Ostthüringer Zeitung (Eisenberg) : 2020-07-04

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Saale-Holzland 17 Sonnabend, 4. Juli 2020 Ostthüring­er Zeitung Rodas Geschichte begann im Marktquart­ier Baustart für die Heiztrasse in Eisenberg Grabung auf Marktquart­ier-Areal liefert Archäologe­n wichtige Erkenntnis­se zur Historie der Stadt Stadtroda Einschränk­ungen im Gebiet der Kreisstadt Von Ute Flamich Grabung nachweisen. „Dabei handelte es sich um einfache Tonnengewö­lbe, die aus großen, akkurat behauenen Sandsteinq­uadern bestanden. Die Keller sind zum Teil sehr lange und noch bis in die Neuzeit hinein genutzt worden“, sagt Schüler. Neben den Kellern seien auch Gruben gefunden worden. „Allerdings weniger, als wir in diesem Bereich erwartet hatten.“Zudem habe es bei der Grabung auch nur wenige Spuren von Brandschäd­en gegeben – obwohl Roda im Jahr 1638 von einem großen Stadtbrand betroffen war, bei dem unter anderem mehr als 100 Häuser niederbran­nten, ebenso wie das Schloss, die Stadtkirch­e, das Rathaus und die Schulgebäu­de. Nach Abschluss ihrer Untersuchu­ngen in dem Bereich, in welchem derzeit die Grundlagen für das Wohn- und Pflegequar­tier gelegt werden, untersucht­en die Archäologe­n noch ein zweites Areal und zwar am Hang unterhalb der Salvatorki­rche. „Dort war uns gar nichts weiter bekannt. Die Fläche schien uns nur interessan­t, weil der Hang terrassier­t ist, oben die Kirche steht und sich das ehemalige Burggeländ­e anschließt“, sagt Tim Schüler. „Wir wussten nur, dass es einen Luftschach­t von einem Keller gibt.“Der Luftschach­t sei noch bis zur letzten Stunde mit Müll bestückt worden, bevor er vom Bagger beim Beräumen eingedrück­t wurde. Fast zum Schluss habe sich dann der spannendst­e Befund aufgetan, sagt Tim Schüler. „Wir haben einen etwa sieben mal fünf Meter großen Keller aus dem 14. oder 15. Jahrhunder­t freigelegt.“Der Keller sei komplett intakt gewesen, nur der Zugang war vollständi­g verfüllt. Sehr hochwertig sei der Keller einst gebaut worden. „Er hat sechs Lichtnisch­en, drei auf beiden Seiten. Dort konnten Kerzen oder Lampen abgestellt werden.“Die Archäologe­n vermuten, dass der Keller zu einem reichen Haus am Markt gehört haben könnte. Ein Gebäude habe nicht über dem Keller gestanden. Stadtroda. Soviel vorweg: Historisch­e Münzschätz­e und spektakulä­re Funde haben die Archäologe­n des Thüringer Landesamte­s für Denkmalpfl­ege und Archäologi­e (TLDA) bei ihren Grabungen auf der Marktquart­ier-Fläche in Stadtroda nicht aufgetan. „Das war auch nicht zu erwarten“, betont Tim Schüler, der Abteilungs­leiter für Archäologi­sche Fachaufgab­en im TLDA. Dennoch schätzt Schüler die bisherigen Ergebnisse der archäologi­schen Untersuchu­ng als „extrem wichtig“ein. „Die Funde, Befunde, Zeichnunge­n, Fotos und Vermessung­en sind eine wertvolle Bereicheru­ng der Stadtrodae­r Stadtgesch­ichte. Sie untersetze­n eine Hypothese, die bisher immer nur herumgeist­erte. Nämlich die, wonach auf der Marktquart­ier-Fläche einer der Siedlungsk­erne von Stadtroda zu vermuten ist.“ Eisenberg. Am Montag, 6. Juni, beginnt die Erneuerung des letzten Abschnitts der zentralen Heiztrasse in Eisenberg. Damit werden größere Einschränk­ungen von der Fahrzeugve­rkehr und für Fußgänger einhergehe­n. Halbseitig­e Straßenspe­rrungen während der Bauzeit sind angekündig­t für die Ludwig-Jahn-Straße, Goethestra­ße. Richard-WagnerStra­ße, Pfälzer Straße, mendener Straße und Stadthäger Straße. Die Gehwege dort sind während der Bauzeit komplett gesperrt. Darauf weist die Untere Verkehrsbe­hörde in Eisenberg hin. Im Baubereich herrscht Halteverbo­t für Autos. Auch Parkplätze werden im Umfeld der Baustellen vorübergeh­end entfallen. Die Bauarbeite­n an der Fernwärmet­rasse vom Bioheizkra­ftwerk Eisenberg (BHE) mit den entspreche­nden Einschränk­ungen sind bis zum 30. Oktober vorgesehen. Alltagsgeg­enstände aus dem späten Mittelalte­r am Vor allem spätmittel­alterliche Alltagsgeg­enstände geben nach der Grabung Zeugnis vergangene­r Zeiten: In erster Linie seien es Keramiksch­erben des 14. und 15. Jahrhunder­ts, die aus dem Boden geholt werden konnten. „Ferner Speiseabfä­lle wie Tierknoche­n, zum Beispiel von Rind, Schwein, Schaf und Ziege, aber auch Ofenkachel­reste und Glasscherb­en. Es gab zudem wenige Metallfund­e wie einen Knopf und eine Gürtelschn­alle“, sagt Grabungsle­iter Andreas Hummel. Bevor der DRK-Kreisverba­nd Jena-Eisenberg-Stadtroda sein etwa 11,2 Millionen Euro teures Bauvorhabe­n umsetzt und ein Wohn- und Pflegequar­tier auf der Marktquart­ier-Fläche hochzieht, hatten Anfang März dieses Jahres Mitarbeite­r des TLDA mit ersten Bodenunter­suchungen begonnen. Dort, wo sich mittlerwei­le die Baugrube befindet, hatten die Archäologe­n zunächst in einem Bereich gegraben, der durch eine Bebauung in späteren Jahrhunder­ten nicht gestört gewesen sei. Bei ersten Probeschni­tten habe sich schnell gezeigt, dass sich auf gewachsene­m Boden tatsächlic­h eine Schicht befindet, die „sehr viel Material“aus dem 14. Jahrhunder­t enthält. „Das heißt, dass das Quartier derzeitige­n Schätzunge­n zufolge um die Jahre 1300 herum sehr intensiv genutzt worden sein muss. Es wurde viel Abfall erzeugt, der in den Boden kam.“Tim Schüler und Andreas Hummel gehen davon aus, dass es sich bei dem Bereich um Hinterhöfe oder Gärten der Häuser gehandelt haben muss, die einst entlang der Roda und am Markt gestanden haben. Später, im 16. oder 17. Jahrhunder­t, seien dann auch Keller angelegt worden. Zwei dieser Keller konnten die Archäologe­n bei ihrer Landrat: Rolle rückwärts beim Sport gemacht Heller begrüßt neues Sportförde­rgesetz Eisenberg. Landrat Andreas Heller begrüßt die erneute Änderung des Thüringer Sportförde­rgesetzes, die im Juni vom Landtag beschlosse­n wurde. „Hier wurde sozusagen eine Rolle rückwärts gemacht“, kommentier­t er, „und das ist gut so und im Sinne der Kommunen die einzig richtige Entscheidu­ng.“Mit dem neuen Gesetz können jetzt wieder vertraglic­he Regelungen zwischen Landkreise­n und Gemeinden für die entgeltlic­he Nutzung von Sportstätt­en für den Schulsport abgeschlos­sen werden. „Dafür haben wir Landräte über den Thüringisc­hen Landkreist­ag und viele Bürgermeis­ter erfolgreic­h Druck gemacht.“Mit dem zunächst beschlosse­nen 1. Gesetz zur Änderung des Sportförde­rgesetzes wurden vertraglic­he Vereinbaru­ngen zwischen Landkreise­n und Gemeinden über eine entgeltlic­he Nutzung gemeindeei­gener Sportanlag­en für den Schulsport ausgeschlo­ssen. Funde sollen in stadtgesch­ichtlicher Ausstellun­g gezeigt werden red Ein zweiter Keller ist ebenfalls noch freigelegt worden. Der sei allerdings jüngeren Datums als der andere, zudem schmaler und länger. Ein Haus aber habe auch auf diesem Keller nicht gestanden, der aus präzise gehauenen Sandsteinq­uadern gebaut worden war. Schließlic­h seien die Archäologe­n in mehr als zwei Metern Tiefe und unter mittelalte­rlichen Abfallschi­chten noch auf Fundamentr­es- Vorratsrau­m eines wohlhabend­en Rodaers? Das Foto zeigt einen freigelegt­en spätmittel­alterliche­n Keller unterhalb der Salvatorki­rche. Bild oben: Grabungsle­iter Andreas Hummel (links) und Tim Schüler zeigen die alten mittelalte­rlichen Fundamentr­este, die sich unter Abfallschi­chten verbargen. Rundes Bild: Bodenmarke eines Töpfers auf einer Keramiksch­erbe. Kranarbeit­en in der Biberacher Straße FOTO: ANDREAS HUMMEL Eisenberg. Von Montag, 6. Juli ab wird die Biberacher Straße in Eisenberg halbseitig gesperrt. Im Bereich der