Ostthüringer Zeitung (Eisenberg) : 2020-07-04

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Reise Sonnabend, 4. Juli 2020 Ostthüring­er Zeitung Alpenvorla­nd Auf ins HIN ODER WEG Alle Wege führen nach ... Koblenz Eine der schönsten Routen im Süden Deutschlan­ds: Eine Tour mit dem E-Bike vom Kochel- bis zum Bodensee Von Armin Herb Von Ludger Böge S Tipps und Infos till ruht das Murnauer Moos. Morgennebe­l liegt wie eine dicke Daunendeck­e über den Wiesen. Die Natur am Kochelsee scheint heute auszuschla­fen. Für den Radler bedeutet das: Zum Start erst mal die Windjacke anlassen und sich warm fahren. Kein Problem, hinter den weißen Mauern von Kloster Schlehdorf geht’s gleich hinauf in die pittoreske­n Wiesenhüge­l, die letzten sanften Erhebungen kurz vor den ersten Alpengipfe­ln. Nach dem Gut Schwaigang­er, Bayerns größtem staatliche­n Gestüt, drängt sich im Großformat die Zugspitze ins Bild. Wer vom Kochelsee zum Bodensee fährt, darf sich Kilometer für Kilometer auf grandiose Ausblicke in die Natur und oft auch auf historisch­e Architektu­r freuen. Aber diese süddeutsch­e Traumtour will verdient sein, in diesem Fall durch das Bezwingen vieler Steigungen. Wer hier ein E-Bike fährt, darf sich im Vorteil sehen. Schon der Abschied vom Murnauer Moos geht ohne Motor in die Beine. Kilometerw­eit zieht sich der Schotterwe­g hinauf nach Bad Kohlgrub, Deutschlan­ds höchstgele­genem Moorheilba­d. Ein original oberbayeri­sches Dorf mit rustikaler Ortsmitte rund um den allgegenwä­rtigen Maibaum. Weiter geht’s nach Saulgrub und Altenau, dann quert man das Ammertal. Der Dialekt ändert sich, die Landschaft kaum. Das ist das bergige Bayern, wie es der Märchenkön­ig Ludwig II. so liebte und verehrte. Kein Wunder, dass er hier die meisten seiner berühmten Schlösser erbauen ließ. Schloss Linderhof liegt gleich um die Ecke im Graswangta­l bei Oberammerg­au. Beim Forsthaus Unternogg, einstmals ein beliebter Gasthof allein auf weiter Flur und aktuell leider ohne Bewirtscha­ftung, taucht der Radweg erst einmal für ein paar Kilometer in den Wald. Nur Sumpfwiese­n mit Alpenblume­n bringen etwas Licht in die idyllische, aber dunkle Passage. Königsstra­ßerl heißt der Waldweg auch, weil hier einst Ludwig II. per Kutsche zwischen seinen Schlössern unterwegs war. Aus dem Wald hinaus, ein leichtes Auf und Ab zwischen alten Höfen, dann steht Bayerns Rokoko-Juwel, Urlaubstag­e sind kostbar. Da ist es besser, man weiß, worauf man sich einlässt – und worauf lieber nicht. Heute: Der Abschnitt des Bodensee-Königssee-Radweges zwischen Kochelsee und Bodensee umfasst 210 Kilometer und empfiehlt sich für drei bis fünf Tagesetapp­en. Weite Abschnitte der Route sind asphaltier­t, andere verlaufen auf geschotter­ten Feldwegen. Einige starke Anstiege sollte man einkalkuli­eren. Für Kinder ab etwa 10 bis 12 Jahren geeignet. Anforderun­gen: n die Mosel Eine alternativ­e Routenplan­ung findet sich unter radroutenp­laner-bayern.de. Online: n Einfach entzückend: 2000 Jahre Weinanbauk­ultur. FOTO: ISTOCK / HSVRS In den Nachwendej­ahren war die Stadt Trier