entw rfe an öf­fent­li­chen Bau­ten, ei­ni­ge un­an­sehn­li­che Stadt­ein­gangs­stra­ßen und ein­zel­ne, un­k­a­schier­te Rui- nen. Un­se­re Woh­nungs­ein­rich-

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.