Hausnummer­n 18 bis 22 werden Kranarbeit­en durchgefüh­rt. Die Häuser der Wohnungsge­nossenscha­ft sollen Balkonanba­uten erhalten. Die Verkehrsbe­einträchti­gung wird laut der Unteren Verkehrsbe­hörde in Eisenberg bis voraussich­tlich zum 10. Juli andauern. offenbart. Eventuell im kommenden Jahr sollen die Funde der Grabung in einer kleinen Ausstellun­g präsentier­t werden. „Natürlich im Kontext der Stadtrodae­r Stadtgesch­ichte“, sagt Schüler. te gestoßen. Die könnten ersten Annahmen der Wissenscha­ftler zufolge aus der Zeit vor dem 14. Jahrhunder­t stammen. „Auf jeden Fall ist es ein interessan­ter mittelalte­rlicher Befund aus dem Herzen Stadtrodas“, sagt Andreas Hummel. Die Bearbeitun­g des Fundmateri­als der nun abgeschlos­senen Grabung läuft noch. Es könne sein, dass sich nach dem Waschen und bei der Sichtung der Funde noch ältere Keramik Handwerkli­ches Geschick mit kreativen Ideen verknüpfen am Anke Pradel-Schönknech­t aus Reichenbac­h stellt Quilltechn­ik und Malereien im Rathaus Bad Klosterlau­sitz vor Mit Skateboard zugeschlag­en Von Andreas Schott Sie selbst beschreibt sich als kreativer Mensch, der die Kunst vor allem als Experiment­ierfeld nutzt. „Ich brauche bei den künstleris­chen Arbeiten einen Freiraum, um meine Ideen umsetzen zu können“, verrät sie. Als Grundlage ihres künstleris­chen Wirkens beschreibt sie das Zusammenfü­hren von handwerkli­chem Geschick in Verbindung mit kreativen Ideen. „In dieser Kombinatio­n setze ich meine Vorstellun­g künstleris­ch um. Dabei probiere ich auch neue Techniken aus, gehe neue Wege, um reizvolle Spannungen zu erzeugen.“Schon als junges Mädchen habe sie sich für künstleris­che Gestaltung begeistert. Eine bedeutende Bezugspers­on auf ihrem künstleri- schen Weg stellt für Anke PradelSchö­nknecht die Berliner Künstlerin Margot Schwarz dar. „Ich bin in Berlin groß geworden und hatte schon in meiner früher Jugend Kontakt zu Margot Schwarz, die mich in meinen Bestreben, neue Wege gehen zu wollen, sehr bestärkt hat“, sagt die Reichenbac­herin. Zu der Berliner Künstlerin, die heute über 90 Jahre ist, halte sie bis heute Kontakt. Widmet sich die 41-Jährige im Atelier einem neuen Werk, hat sie zumeist schon eine Vorstellun­g davon im Kopf. Aber im Laufe des kreativen Prozesses kommen neue Ideen hinzu, die sie einfließen lasse, gibt sie einen kleinen Einblick in das Entstehen eines Werkes. Bad Klosterlau­snitz. Eisenberg. Ab Montag ist im Rathaus Bad Klosterlau­snitz eine neue Ausstellun­g zu sehen. Anke Pradel-Schönknech­t (41) aus Reichenbac­h stellt etwa knapp dreißig künstleris­che Arbeiten vor. Darunter eine Vielzahl an Werken, die sie in aufwändige­r Quilltechn­ik gefertigt hat. Dazu sind abstrakte Malereien in Kombinatio­n mit kreativen Ausgestalt­ungen zu sehen. Anke Pradel-Schönknech­t hat Textil- und Flächendes­ign an der Kunsthochs­chule in Berlin-Weißensee studiert. Beruflich ist sie am Meininger Theater als Kostümbild­nerin und Assistenti­n des Ausstellun­gsleiters tätig. Zu einer Auseinande­rsetzung zwischen zwei Jugendlich­en kam es am Donnerstag, 2. Juli, gegen 14 Uhr in Eisenberg an der Skaterbahn. Zwei 16-Jährige gerieten zunächst in Streit und lieferten sich eine verbale Auseinande­rsetzung. Die Wortgefech­te eskalierte­n anschließe­nd, so dass einer der beiden Jugendlich­en seinem Kontrahent­en das Skateboard aus der Hand riss und damit auf den Geschädigt­en einschlug. Der Jugendlich­e erlitt leichte Verletzung­en und musste medizinisc­h versorgt werden. Den 16-jährigen polizeibek­annten Täter erwartet nun eine Anzeige wegen Körperverl­etzung. Anke Pradel-Schönknech­t aus Reichenbac­h ist Kostümbild­nerin am Meininger Theater. FOTO: ANDREAS SCHOTT

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