Auch Män­ner oh­ne Ho­den kön­nen bald Po­li­zis­ten wer­den

In­nen­mi­nis­ter von Bund und Län­dern wol­len ent­spre­chen­de Vor­schrift än­dern. Lob kommt von der FDP

Ostthüringer Zeitung (Greiz) - - Politik -

Män­ner, die nicht al­le männ­li­chen Ge­schlechts­or­ga­ne ha­ben, sol­len zu­künf­tig trotz­dem bei der Bun­des­po­li­zei und dem Bun­des­kri­mi­nal­amt ar­bei­ten kön­nen. Da­für wol­len die In­nen­mi­nis­ter von Bund und Län­dern dem­nächst sor­gen, in­dem sie ei­ne Vor­schrift ab­schaf­fen, die das der­zeit ver­hin­dert. Das geht aus ei­ner Ant­wort des In­nen­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne An­fra­ge der FDP-Frak­ti­on her­vor, die un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt.

Es geht um die „Po­li­zei­dienst­vor­schrift 300“, die die kör­per­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Di­enst bei Bun­des­po­li­zei­be­hör­den re­gelt. Dar­in ist bis­lang un­ter an­de­rem fest­ge­legt, dass der „Ver­lust oder ein die­sem gleich­zu­set­zen­der Schwund bei­der Ho­den“die Taug­lich­keit für den Po­li­zei­dienst grund­sätz­lich aus­schließt. Zu­dem muss laut Vor­schrift bei Be­wer­bern und Be­wer­be­rin­nen das männ­li­che bzw. weib­li­che „Hor­mon­sys­tem in­takt sein“. Va­ria­tio­nen der Ge­schlechts­ent­wick­lung, zum Bei­spiel bei trans- und in­ter­se­xu­el­len Men­schen, sind in der Vor­schrift nicht vor­ge­se­hen.

Die­se Kri­te­ri­en sol­len nun weg­fal­len. Ei­ne Ar­beits­grup­pe von Bund und Län­dern zur Über­ar­bei­tung der Vor­schrift hat, so das In­nen­mi­nis­te­ri­um, ih­re Ar­beit im No­vem­ber 2018 ab­ge­schlos­sen, der Be­richt der Grup­pe soll im Früh­jahr ge­bil­ligt wer­den. An­schlie­ßend soll die Vor­schrif­ten­kom­mis­si­on mit ei­ner Über­ar­bei­tung der Vor­schrift be­auf­tragt wer­den, heißt es in der Ant­wort auf die An­fra­ge. Grund­sätz­lich, heißt es vom In­nen­mi­nis­te­ri­um, wer­de bei Ein­stel­lungs­un­ter­su­chun­gen schon jetzt auf ei­ne Prü­fung die­ser Kri­te­ri­en ver­zich­tet.

Jens Bran­den­burg, Spre­cher der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on für The­men von Schwu­len, Les­ben, Bi-, Trans- und In­ter­se­xu­el­len, be­grüß­te die Ent­schei­dung, die Vor­schrift zu än­dern. „Das ist ein gu­tes Si­gnal für al­le trans­und in­ter­ge­schlecht­li­chen Men­schen, die im Po­li­zei­dienst für un­ser Land ar­bei­ten wol­len“, sag­te Bran­den­burg. „Gu­te Po­li­zei­ar­beit hängt we­der von Ge­schlechts­tei­len, noch von ei­nem ge­schlechts­spe­zi­fi­schen Hor­mon­sys­tem ab.“(tma)

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