Wie ei­ne Ge­lieb­te im Arm der Mu­sik

Die Mu­si­ker des „Un­plug­ged Pro­jects“er­obern das Pu­bli­kum im Sturm und neh­men es mit auf ei­ne Rei­se durch Pop, Soul und Funk

Ostthüringer Zeitung (Greiz) - - Fernsehen Am 1. Januar -

Platz ge­füll­ten Got­tes­haus aus der See­le. Vom ers­ten Stück an hal­ten die Band, die ein­zel­nen Sän­ger und der Chor das Pu­bli­kum wie ei­ne Ge­lieb­te im Arm, die sie bis zum letz­ten Song nicht wie­der los­las­sen wer­den.

Es ist ein biss­chen wie mit dem Ein­ser-Schü­ler, der ei­gent­lich top vor­be­rei­tet ins Re­fe­rat geht und den trotz­dem bis kurz vor dem Un­ter­richts­klin­geln die Zwei­fel pla­gen. Doch mit je­dem Stück fal­len die­se von den Mu­si­kern mehr und mehr ab und sie mer­ken, dass sie hier ein­fach or­dent­lich ab­lie­fern wer­den. Hin­ter und auf der Büh­ne wird das Grin­sen zum Dau­er­gast auf den Ge­sich­tern und die Künst­ler spie­len sich in ei­nen Rausch.

Die Stü­cke des Abends blei­ben da­bei nie­mals stur auf ei­ner Li­nie. Es ent­wi­ckelt sich ei­ne un­be­re­chen­ba­re Rei­se durch die Ge­schich­te des Pops, des Souls und des Funks. Lau­ra Sal­eh, Jo­han­nes Flei­scher, An­nett Wenz und Do­me­ni­ca Pot­tel set­zen mit Ti­teln von Ja­mi­ro­quai, Jaz Delo­re­an, Kan­sas und Joy De­n­ela­ne gleich zu Be­ginn je­ne Duft­mar­ke der Viel­fäl­tig­keit. Mal laut. Mal lei­se. In ei­nem Mo­ment tanz­bar, wie ein Hoch­ge­fühl im Pet­ti­coat. Im nächs­ten nach­denk­lich und zer­brech­lich wie zwei Wo­chen Lie­bes­kum­mer.

Pu­bli­kum wirft den Mu­si­kern Küs­se zu

An­schlie­ßend stampft die Band im Mar­sch­rhyth­mus der Grup­pe Meu­te durch die Ge­hör­hän­ge und der Chor har­mo­niert sich mit A-ca­pel­la-Ge­sang von den Pen­ta­to­nix in die Her­zen. Zur Halb­zeit ha­ben die Mu­si­ker auch den letz­ten im Saal auf ih­rer Sei­te. Je­der Song wird mit to­sen­dem Ap­plaus ge­wür­digt. Der rich­ti­ge Zeit­punkt, das Pu­bli­kum zum Mit­ma­chen auf­zu­for­dern. Stef­fen Schü­rer holt sich als Tom Jo­nes die akus­ti­schen Küs­se der Zu­hö­rer ab. „I just want your Kiss“, sin­gen die Frau­en und Män­ner ab­wech­selnd.

Wel­che Songs ge­spielt wer­den, das mach­ten die Mu­si­ker im Vor­feld aus.

Aber auch Zu­hö­rer­wün­sche wur­den er­füllt. Auf ei­nem die­ser Wunsch­zet­tel stand: „Per­fect Day“von Lou Reed. Und als Jo­han­nes Flei­scher im Schluss­drit­tel den Saal mit den Zei­len „Oh, it‘s such a per­fect day , I‘m glad I spent it with you“um­garnt, ist oh­ne­hin klar, dass wohl je­der be­haup­ten kann, sei­nen letz­ten Sams­tag des Jah­res ge­lun­gen gestal­tet zu ha­ben. Zum Schluss be­tont Alex­an­der Tscha­kert, dass gu­te Mu­si­ker nicht ein­fach vom Him­mel fal­len. „Oh­ne die Mu­sik­schu­len in Zeu­len­ro­da oder an­ders­wo, hät­ten vie­le von uns die Lie­be zur Mu­sik in sich wahr­schein­lich nie ge­weckt“, sagt er.

Lau­ra Sal­eh und die Band schmet­tern gleich zu Be­ginn ein fun­ky Mash-Up der Bee Gees und Ja­mi­ro­quai hin, das die Zu­schau­er mit­reißt.

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