Land­ge­richt kor­ri­giert Ur­teil in Mord­pro­zess

Andre­as K. be­kommt sechs Mo­na­te Haft er­las­sen. Mit­an­ge­klag­ter P. wird zu sie­ben Jah­ren Ju­gend­stra­fe ver­ur­teilt

Ostthüringer Zeitung (Schleiz) - - Thüringen - Von Fa­bi­an Klaus

Hannes Wolf (41), Ci­ty­ma­na­ger aus Je­na: Die jet­zi­ge Re­ge­lung ist ein gu­ter Kom­pro­miss. Der Ein­zel­han­del braucht ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge. Sie sind Ge­le­gen­heit, an ei­nem be­son­de­ren Tag zu zei­gen, was man drauf hat. Im Wett­be­werb mit On­li­ne-Han­del und an­de­ren Bun­des­län­dern hel­fen sie auch. Ha­rald Dolz (68), Rent­ner aus Zeu­len­ro­da-Trie­bes: Wenn es nach mir gin­ge, wür­de ich ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge ganz ab­schaf­fen. Ich bin Rent­ner und ha­be auch un­ter der Wo­che viel Zeit. Aber auch Be­rufs­tä­ti­ge kön­nen ja bei­spiels­wei­se den Sams­tag zum Shop­pen nut­zen. Mir tun die Ver­käu­fe­rin­nen leid, die am Sonn­tag ran müs­sen. Ma­nu­el Hop­fe ( 28), Er­zie­her aus Pößneck: Ich brau­che kei­ne ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­ge. Mein Job er­laubt es, be­quem nach der Ar­beit bis zum re­gu­lä­ren La­den­schluss ein­kau­fen ge­hen zu kön­nen. Die jet­zi­ge Re­ge­lung ist völ­lig aus­rei­chend: Wenn wie in Pößneck der Weih­nachts­markt nur an ei­nem Wo­che­n­en­de ge­öff­net hat. Erfurt. Andre­as K. do­ku­men­tiert wie­der ein­mal in­ten­siv. Er hat sei­nen Hef­ter da­bei, in dem er seit Pro­zess­be­ginn vie­les auf­ge­schrie­ben hat – so auch an die­sem letz­ten Ver­hand­lungs­tag. Was K. do­ku­men­tiert? Den An­we­sen­den bleibt das ver­bor­gen, weil er nichts mehr sagt.

Am En­de wird K. ein rechts­kräf­tig ver­ur­teil­ter Mör­der sein. Schon vor ei­nem Jahr ist ihm das Ur­teil ge­spro­chen wor­den, er leg­te Re­vi­si­on ein. Die schei­ter­te vor dem Bun­des­ge­richts­hof, sie wur­de nur für den klei­nen Teil zu­ge­las­sen, der an­ge­mahnt hat­te, dass die von K. in Chi­le er­lit­te­ne Aus­lie­fe­rungs­haft

Saal­feld hat ei­ne neue Fe­en­grot­ten-Fee

Saal­feld. Va­nes­sa Götz, 16 Jah­re alt, ist die neue Grot­ten­fee der Saal­fel­der Fe­en­grot­ten. Die Schü­le­rin wird heu­te auf dem Grot­ten­ad­vent in ihr Eh­ren­amt ein­ge­führt. Ein Jahr lang wird Va­nes­sa die Er­leb­nis­welt nun re­prä­sen­tie­ren. Be­reits seit letz­tem Jahr hat­ten die Fe­en­grot­ten ei­ne Grot­ten­fee. Ce­li­na Er­ler, wie Va­nes­sa Saal­fel­de­rin, üb­te das Amt bis die­sen Som­mer aus. Va­nes­sa Götz wur­de aus drei Be­wer­be­rin­nen aus­ge­wählt.

Zwei neue Bus­li­ni­en ein­ge­weiht

Sch­m­ölln. Die Stadt Sch­m­ölln nahm nun zwei neue Bus­li­ni­en in Be­trieb. Die Viert­kläss­ler der Grund­schu­le Sch­m­ölln durf­ten in ei­nem Wett­be­werb Na­men für die Bus­se der neu­en Li­ni­en H und F fin­den, die kurz vor der In­be­trieb­nah­me ge­tauft wur­den. Seit zwei Jah­ren ar­bei­ten der Land­kreis Al­ten­bur­ger Land, die Thü­s­ac Per­so­nen­nah­ver­kehrs­ge­sell­schaft mbH, die Stadt Sch­m­ölln und die Mit­tel­deut­sche nicht in die Straf­zu­mes­sung ein­ge­flos­sen war. Die 6. Straf­kam­mer des Land­ge­richts Erfurt heilt das nun: Sechs Mo­na­te Haft in Chi­le ent­spre­chen ei­nem Jahr Haft in Deutsch­land – da­mit ist klar: K. be­kommt ei­nen Haft­ra­batt, kann aber frü­hes­tens nach 15 Jah­ren auf Be­wäh­rung ent­las­sen wer­den. Da­von gilt jetzt ein hal­bes Jahr mehr als ver­büßt. K. er­klärt noch im Ge­richts­saal, er wer­de auf er­neu­te Rechts­mit­tel ver­zich­ten.

Für Patri­ce P. geht es durch­aus um viel mehr, als bei K. Der da­mals, im Ok­to­ber 2015, 19Jäh­ri­ge wird der Bei­hil­fe schul­dig ge­spro­chen. In ers­ter In­stanz war er als Mit­tä­ter ver­ur­teil wor­den Ver­kehrs­ver­bund Gm­bH an dem Pro­jekt „Sch­m­ölln macht mo­bil.“Ziel ist es, ei­nen zu­kunfts­ori­en­tier­ten Öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr in Sch­m­ölln, Gößnitz, Nöb­de­nitz, No­bitz zu eta­blie­ren. zu acht Jah­ren und sechs Mo­na­ten Haft. Die Staats­an­walt­schaft for­dert nun sie­ben Jah­re und acht Mo­na­te. Kati Schrei­ter, Ver­tei­di­ge­rin von P., hält in­des vier Jah­re Ju­gend­stra­fe für an­ge­mes­sen. Das Ge­richt folgt al­ler­dings der Auf­fas­sung der Staats­an­walt­schaft, dass der Tat­bei­trag von P. er­heb­lich ge­we­sen sei. Das Ur­teil: Sie­ben Jah­re Ju­gend­stra­fe. Rechts­kraft er­langt es aber nicht. „Wir wer­den Re­vi­si­on ein­le­gen“, kün­digt Kati Schrei­ter ge­gen­über die­ser Zei­tung an.

Die Nacht im Herbst 2015 er­scheint in­des voll­stän­dig re­kon­stru­iert. K. und P. hat­ten sich in den Ta­gen zu­vor dar­auf

Frei­wild kommt ans Schlei­zer Drei­eck

Schleiz. Die Süd­ti­ro­ler Band Frei­wild wird im Som­mer auf dem Schlei­zer Drei­eck auf­tre­ten. Die Deutschro­cker wer­den ver­stän­digt, dass ihr Op­fer „weg muss“, wie K. in der Ver­hand­lung mehr­fach zi­tiert wird. Die drei ver­bin­det ein Ver­hält­nis, das auch die zwei­te In­stanz nicht wirk­lich er­hel­len kann. Es geht um win­di­ge Ge­schäf­te und se­xu­el­le Hand­lun­gen so­wie um Geld. P. hat­te zwi­schen­zeit­lich sei­ne Gan­ze Ha­be an das Op­fer ver­kauft – in der Hoff­nung, da­für ein Au­to zu er­hal­ten, das er nie be­kom­men hat. In sei­ner Not, so stellt er es dar, hat er sich wie­der an K. ge­wandt. Der ha­be ihm hel­fen wol­len – und den Plan ge­fast, das Op­fer zu tö­ten. Et­wa ei­ne Wo­che sol­len bei­de das ge­mein­sam vor­be­rei­tet ha­ben. Die Tat führt K. schließ­lich

Heu­te Tröb­nit­zer Ad­vents­zau­ber

Tröb­nitz. Zum Tröb­nit­zer Ad­vents­zau­ber la­den die Mit­glie­der selbst aus, er­schlägt das Op­fer. Erst mit ei­nem Schlag­stock und dann fi­nal mit ei­nem St­ein. Bei­de tür­men, nach­dem sie Lei­che und Au­to des Op­fers ent­sorgt ha­ben, nach Chi­le. Dort hält P. es nicht aus – kommt zu­rück und führt die Po­li­zei zur Lei­che.

Den­noch: Rich­te­rin Sa­bi­ne Ra­the­ma­cher macht deut­lich, das P. aus Sicht der Kam­mer kei­nes­falls nur der Mit­läu­fer ge­we­sen sei, der sich ha­be „trei­ben las­sen“, wie es des­sen Ver­tei­di­ge­rin in ih­rem Plä­doy­er for­mu­lier­te. Der Tat­bei­trag sei er­heb­li­cher ge­we­sen.

Of­fen bleibt aber die Fra­ge da­nach, war­um das Op­fer ster­ben muss­te.

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