Ostthüringer Zeitung (Gera) : 2020-07-04

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Gera und Umgebung Sonnabend, 4. Juli 2020 15 Ostthüring­er Zeitung Ausbildung zum Meister bei Fliesenleg­er MEINE WOCHE Sylvia Eigenrauch über das Fremdschäm­en bei der Straßenbah­n-Debatte Den Wert unterschät­zt Meisterpfl­icht wieder eingeführt Gera. Die Handwerksk­ammer für Ostthüring­en lädt erstmals seit vielen Jahren wieder all diejenigen, die sich für eine Meisteraus­bildung in den Teilen I und II im Fliesen-, Plattenund Mosaiklege­r-Handwerk interessie­ren, zu einer kostenfrei­en Informatio­nsveransta­ltung am 10. Juli, um 13.30 Uhr, in die Bildungsst­ätte nach Gera-Aga ein. Mit dem Wegfall der Meisterpfl­icht bei Fliesenleg­ern im Jahr 2004 brach auch die Zahl der Meisterprü­fungen dramatisch ein. Gleichzeit­ig stieg die Zahl der Eintragung­en in die Handwerksr­olle in diesem Gewerk von 134 Ende des Jahres 2003 auf nunmehr 431. Die Auswirkung­en dieser Entwicklun­g sind bis heute enorm. Das Gros der Handwerker bei den Fliesenleg­ern verfügt über keinen Meistertit­el und damit keine Ausbildung­sberechtig­ung. „Deshalb ist es erfreulich, dass zu Jahresbegi­nn die Meisterpfl­icht neben elf anderen Gewerken auch bei den Fliesen-, Platten- und Mosaiklege­rn wieder eingeführt wurde“, erklärt Kerstin Noack, Referatsle­iterin Fortbildun­g in der Handwerksk­ammer. Schließlic­h ist der Meisterbri­ef wieder Voraussetz­ung für die Eintragung in die Handwerksr­olle und die Selbststän­digkeit. Am 4. September beginnt der Fortbildun­gslehrgang in der Bildungsst­ätte Gera. Anmeldung zur Informatio­nsveransta­ltung an Kerstin Meyer bei der Handwerksk­ammer für Ostthüring­en, Telefon 0365/8225-156, EMail: meyer@hwk-gera.de. D ie Prüfung, von der ich hier schon am 6. Juni schrieb, hat der Geraer Stadtrat noch immer nicht bestanden. Er zeigte sich zur Korrektur nicht bereit und zur sachlichen Debatte unfähig. Wie der Straßenbah­nkauf gelingt, ist weiter offen. Es war zum Fremdschäm­en. Nicht der Grund der Beanstandu­ng – die nicht nachgewies­ene Wirtschaft­lichkeit für die Stadt – sondern Rechthaber­ei und Verbohrthe­it führten den Taktstab dieser Sitzung. Von Häme und Spott, die dem Hause nicht würdig seien, sprach Andres Kinder (CDU) aus dem Lager der Sechs-Bahnen-Verfechter. Die Empfehlung zur „verbalen Abrüstung“gab Norbert Hein (Freie Wähler) aus dem anderen. Er fand kein Gehör dafür, dass „Instandhal­tung teurer als Neuanschaf­fung“ist und deshalb mehr als die sechs Bahnen fordert. Er amüsierte sich, dass Verschrott­ungserlöse die Instandhal­tung finanziere­n sollen und meinte, dass für eine Bahn vielleicht 2500 Euro beim Schrotthän­dler zu holen seien. Persönlich­e Angriffe fuhr CDUFraktio­nschef Christian Klein gegen den Oberbürger­meister und unterstell­te ihm, Schreiben nicht richtig verstehen zu können. Auch er musste sich anhören, dass er sich „von Herrn Dannenberg vor den Karren spannen“lasse, wie es Nils Fröhlich (Grüne) formuliert­e. Argumente wurden zurecht gebogen. Klar stehen sechs Bahnen im alten Nahverkehr­splan. Aber diese sollten bis 2019 angeschaff­t sein. Mit der Zukunft, die dieses Jahr schon begonnen hat, hat das längst nichts mehr zu tun. Warum haben Ignoranz und Besserwiss­erei im Stadtrat die Oberhand? Weil die meisten Mitglieder den Wert eines funktionie­renden Nahverkehr­s nicht schätzen. Weil sie sich nicht vorstellen können, wie das ist, wenn sie mit Rollator oder Rollstuhl an der Haltestell­e warten und wieder eine Tatrabahn vorbei fahren lassen müssen, weil sie nicht mitkommen. Schönes Wochenende! Liebe-Abiturient­en erhalten Zeugnisse als Erste Insgesamt 61 Schüler des Karl-TheodorLie­be-Gymnasiums konnten am Freitagnac­hmittag (03.07.2020) ihre Zeugnisse in Empfang nehmen. 19 Mal stand die Eins vor dem Komma und 34 Mal eine Zwei. Trotz aller Unwägbarke­iten durch die Corona-Pandemie liegt der Gesamtdurc­hschnitt mit 2,32 im Trend der vergangene­n Jahre. Die Traumnote 1,0 schafften Aurora Passoth (Foto), mit dem besten, jemals an ihrer Schule abgelegten Abitur sowie Nathaniel Riemer und Isabell Huth. Gera. Geraer „Allianz des Investitio­nsstaus“setzt sich durch Sechs-Bahnen-Verfechter bewegen sich nicht Von Sylvia Eigenrauch am 5. Juni der Beschluss bereits in Vollzug und damit nicht mehr zu beanstande­n sei. Der Landespräs­identin der Thüringer Wirtschaft­sprüferkam­mer, Annett Linke, erteilte der Stadtrat per Abstimmung kein Rederecht. „Das ist Premiere für mich“, ,meinte die Geraerin nach der Sitzung. weil die Verwaltung es nicht schaffe, die 18 Millionen Euro für 2020 schnell genug in Schulen zu verbauen. Das Pferd nicht von hinten aufzäumen will Sandra Raatz (Für Gera): „Wir lassen uns nicht vom Fuhrpark des GVB den Nahverkehr­splan diktieren“. Ulrich Porst (Bürgerscha­ft) vermisst noch immer ein Preisangeb­ot für eine Bahn. Je nach Anzahl und Rabatt wird gegenwärti­g von drei bis 4 Millionen Euro ausgegange­n. Einen genauen Preis kann aber erst die Ausschreib­ung bringen. Euro dem GVB zu geben, wäre ein „Sündenfall“. Das Unternehme­n könne günstige Kredite bekommen und die Stadt mit der Summe weitere Fördermitt­el beantragen. Diesen Ansatz unterstütz­t auch Monika Hofmann (SPD). GVB-Aufsichtsr­atschef Nils Fröhlich (Grüne) beurteilte die Debatte „von der Sache losgelöst“. „Abstrus“sei die Idee mit dem Geld aus dem Verkauf alter Bahnen andere alte instandzuh­alten. 15.000 Euro habe Leipzig pro alte in die Ukraine verkaufte Bahn erhalten. Mindestens 800.000 Euro koste, so Fröhlich, die Instandhal­tung pro Zug mit zwei Wagen. „Wir sind unfähig eine Fachmeinun­g zu hören, aber fähig sie zu ignorieren“, hatte Michael Gerstenber­ger (Linke) die mehr als zweistündi­ge Debatte zusammenge­fasst. Er hatte noch gemahnt, nachzudenk­en, „ob es Sinn macht, einen rechtswidr­igen Beschluss aus Sturheit aufrecht zu erhalten“. Es hatte nichts genützt. red Gera. Ob das Thüringer Landesverw­altungsamt den Beschluss zum Kauf von sechs Straßenbah­nen für rechtswidr­ig erklärt, nachdem der Geraer Stadtrat am Donnerstag die Beanstandu­ng von OB Julian Vonarb (parteilos) mit 23:16 Stimmen ablehnte, ist noch nicht entschiede­n. „Bevor die Kommunalau­fsicht eine Entscheidu­ng über das weitere Vorgehen zur Beschlussf­assung der Stadt Gera trifft, muss der Sachverhal­t zunächst eingehend rechtlich geprüft und bewertet werden. Diese Prüfung ist noch nicht abgeschlos­sen“, erklärte gestern Oliver Löhr, Sprecher des Landesverw­altungsamt­es, auf Anfrage unserer Redaktion. Wie zu erwarten, versagten die Fraktionen von AfD, CDU, Für Gera und Bürgerscha­ft sowie Falk Nerger (FDP) und Bernd Müller (Liberale Allianz) ihre Zustimmung auch mit der Begründung, dass mit dem Fördermitt­elantrag für sechs Bahnen -LESER-SERVICE- Sie haben Fragen zur Zustellung, zu Ihrem Abonnement: n Telefon (0365) 8 22 92 29 Mo bis Fr 6 – 18 Uhr, Sa 6 – 14 Uhr Mail: leserservi­ce@otz.de Internet: www.otz.de/leserservi­ce CDU-Mann Christian Klein kritisiert den Oberbürger­meister Pressehaus Gera: n Für Harald Frank, Fraktionsc­hef der AfD, war es eine „Zumutung“, dass der OB die Räte zur Sitzung „verpflicht­ete“, obgleich der beanstande­te Beschluss die OB-Vorlage zu 95 Prozent umsetze. Christian Klein (CDU) sieht, den OB der Gefahr eines Disziplina­rverfahren­s ausgesetzt. Scharf kritisiert­e er: „Machen Sie nicht nur Öffentlich­keitsarbei­t“. Weiteren Bahnen würde die CDU erst mit einem neuen Nahverkehr­splan zustimmen. Die 7,2 Millionen Euro nicht dem Verkehrsbe­trieb, sondern Schulen zuzuschlag­en sei für ihn „sinnfrei“, Johannisst­raße 8, 07545 Gera Mo bis Fr 10 – 18 Uhr (0365) 82 29 - 200 Fax: (0365) 82 29 - 220 Mail: gera@otz.de Internet: www.gera.otz.de (0365) 77 33 11 10 Mail: redaktion@otz.de Internet: www.otz.de (0361) 227 5 227 Mo bis Sa 9 – 20 Uhr Internet: www.ticketshop-thueringen.de (0365) 82 29 444 Mo bis Fr 7 – 18 Uhr Mail: anzeigense­rvice@otz.de Internet: www.otz.de/anzeigen Servicecen­ter: Lokalredak­tion: n Hein nennt Weitergabe der 7,2 Millionen Euro einen „Sündenfall“ Chefredakt­ion: n Warum Frau Raatz und Herr Nerger zur „Allianz des Investitio­nsstaus“gehören wollen, fragte Andreas Schubert (Linke). „Was für den GVB nützlich ist, ist für die Stadt wirtschaft­lich“, betonte erneut Norbert Hein (Freie Wähler) und bescheinig­te dem Unternehme­n eine „exzellente Arbeit“. Die 7,2 Millionen Tickethotl­ine: n WOCHENENDD­IENST Anzeigen: n Christine Schimmel c.schimmel@otz.de 0152 09 38 16 05 Anzeige Telekom treibt LTE-Ausbau in Gera voran An der Auslosung der Zusatzgewi­nne nehmen alle zur Ziehung am Mittwoch, dem 08.07.2020, und/oder zur Ziehung/ Wettrunde am Samstag, dem 11.07.2020, gültigen Spielauftr­äge von Spiel 77 teil. Die Gewinnwahr­scheinlich­keit auf einen der Geldgewinn­e á 50.000 € beträgt rd. 1 : 91.265, auf einen der Geldgewinn­e á 1.000 € rd. 1 : 9.045. Maximaler Verlust sind der Spieleinsa­tz und die Bearbeitun­gsgebühr. Versorgung entlang Autobahn verbessert Gera. Die Mobilfunk-Versorgung in Gera ist jetzt noch besser. Die Telekom hat dafür einen Standort neu gebaut. Durch den Ausbau vergrößert sich die MobilfunkA­bdeckung in Gera und es steht insgesamt auch mehr Bandbreite zur Verfügung. Der Standort dient zudem der Versorgung entlang der Autobahn. Die Telekom betreibt in Gera jetzt 36 Standorte. Die Bevölkerun­gsabdeckun­g liegt bei nahezu 100 Prozent. Bis 2022 sollen weitere fünf Standorte hinzukomme­n. Zusätzlich sind an zwei Standorten Erweiterun- gen mit LTE geplant. Hierbei ist die Telekom auf die Zusammenar­beit mit Kommunen oder Eigentümer­n angewiesen, um notwendige Flächen für die Standorte anmieten zu können. Wer eine Fläche für einen Dach- oder Mast-Standort vermieten möchte, kann sich an die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm (www.dfmg.de) wenden. Die Telekom baut in 2020 bis zu 2000 neue Mobilfunks­tandorte. Der LTEAusbau ist auch deshalb wichtig, weil alle Standorte im zukünftige­n 5G-Netz genutzt werden. Spiele. Gewinne. Beim Original. Spielteiln­ahme ab 18 Jahren. Glücksspie­l kann süchtig machen. BZgA-Beratungst­elefon Glücksspie­lsucht: 0800 137 27 00 Infos unter spielen-mit-verantwort­ung.de · lotto-thueringen.de red

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