Feu­er­weh­ren im Kreis bil­den sich fort

In Gößnitz und Po­nitz ist das Knut­fest in­zwi­schen zu ei­ner lieb­ge­won­ne­nen Tra­di­ti­on ge­wor­den

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Erste Seite - Von Nor­man Bör­ner

Alt­kir­chen. Am Sams­tag lud der Kreis­feu­er­wehr­ver­band des Al­ten­bur­ger Lan­des nach Alt­kir­chen zu ei­ner Schu­lung zum The­ma Ge­fah­ren­stof­fe ein. Weil die Weh­ren in den klei­nen Dör­fern und Ge­mein­de häu­fig un­ter­be­setzt sei­en, wol­le man so zu­min­dest das Aus­bil­dungs­ni­veau der Ka­me­ra­den hoch halten, sagt der Sch­m­öll­ner Stadt­brand­meis­ter Vol­ker Stub­be.

Denn auch wenn die klei­nen Weh­ren nur sel­ten im Jahr zu ei­nem Ein­satz ge­ru­fen wer­den, kön­ne ein Un­fall schnell ak­tu­el­les Fach­wis­sen er­for­dern. Dass der Kreis­ver­band die Fort­bil­dung nun selbst in die Hand neh­me, sei zum ei­nem Aus­druck der star­ken Zu­sam­men­ar­beit der ein­zel­nen Feu­er­weh­ren.

Dies sei letzt­lich un­ver­meid­lich, weil man kaum noch Frei­wil­li­ge für den Dienst in den länd­li­chen Räu­men fin­den wür­de. Die Po­li­tik wür­de es aber auch ver­säu­men, ent­spre­chen­de An­rei­ze zu schaf­fen, so Stub­be wei­ter.

Gößnitz/Po­nitz. Ein biss­chen schwer sei ihr die Tren­nung von ih­rem Tan­nen­baum in die­sem Jahr schon ge­fal­len, sagt Han­ne­lo­re Kosw­low­sky aus Gößnitz. „Der war so per­fekt sym­me­trisch, dass mein Mann und ich uns dies­mal so­fort ei­nig wa­ren: Der ist es!“, sagt sie. Doch spä­tes­tens seit dem ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de ist auch der letz­te Hauch Weih­nach­ten ver­flo­gen. So fei­ern bei­spiels­wei­se die Schwe­den, Nor­we­ger und Fin­nen am 13. Ja­nu­ar den Sain­tK­nuts-Tag – dort ist es der 20. und da­mit auch der letz­te Tag der Weih­nachts­zeit.

An die­sem Tag wer­den in die­sen Län­dern die Weih­nachts­bäu­me auf ei­nem gro­ßen Hau­fen auf­ge­türmt und ver­brannt. Bei uns ist ei­gent­lich selbst nach groß­zü­gi­ger Rech­nung Weih­nach­ten mit dem Tag der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge am 6. Ja­nu­ar vor­bei. Doch die nor­di­sche Tra­di­ti­on er­freut sich in­zwi­schen auch bei uns im­mer grö­ße­rer Be­liebt­heit. In Gößnitz fei­er­ten die Men­schen am Sams­tag be­reits zum elf­ten Mal ihr Knut­fest. Am Sams­tag­mor­gen fuhr die Feuerwehr durch die Stadt und sam­mel­te die aus­ge­dien­ten Bäu­me ein. Bis zum Nach­mit­tag hat­te sich ein statt­li­cher Hau­fen auf der Flä­che hin­ter dem Frei­heits­platz auf­ge­türmt. Doch am Nach­mit­tag tropf­te der Re­gen un­er­müd­lich auf den Berg aus Na­deln, Holz und ei­nem Rest La­met­ta. Droht das Feu­er buch­stäb­lich ins Was­ser zu fal­len? „Die Bäu­me stan­den über Wo­chen in tro­cke­nen Wohn­zim­mern. Es wird et­was qual­men, aber kei­ne Sor­ge“, gibt der stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­de des Feu­er­wehr­ver­eins, Ma­thi­as Heinrich, Ent­war­nung.

Stimmt! Mit Be­ginn der Däm­me­rung set­zen die Feu­er­wehr­leu­te die Bäu­me in Brand. Auch die Gößnit­zer Bür­ger las­sen sich vom schlech­ten Wet­ter nicht ab­schre­cken und er­schei­nen zahl­reich, um ih­rem Baum das letz­te Ge­leit zu ge­ben.

Nur ei­ni­ge Ki­lo­me­ter wei­ter lädt auch die Po­nit­zer Feuerwehr zum Knut­fest ein. Zwar ist das La­ger­feu­er XXL dort et­was klei­ner als das in Gößnitz, doch schließ­lich geht es ja wie beim Weih­nachts­baum­kauf nicht dar­um, wer den größ­ten hat. „Es ist das ers­te Fest im Jahr, zu dem die Men­schen in der Ge­mein­de im neu­en Jahr zu­sam­men­kom­men. Zeit, ein paar ers­te Ein­drü­cke und die letz­ten Neu­jahrs­wün­sche aus­zu­tau­schen“, sagt Bür­ger­meis­ter Mar­cel Greun­ke.

Und auch die Po­nit­zer neh­men die­se Ein­la­dung ger­ne an. Am Glüh­wein- und Brat­wurst­stand kommt ein letz­tes Mal Weih­nachts­stim­mung auf. „Un­ser Baum muss­te schon am 2. Ja­nu­ar ge­hen. Doch es ist schön, hier noch mal die Tan­nen­na­deln zu rie­chen“, sagt Kris­tin Hel­ler aus Mee­ra­ne. In knapp ei­nem Jahr be­ginnt die Su­che nach dem per­fek­ten Baum dann er­neut. Doch egal, ob sym­me­trisch wie ein Drei­eck oder hoch wie ein klei­nes Haus – am En­de wird die Zeit je­des Weih­nachts­bau­mes en­den.

Trotz Re­gen bren­nen die Tan­nen­bäu­me lich­ter­loh

FO­TOS (): NOR­MAN BÖR­NER

Leonie, Patricia, Paulina und Fynn (von links) über­ge­ben ih­ren Weih­nachts­baum in Po­nitz den Flam­men.

Nils (links) und Leo schaf­fen in Gößnitz noch ei­nen Baum auf den qual­men­den Hau­fen.

Die Feu­er­weh­ren von Gößnitz und Po­nitz sor­gen da­für, dass das Feu­er kon­trol­liert ab­brennt.

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