In Ju­gend­jah­ren ken­nen­ge­lernt und nicht mehr los­ge­las­sen

El­frie­de und In­golf Al­bert fei­ern mor­gen die stei­ner­ne Hoch­zeit

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Trotz - Von Andre­as Schott

Wal­deck. Auf dem Kü­chen­tisch liegt die ak­tu­el­le Aus­ga­be der Ost­thü­rin­ger Zei­tung, als der Re­por­ter zu Be­such bei El­frie­de (89) und In­golf (88) Al­bert am gest­ri­gen Vor­mit­tag ein­trifft. Zei­tungs­schau war ge­ra­de bei dem Ehe­paar an­ge­sagt, die am Sonn­tag auf das sel­te­ne Fest der stei­ner­nen Hoch­zeit bli­cken kön­nen.

„Na, da le­gen wir mal die Zei­tung weg“, mein­te El­frie­de mit ei­nem Lä­cheln im Ge­sicht und er­gänzt, dass Zei­tung­le­sen schon im­mer schon zum fes­ten Ri­tu­al ge­hört. Ge­le­sen wer­de al­les im Blatt, „und das Kreuz­wort­rät­sel wird auch ge­löst“, be­tont die rüs­ti­ge El­frie­de.

Ken­nen­ge­lernt ha­ben sich die Bei­den in Beul­bar. Wäh­rend In­golf bei ei­nem Schmie­de­meis­ter wohn­te und das Hand­werk er­lern­te, weil­te El­frie­de, die aus Wal­deck stammt, bei ih­rer Tan­te in Beul­bar. Mei­ne Tan­te brauch­te ein­fach nach dem Krieg Hil­fe, des­halb war ich als jun­ges Mä­del da­mals ei­ne Zeit lang bei hier. Und in Beul­bar traf sich die Ju­gend in der Frei­zeit oft­mals an der Lin­de zum Sin­gen und Er­zäh­len. Mit da­bei war un­ter an­de­rem auch der jun­ge In­golf. Aber erst viel spä­ter sei bei ihr und ih­rem In­golf der Fun­ke über ge­sprun­gen, er­in­nert sich El­frie­de und schaut ih­ren Ehe­mann lie­be­voll an.

1947 sei El­frie­de wie­der nach Wal­deck zu­rück­ge­kehrt und In­golf, woll­te er sei­ne El­frie­de se­hen, muss­te von Beul­bar nach Wal­deck rei­sen, was er auch tat. Zu­neh­mend ent­wi­ckel­te sich ein fes­tes Band zwi­schen den jun­gen Leu­ten.

1951, am 14. April, ha­be man nach der stan­des­amt­li­chen Trau­ung in der Al­bers­dor­fer Kir­che ge­hei­ra­tet. Seit­her sind sie­ben­und­sech­zi­gein­halb Jah­re ver­gan­gen – ein nicht ganz so run­des Ju­bi­lä­um.

Wäh­rend In­golf in ei­ner Jena­er Fir­ma im Stahl­bau als Schwei­ßer tä­tig war, ver­dien­te El­frie­de in Bür­gel in ei­nem Be­klei­dungs­werk als Nä­he­rin bis 1952 ihr Geld. Täg­lich ha­be sie zu Fuß die sechs Ki­lo­me­ter lan­ge Stre­cke zur Ar­beit in Kauf ge­nom­men, bis Sohn Diet­mar ge­bo­ren war. Spä­ter fand sie Ar­beit im Kon­sum in Wal­deck und Al­bers­dorf so­wie im Wal­de­cker Pa­let­ten­werk.

Gro­ße Freu­de teilt das Ehe­paar, als am Don­ners­tag En­ke­lin Ines bei ih­nen auf­tauch­te. Sie lebt seit 15 Jah­ren in Du­bai, be­sucht aber ih­re Groß­el­tern drei­mal im Jahr, sehr zur Freu­de von El­frie­de und In­golf.

Der Zu­sam­men­halt der Fa­mi­lie sei sehr gut, oh­ne die Un­ter­stüt­zung könn­ten sie ei­ni­ges nicht mehr leis­ten, er­zählt El­frie­de. Der Kopf sei noch klar, aber der Kör­per ma­che nicht mehr so mit. Für En­ke­lin Ines sei­en ih­re Groß­el­tern aber ein be­wun­derns­wer­tes Vor­bild. „Wie sie sich bei al­len Din­gen des all­täg­li­chen Le­bens ge­gen­sei­tig hel­fen, das ist fan­tas­tisch und für mich ein Vor­bild“, sagt die jun­ge Frau.

Heu­te Abend wir der Ge­mein­de­rat tra­di­tio­nell bei den Al­berts ei­ne Eh­ren­pfor­te auf­stel­len. Den Sonn­tag ver­brin­gen El­frie­de und In­golf ganz in Fa­mi­lie.

Le­bens­glück seit , Jah­ren: El­frie­de und In­golf Al­bert fei­ern am Sonn­tag das sel­te­ne Fest der stei­ner­nen Hoch­zeit in Wal­deck. Fo­to: Andre­as Schott

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