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Ostthüringer Zeitung (Eisenberg) - - Freizeit -

ie Piz­za und Spa­ghet­ti gilt auch die Man­do­li­ne als ty­pisch für Ita­li­en. Al­do Ar­bus­ti kommt aus die­sem Land in Sü­d­eu­ro­pa, und er ist ein Meis­ter der klas­si­schen Man­do­li­ne.

Im Al­ter von zehn Jah­ren hat er mit dem In­stru­ment an­ge­fan­gen – und auch nach 58 Jah­ren noch nicht ge­nug da­von.

Ein biss­chen sieht die Man­do­li­ne wie ei­ne klei­ne Gi­tar­re aus: Sie hat ei­nen Kor­pus aus Holz. Die­ser ist bei der klas­si­schen Man­do­li­ne al­ler­dings nicht flach, son­dern eher rund und bau­chig. Ein Griff­brett hat die Man­do­li­ne und na­tür­lich Sai­ten.

An­ders als bei der Gi­tar­re sind es je­doch nicht sechs ein­zel­ne Sai­ten, son­dern vier Dop­pel­sai­ten, ins­ge­samt al­so acht. „Die Dop­pel­sai­ten er­zeu­gen den für die Man­do­li­ne ty­pi­schen Ton“, er­klärt Al­do Ar­bus­ti. „Wäh­rend man bei der Gi­tar­re den Ton mit ei­ner Sai­te spielt, schlägt man ihn mit der Man­do­li­ne mit zwei Sai­ten an.“Die­ser dop­pel­te An­schlag sorgt für Schwung und Tem­po und den ver­spiel­ten Klang der Man­do­li­ne.

„In Ita­li­en wird die Man­do­li­ne zu­dem sehr häu­fig im Tre­mo­lo ge­spielt“, er­klärt Al­do Ar­bus­ti wei­ter. Das be­deu­tet, dass ein Ton in ei­nem kur­zen Zeit­ab­stand mehr­mals wie­der­holt wird. Laut ist die Man­do­li­ne auch. Denn das In­stru­ment wird mit ei­nem Plek­trum ge­spielt. Ein Plek­trum ist ein klei­nes Plätt­chen aus Horn oder Plas­tik, mit dem die Sai­te an­ge­schla­gen wird. Das ist lau­ter als wenn man die Sai­te mit dem Fin­ger an­schlägt.

Al­do Ar­bus­ti zeigt, wie es geht: „Erst schlägt man die obe­re Sai­te von oben und dann die un­te­re Sai­te von un­ten an.“Wich­tig ist, dass die Hand da­bei schön ent­spannt ist. „Sonst ist man nicht schnell ge­nug.“

Al­do Ar­bus­ti ist es wich­tig, dass man die Man­do­li­ne rich­tig spielt. „Da­für muss man sich erst ein­mal or­dent­lich hin­set­zen“, sagt er. In Ita­li­en set­zen sich die Man­do­li­nen-Spie­ler auf ei­nen Stuhl und schla­gen das rech­te Bein über das lin­ke. Die Man­do­li­ne kann so auf dem rech­ten Bein auf­lie­gen. Doch das al­lein reicht nicht. Al­do Ar­bus­ti sagt: „Vie­le neh­men das Plek­trum nicht gut in die Hand.“Man merkt, dass ihn das är­gert.

Är­ger­lich fin­det es Herr Ar­bus­ti auch, dass die meis­ten Leu­te glau­ben, dass man mit der Man­do­li­ne nur al­te Volks­lie­der spie­len kann. Er sagt: „Für die­ses In­stru­ment ha­ben gro­ße Kom­po­nis­ten ge­schrie­ben. Dar­un­ter Mo­zart, Beet­ho­ven und Vi­val­di.“Von Vi­val­di spielt er et­was vor. Vir­tu­os lässt er das Plek­trum über die Sai­ten tan­zen. Toll klingt das und vor al­lem: ganz be­son­ders. (dpa)

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