Wenn Ni­ko­laus die Ket­ten­sä­ge schwingt

Bei Rau­schwitz lud Holz­künst­ler Chris­ti­an Schmidt seine Kol­le­gen zum ge­mein­sa­men Schnit­zen ein

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Erste Seite - Von Su­sann Gru­nert

Rau­schwitz. Ket­ten­sä­gen­künst­ler Chris­ti­an Schmidt lud die­se Wo­che ei­ni­ge Kol­le­gen zum ge­mein­sa­men Schnit­zen ein. Im kom­men­den Jahr kehrt seine rie­si­ge höl­zer­ne Hand nach Rau­schwitz zu­rück.

Rau­schwitz. Für den Ni­ko­lausS­tie­fel wä­ren die Skulp­tu­ren, die in den ver­gan­ge­nen zwei Ta­gen im „Frei­luft-Ate­lier“von Ket­ten­sä­gen­künst­ler Chris­ti­an Schmidt ober­halb von Rau­schwitz ent­stan­den sind, meh­re­re Num­mern zu groß aus­ge­fal­len. Das Tref­fen rund um den 6. De­zem­ber ist für Schmidt und zahl­rei­che Be­rufs­kol­le­gen aber zu ei­nem fes­ten Ter­min ge­wor­den.

„Das ma­chen wir jetzt be­stimmt das vier­te Mal“, er­zählt er. Voll­pro­fis und An­fän­ger ge­hör­ten zur Run­de, in der die Ar­beit mit der Sä­ge in die­sem Fall nicht im Vor­der­grund steht. „Die freund­schaft­li­che Be­geg­nung ist für uns an die­sen Ta­gen ei­gent­lich das Wich­tigs­te, vie­le ha­be ich lan­ge nicht ge­se­hen.“

Ge­schnitzt wurde aber na­tür­lich trotz­dem. „Im ver­gan­ge­nen Jahr ha­ben wir Fi­gu­ren für ei­ne Krip­pe ge­macht, die auch in die­sem Jahr wie­der in Rau­schwitz auf­ge­stellt wird“, er­zählt Chris­ti­an Schmidt.

In die­sem Jahr gab es kein Mot­to, kun­ter­bunt se­hen da­her die Er­geb­nis­se aus, rei­chen vom rie­si­gen In­dia­ner­pfahl bis zum täu­schend echt wir­ken­den La­b­ra­dor.

Bunt war auch das er­klär­te Ziel von Im­ma­nu­el Kraus. Der Thal­bür­gel­er ist ein an­er­kann­ter Künst­ler, be­kannt für Bil­der und Skulp­tu­ren, in Rau­schwitz wag­te er sich aber auf Neu­land: „Ich woll­te schon im­mer ein­mal rich­tig bun­te Skulp­tu­ren schaf­fen“, sagt er, wäh­rend er sein Er­geb­nis mit knal­lig ro­ter Far­be streicht. „Es war ein Ex­pe­ri­ment, ich hat­te Re­spekt vor der Auf­ga­be, aber ich bin zu­frie­den.“ Ein Teil der ent­stan­de­nen Ob­jek­te bleibt auf dem Ar­beits­platz von Chris­ti­an Schmidt un­ter frei­em Him­mel ste­hen, ei­ni­ges könn­te den Spiel­platz im Ort ver­schö­nern.

Zum Ar­bei­ten selbst kam er beim Ni­ko­laus-Schnit­zen eher sel­ten: „Ich war so ein biss­chen die Mut­ti für al­les.“

Aus­ru­hen steht auch für 2019 nicht im Ka­len­der – „das wird ein rich­tig gei­les Jahr.“

Un­ter an­de­rem kehrt im Früh­som­mer die rie­si­ge höl­zer­ne Hand, die Schmidt vor gut zwei Jah­ren als Teil ei­ner glä­ser­nen Arche Noah ge­schnitzt hat­te, für kur­ze Zeit an ih­ren Ge­burts­ort zu­rück. Das Aus­nah­me­werk ist mehr als fünf Me­ter lang, mehr als drei Me­ter breit und wiegt meh­re­re Ton­nen. „Die Hand kommt am 18. Ju­ni, in die­sem Rah­men möch­te ich ei­ne rich­tig schö­ne Son­nen­wend­fei­er mit Mu­sik ma­chen.“

Auch das Ket­ten­sä­gen-Sym­po­si­um, das im Ju­li hun­der­te Be­su­cher an­lock­te, fin­det wie­der statt, da­zu ei­ne ähn­li­che Ver­an­stal­tung in Hain­spitz, bei der die kürz­lich ge­fäll­ten Eschen be ar­bei­tet wer­den sol­len.

In die­sem Herbst stand üb­ri gens ein höl­zer­ner Engel von Chris­ti­an Schmidt zu­sam­men mit Lie­der­ma­cher Kon­stan­tin We­cker auf der Büh­ne. Und da kam so: Um die Ak­ti­on „Ein Mil­li­on ge­gen Rechts“des Bü­ro für Of­fen­siv­kul­tur aus Chem­nit zu un­ter­stüt­zen, schuf Schmid und seine Kol­le­gen Syl­via It­zen und Pe­ter Duus drei Skulp­tu­ren von de­nen je ei­ne bei We­cker Kon­zer­ten in Dres­den, Leip­zig und Frank­furt Teil des Büh­nen bil­des war. Die­se wur­den im An schluss un­ter den Be­su­chern ver­stei­gert. „Da konn­ten wi auch ein­mal hin­ter die Ku­lis­sen ei­nes sol­chen Kon­zerts schau­en das hat rich­tig Spaß ge­macht.“

Schmidts Engel bei Kon­stan­tin We­cker

Zahl­rei­che Holz­sä­ge­künst­ler wa­ren der Ein­la­dung zum Ni­ko­laus-Schnit­zen nach Rau­schwitz ge­folgt. Fo­tos (): Su­sann Gru­nert

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