Kom­men Sie gut an

Ostthüringer Zeitung (Rudolstadt) - - Landkreis Saalfeld-rudolstadt - Von Uwe Hei­mow­ski, Deut­sche Evan­ge­li­sche Al­li­anz

In mei­nem Be­ruf bin ich viel un­ter­wegs. Auch an die­sem Wo­che­n­en­de. Vor­trag und Pre­digt in Süd­deutsch­land. „Komm gut an“, sagt mei­ne Frau zum Ab­schied und nimmt mich in den Arm. Lie­be ist be­sorgt. Ich muss auch ein we­nig schmun­zeln: Ob ihr die Dop­pel­deu­tig­keit be­wusst ist? Es ist ei­ne lan­ge Stre­cke, ich wer­de ein paar St­un­den im Au­to sit­zen, das Wet­ter ist die­sig, un­an­ge­nehm zu fah­ren. Ich hof­fe, dass ich gut an­kom­me, oh­ne Stau und oh­ne Un­fall. Und ge­nau so meint es mein Schatz.

Die zwei­te Sei­te: Ich ha­be mich vor­be­rei­tet, wer­de am Red­ner­pult ste­hen, und da sind Men­schen, die mit ei­ner ge­wis­sen Er­war­tung auf mich schau­en. Wer ist schon ganz oh­ne Lam­pen­fie­ber, wenn er vor ei­nem „Pu­bli­kum“steht? Hof­fent­lich kom­me ich (oder bes­ser: das, was ich zu sa­gen ha­be) auch bei Ih­nen gut an.

Ad­vent heißt An­kunft. Gott selbst hat sich auf den Weg zu dem Men­schen ge­macht. Die­ser Ta­ge er­in­nern wir uns dar­an. Gott ist an­ge­kom­men in un­se­rer Welt. Er lag als Kind in der Krip­pe. Er zog als Pre­di­ger durchs Land, der den Men­schen die Lie­be Got­tes in Wort und Tat ver­kün­de­te. Er heil­te Kran­ke, er küm­mer­te sich um Aus­ge­sto­ße­ne, er hielt Kin­der in Eh­ren und gab Frau­en ei­nen Platz an sei­nem Tisch.

Das müss­te doch „gut an­ge­kom­men“sein? Nicht bei al­len. Sei­ne Bot­schaft war un­be­quem, sie war her­aus­for­dernd, sie stör­te das täg­li­che Ei­ner­lei und stell­te die herr­schen­den Ver­hält­nis­se in Fra­ge.Und so muss­te er er­le­ben: „Er kam in die Welt, die ihm ge­hört, und sein ei­ge­nes Volk nahm ihn nicht auf“(Joh 1, 11). Je­sus wur­de ans Kreuz ge­schla­gen. Das Kind in der Krip­pe und der Mann am Kreuz: das sind ein und der­sel­be.

Und eben die­ser Je­sus, sagt den Men­schen, wie sie bei Gott an­kom­men kön­nen: „All de­nen aber, die ihn auf­nah­men und an sei­nen Na­men glaub­ten, gab er das Recht, Got­tes Kin­der zu wer­den“(Joh 1, 12). Kom­men Sie gut an.

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