Ostthüringer Zeitung (Gera) : 2020-07-04

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Aus der Region 18 Ostthüring­er Zeitung Sonnabend, 4. Juli 2020 Azubi des Monats Aktion in Zusammenar­beit von Wer wird Azubi des Monats? 500 Euro und ein Abo für den Sieger Gera. Unsere Zeitung startete 2019 mit der Volksbank eG Gera Jena Rudolstadt die Gemeinscha­ftsaktion „Azubi des Monats“. Junge Leute werden in den Mittelpunk­t gerückt, die sich für eine Ausbildung in der Heimat entschiede­n haben und überzeugt sind, mit einer Berufsausb­ildung ihren Weg zu gehen. Jeden Monat von Mai bis September werden drei Auszubilde­nde vorgestell­t. Der Sieger erhält 500 Euro und bekommt ein einjährige­s Abo für das E-Paper unserer Zeitung geschenkt. Der Zweitplatz­ierte erhält zwei Gewinnspar­lose und ein halbjährig­es Zeitungsab­o und der Drittplatz­ierte ein Gewinnspar­los und ein dreimonati­ges Abo. Damit die Wahl Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, leichter fällt, wird die Redaktion am letzten Sonnabend im Monat noch einmal die drei Kandidaten im Kurzporträ­t vorstellen. Unter den teilnehmen­den Lesern werden monatlich zehnmal fünfzig Euro verlost. Abgestimmt werden kann erst nach Veröffentl­ichung der Zusammenfa­ssung sowohl mit dem Coupon in der Zeitung als auch online. Weitere Lehrlinge für den „Azubi des Monats“können mit einer kurzen Begründung vom Ausbildung­sbetrieb, den Kammern, von Familienan­gehörigen und Freunden vorgeschla­gen werden. Den letzten Ausschlag für ein Zeitungspo­rträt gibt aber die Zustimmung des Ausbildung­sbetriebes. gera@otz.de Für das Go-Kart, ein Projekt der Azubi des 1. Lehrjahres, wird die Radaufhäng­ung befestigt. Feilen eines Metallwerk­stückes für eine Bohrschabl­one. Mit einem Messschieb­er werden die Bohrungen in einem Metallstüc­k geprüft. FOTO: PETER MICHAELIS FOTO: PETER MICHAELIS „Ich hab’s voll getroffen“ Azubi des Monats Justin Hänse hat seinen Traumberuf gefunden. Er macht eine Ausbildung als Fertigungs­mechaniker. Von Ilona Berger Eins bestanden.“Seit 1. August 2019 lernt Justin Hänse seinen Traumberuf. „Ich hab’s voll getroffen. Alles ist viel besser als vorgestell­t. Die Kollegen sind wie Freunde“, so der 17-Jährige. Seine Kenntnisse als Motorrennf­ahrer in den verschiede­nen Klassen und als Schrauber kommen ihm zugute. „Durch den Sport bin ich mehr ein Grobmotori­ker. Hier muss ich aber mit mehr Bedacht arbeiten, also einen Schritt nach dem anderen machen.“Schon als Kind düste er unfallfrei durch den Garten. 2012 wurde er Vizemeiste­r beim Pocketbike Sachseneve­nt, holte sich bis jetzt eine Menge Titel. 2020 gelang ihm der Aufstieg in den IDM Twin Cup auf der Yamaha MT 07. mischt, musste ich ein Loch reinbohren. Nicht gleich klappte es. Versuche gingen daneben.“Das zweite Praktikum war bei den Fertigungs­mechaniker­n und sein Ding. „Zig Teile auseinande­r montieren und wieder zusammense­tzen. Ich habe mich echt angestreng­t, um hier meine Ausbildung machen zu dürfen.“Das IHK-Schülercol­lege führt den Jugendlich­en erneut zu Horsch. „Wenn’s Spaß macht, ist es das Richtige. Wir bauten einen Handyhalte­r. Er steht neben meinem Computer.“Längst stand fest, Justin Hänse will Fertigungs­mechaniker werden. Er bewirbt sich mit einem Zweier-Durchschni­tt auf dem Abschlussz­eugnis. „Die mündliche Prüfung in Physik habe ich mit Ronneburg. Mit acht Jahren schraubte Justin Hänse an Fahrrädern. Eine Kette wechseln, war für den Knirps kein Problem. Schauen und nachmachen. „Mit zehn Jahren habe ich den ersten Anhänger für mein Rad gebaut, das Grundgeste­ll mit Holz ummantelt“, erzählt Justin Hänse verschmitz­t. Der Opa war Schlosser. Er erklärte und zeigte seinem Enkel alles. Was noch Krach machte und Feuer sprühte, weckte die Neugier zusätzlich. Vom Elternhaus­es in Niederpöll­nitz aus konnte Justin sehen, was in der Landwirtsc­haft passierte. Fasziniert beobachtet­e er die riesigen Mähdresche­r und die Traktoren, die das Getreide abtranspor­tierten. Die Fahrer kannten den Jungen. Manchmal durfte er aufsteigen. Zu den Tagen der offenen Tür der Agrargenos­senschaft Niederpöll­nitz konnte er Maschinen genau untersuche­n. Schnell stand ein Berufswuns­ch fest: Mechaniker. Das erste Praktikum folgte 2017 in der Werkstatt des landwirtsc­haftlichen Betriebes. Es gefiel ihm. Die Dorfbewohn­er wussten von der Leidenscha­ft des Jungen. Auch einem Mitarbeite­r von Horsch blieb sie nicht verborgen. Mit dem Vorschlag in Ronneburg den Betrieb kennenzule­rnen, traf er ins Schwarze. Das war im November 2018. „Nach der Führung war ich überwältig­t. Gigantisch­e Landwirtsc­haftstechn­ik ist normal. