Geld­wä­sche mit deut­schen Im­mo­bi­li­en

Trans­pa­ren­cy-Stu­die schätzt Ge­schäft auf  Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich. Das wä­ren mehr als zehn Pro­zent des Bran­chen­um­sat­zes

Ostthüringer Zeitung (Rudolstadt) - - Wirtschaft -

ver­un­treut ha­ben soll. Sol­len wo­mög­lich kri­mi­nel­le Ge­win­ne rein­ge­wa­schen wer­den, fragt sich der Ber­li­ner Se­nat.

Geld­wä­sche in die­ser Grö­ßen­ord­nung ist in Deutsch­land kein Ein­zel­fall, wie aus ei­ner Stu­die von Trans­pa­ren­cy In­ter­na­tio­nal (TI) her­vor­geht, die den Immobilienmarkt un­ter­sucht hat. In Ba­den-Würt­tem­berg und Nord­rhein-West­fa­len sei eher die Ma­fia ak­tiv, in Ost­deutsch­land eu­ra­si­sche Tä­ter, heißt es. Ex­per­ten schät­zen dem­nach den jähr­li­chen Umsatz der Bran­che mit il­le­gal er­wirt­schaf­te­ten Ver­mö­gen auf rund 30 Mil­li­ar­den Eu­ro – das wä­ren mehr als zehn Pro­zent des ge­sam­ten Im­mo­bi­li­en­um­sat­zes. „Wir ha­ben ein mas­si­ves Pro­blem mit Geld­wä­sche im Im­mo­bi­li­en­sek­tor“, sagt TI-Che­fin Ed­da Müller.

Deutsch­land woll­te mit dem Geld­wä­sche­ge­setz er­folg­rei­cher ge­gen Kri­mi­nel­le vor­ge­hen. „Das Ge­setz ent­hält zu vie­le Schlupf­lö­cher“, be­män­gelt Müller. So muss der wah­re Ei­gen­tü­mer sei­ne Iden­ti­tät beim Kauf in Deutsch­land nicht preis­ge­ben. Im Grund­buch fin­den sich dann nur Fonds­ge­sell­schaf­ten oder die Ge­schäfts­füh­rer nicht nä­her be­zeich­ne­ter Ka­pi­tal­sam­mel­fir­men. Mit ei­ner neu­en Geld­wä­sche­richt­li­nie, mitt­ler­wei­le der fünf­ten, will die EU die­ses Schlupf­loch schlie­ßen. Deutsch­land hat bis Ja­nu­ar 2020 Zeit für die Um­set­zung.

TI sieht noch wei­te­ren Re­ge­lungs­be­darf für ei­nen er­folg­rei­chen Kampf ge­gen Geld­wä­scher. Vor al­lem ha­pert es an Hin­wei­sen von No­ta­ren, Mak­lern oder An­wäl­ten beim Ver­dacht auf Geld­wä­sche. „Die ent­schei­den­den Ak­teu­re mel­den prak­tisch kei­ne Fäl­le“, kri­ti­siert Müller. Für No­ta­re müs­se die Schwei­ge­pflicht da­her auf­ge­ho­ben wer­den. TI for­dert auch ein zen­tra­les Grund­buch, das je­der ein­se­hen darf, so­wie mehr Per­so­nal für Geld­wä­sche­fahn­dung. Zu­dem soll­ten die Er­mitt­lungs­be­hör­den das Ver­mö­gen der Tä­ter ein­zie­hen.

Über Sa­nie­run­gen und Im­mo­bi­li­en­ge­schäf­te wa­schen Kri­mi­nel­le Geld. Fo­to: dpa pa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.