vor allem eines: ein Ossi/ Wessi-Test. Denn sozialisat­ionsbeding­t war die Moselmetro­pole im Osten vor allem als Geburtsort von Karl Marx ein Begriff, während dem Westdeutsc­hen spontan die Porta Nigra in den Sinn kam. Längst ist Trier aber wieder, was es schon immer war: Startpunkt, um flussabwär­ts der Mosel zu folgen. Aus den rund 90 Kilometern Luftlinie nach Koblenz werden so fast doppelt so viele. Und die führen nicht nur durch eine entzückend­e Landschaft, sondern inzwischen auch wieder durch erstklassi­ge Rieslingla­gen. Denn nach düsteren Jahrzehnte­n ist der Moselwein dann doch mit der Zeit gegangen. Wenn auch nicht immer bis zu Ende: Fragt man den einheimisc­hen Winzer unbedacht nach Bio-Wein, sagt der mit großer Gelassenhe­it: „Ach, man muss ja nicht jeden neumodisch­en Kram mitmachen.“Und mit Blick auf die 2000-jährige Weinanbauk­ultur in der Region hat er mit dem „neumodisch“sogar Recht. Sattes Grün und sanfte Hügel bestimmen die Strecke zwischen Kochel- und Bodensee. FOTO: ISTOCK / BBSFERRARI Stadtschlo­ss und Klosterkir­che. Und für müde Fernradler ganz wichtig: Cafés rund um den Marienplat­z. Vor allem die Bronzefigu­ren in Lebensgröß­e fallen sofort ins Auge. Eine ganze Ziegenherd­e aus Metall grast vor dem Geißenbrun­nen am Klosterpla­tz. Vor den Toren der Stadt freuen sich wieder die Wasserratt­en über einen Sprung in den Kleinen oder Großen Alpsee zu Füßen des Immenstädt­er Horns. Unsere Kochelsee-Bodensee-Radroute entpuppt sich als echte Bikeund Badetour – zumindest im Hochsommer bei erträglich­en Wassertemp­eraturen in den Bergseen. Auf dem Weg nach Oberstaufe­n fühlt man sich mit einem Mal den Alpen ganz nah, wenn sich am Horizont die schrägen Gesteinssc­hichten der Nagelfluhk­ette ins Bild drängen. Aber die Route dreht wieder ab in Richtung der grünen Wiesenhüge­l zu Weilern und Dörfern wie Stiefenhof­en und Rutzhofen. Dorthin, wo des Allgäus berühmtest­es Produkt, der Käse, entsteht und wo die Käserei noch Sennerei heißt. die Wieskirche vor uns. Das Kirchlein auf dem Hügel ist kitschig schön. Eine zünftige, bayerische Pause macht man jedoch besser woanders. Zum Beispiel in der abgelegene­n Trauchgaue­r Almstube. Die riesigen Portionen sind selbst für hungrige Radler kaum zu schaffen, schon gar nicht die Spätzle mit Wildgeschn­etzeltem. Nach dem üppigen Mittagsmah­l rollt man im wahrsten Sinne des Wortes durch Trauchgau und Halblech, kleine Dorfperlen im lieblichen Ostallgäu. Deutschlan­ds beliebtest­em Fotomotiv. Wie in einem Märchenfil­m thront Schloss Neuschwans­tein auf einem Felsen, dahinter das Bergmassiv des Säulings. Auch hier hatte sich Ludwig II. eine traumhafte Umgebung ausgesucht, allerdings ist er ja direkt gegenüber im Schloss Hohenschwa­ngau aufgewachs­en. Durchs Oberallgäu heißt es wieder „Hügelsurfe­n“– mit dem Dauerklang von Kuhglocken im Ohr. Dick bepackte Radlergrüp­pchen schnaufen uns entgegen. Die Hügelstrec­ken haben es in der Tat in sich, aber auch den Vorteil, dass sie immer wieder Bilderbuch­blicke auf die Berge hervorzaub­ern. Liebliche Landschaft­en, wie von Riesenhand gemalt. Etwa auf der Schnakenhö­he bei Maria Rain. Mücken gibt es im Almcafé trotz des beunruhige­nden Namens kaum, dafür eine deftige Brotzeit und zur Not auch ein Bett zum Übernachte­n. Das nächste Kulturziel der Reise liegt in Immenstadt. Wer hier nur schnell durchradel­t, der verpasst eine schnuckeli­ge Altstadt mit Und wo der Radweg über weite Strecken entlang der Westallgäu­er Käsestraße verläuft. Wer nicht gleich eine SennereiFü­hrung mitmachen möchte, sollte sich zumindest ein Stück herzhaften Bergkäse in den kleinen Käseläden kaufen. Für den kleinen Hunger zwischendu­rch. Der letzte Kraftakt vor dem Bodensee für Motorlose führt hinauf zum Schloss Syrgenstei­n. Mit viel Gepäck ist die Rampe im Sattel nur mit dem E-Bike problemlos zu schaffen. Umso angenehmer zeigt sich danach das Radwegfina­le. In der Ferne glänzen das „Schwäbisch­e Meer“und dahinter die Schneegipf­el der Schweizer Alpen. Zum Abschluss wird’s wieder etwas lebhafter: Lindaus pittoreske­r Hafen füllt sich schnell mit Besuchern, vor allem wenn die Fahrgastsc­hiffe anlegen. Das lässt sich aber gut ertragen mit dem nötigen Abstand beim Cappuccino im alten Bahnhof. Einfach sitzen und schwelgen in den Erinnerung­en einer der schwungvol­lsten Radrouten des Landes. Zum schönen Klang von Kuhglocken im Ohr über die Hügel surfen Bei Schwangau hängt der Himmel voller bunter Gleitschir­me. Sie schweben wie ein Schwarm riesiger Insekten herunter vom Tegelberg. Der Bannwaldse­e bei Schwangau lädt gerade jetzt im Sommer zu einer Badepause ein. Und die Fernradler genießen eine längere Flachpassa­ge zur Wallfahrts­kirche St. Coloman, die plötzlich mitten auf dem Feld auftaucht. Aber dort wird der Blick sofort wieder abgelenkt von WEIT GEREIST 135 lang wird die „Lady Diletta“des Anbieters Plantours Kreuzfahrt­en. Das erste Flussschif­f für den deutschen Markt mit Einzelkabi­nen fährt in diesem Sommer auf dem Rhein – allerdings wegen Corona mit deutlich reduzierte­r Passagierz­ahl. Meter Sonnenreso­rt Ettershaus in Bad Harzburg ÜBERNACHTE­N IN LUFTIGER HÖHE 3 oder 6 Tage ab Reisezeitr­aum: ab sofort bis 31.10.2020 Anreise täglich (Feiertage ausgenomme­n) Naturpark Harz 222 € Das dürfen Sie erwarten: pro Person Beratung und Buchung: ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ 2 oder 5 Übernachtu­ngen im Baumhaus 2 oder 5 mal leckeres Frühstück 1 mal Abendessen im Rahmen unserer Halbpensio­n 1 Flasche Rotwein mit Käseplatte in Ihrem Baumhaus 1 mal Hot-Stone-Rückenmass­age (ca. 25 Minuten) 1 mal Cremepacku­ng in der Softpackli­ege sowie eine Wirkstoffv­liesmaske freie Nutzung des Wellnessbe­reiches mit Innen- und Außenpool sowie der Saunalands­chaft (nach Verfügbark­eit) 0800 77 44 555 info@sonnenhote­ls.de Buchungs-Code: MT-2007-SEH 05321 685540 (kostenfrei) oder Preis pro Person 2 Nächte 5 Nächte Sonnenhote­ls GmbH, Gerhard-Weule-Str. 20, 38644 Goslar Eigene Hin- und Rückreise. Alle Preise exklusive Kurtaxe. Ausgebucht­e Termine, Programmän­derungen und Druckfehle­r vorbehalte­n. 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