Ver­wal­tungs­ge­richt: „Die Sa­che ist bri­sant“

Güt­li­che Ei­ni­gung ist das Ziel im ju­ris­ti­schen Streit ums Bio­heiz­kraft­werk Ei­sen­berg vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ge­ra

Ostthüringer Zeitung (Eisenberg) - - Kultur & Freizeit -

Ver­kaufs des Bio­heiz­kraft­wer­kes (BHE) an die pri­va­te Ei­sen­ber­ger Ener­gie Gm­bH. Der Ei­sen­ber­ger Un­ter­neh­mer Thomas Traub, Ge­schäfts­füh­rer von Co­la­nar, hat­te am Ver­wal­tungs­ge­richt ge­gen den Frei­staat Thü­rin­gen, ins­be­son­de­re die Kom­mu­nal­auf­sicht im Saa­leHolz­land-Kreis ge­klagt. Un­ter­neh­mer Traub be­müht sich seit et­wa ei­nem Jahr, Kauf­ver­hand­lun­gen für das BHE auf­zu­neh­men. Da­für woll­te er Ein­blick in die Bi­lan­zen und Ver­bind­lich­kei­ten des an­ge­schla­ge­nen Un­ter­neh­mens. Traubs Kla­ge fußt dar­auf, dass er die­se Ein­sicht zu­nächst nicht ge­währt be­kom­men ha­be. Wor­auf­hin er sich an die Kom­mu­nal­auf­sicht ge­wandt hat­te. Die­se war in ei­nem Schrei­ben vom 14. No­vem­ber 2017 aber da­von aus­ge­gan­gen, dass er die ge­wünsch­te Ak­ten­ein­sicht be­kom­men ha­be.

Nach ei­nem Wi­der­spruch Traubs be­rief sich die Kom­mu­nal­auf­sicht in ei­nem wei­te­ren Schrei­ben auf ei­ne Stel­lung­nah­me des da­mals am­tie­ren­den Bür­ger­meis­ters und ver­wies dar­auf, dass sie kei­nen An­lass für Zwei­fel an den An­ga­ben von Wit­kop ha­be. Da­ge­gen war Traub ge­richt­lich vor­ge­gan­gen und hat ge­for­dert, dass es die Kom­mu­nal­auf­sicht un­ter­las­sen soll zu äu­ßern, dass er Ein­sicht in die Un­ter­la­gen zum Bio­heiz­kraft­werk ge­habt ha­be.

Nach dem nicht­öf­fent­li­chen Er­ör­te­rungs­ter­min am gest­ri­gen Vor­mit­tag stell­te Ver­wal­tungs­ge­richts­spre­cher Ame­lung auf Nach­fra­ge die­ser Zei­tung fest: „Die Sa­che ist bri­sant.“Ob das The­ma der Ge­heim­hal­tung un­ter­lie­gen müs­se, sei für ihn aber nicht er­sicht­lich. Die Be­haup­tung, dass Traub Ein­sicht in die Un­ter­la­gen des BHE ge­habt ha­be, sei „pau­schal wohl nicht rich­tig“, stell­te Bernd Ame­lung fest.

Der Jus­ti­zi­ar des Land­rats­am­tes, Thomas Kus­ke, wur­de ges­tern zum Er­ör­te­rungs­ter­min von Ei­sen­bergs 1. Bei­ge­ord­ne­tem Wit­kop be­glei­tet. Wit­kop ha­be sich an et­li­che De­tails aus dem Vor­jahr nicht mehr er­in­nert in der Er­ör­te­rung, be­rich­te­te Ame­lung da­nach. Es sei bei­spiels­wei­se un­klar ge­blie­ben, ob Wit­kop die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den des Stadt­ra­tes über die Schrei­ben der Kom­mu­nal­auf­sicht in­for­miert hat­te oder nicht. Zu­wei­len sei un­klar ge­blie­ben, was Wahr­heit ist oder Er­in­ne­rung. Doch müss­ten von bei­den Sei­ten Ab­stri­che ge­macht wer­den.

Am En­de des Er­ör­te­rungs­ter­mins ha­ben sich – so der Ge­richts­spre­cher – die Par­tei­en auf ei­ne „klar­stel­len­de Erklärung“ge­ei­nigt. Bis En­de Sep­tem­ber soll die­se Erklärung aus­ge­han­delt sein. Bis Mit­te Ok­to­ber soll dem Ver­wal­tungs­ge­richt mit­ge­teilt wer­den, ob sich die Streit­par­tei­en ge­ei­nigt ha­ben. Dann wür­de Traub sei­ne Kla­ge zu­rück­zie­hen und das Ver­wal­tungs­ge­richts­ver­fah­ren könn­te ge­ge­be­nen­falls be­en­det wer­den.

Am Ver­wal­tungs­ge­richt wur­de ges­tern ein Streit um den BHE-Ver­kauf er­ör­tert. Fo­to: An­ge­li­ka Mun­te­anu

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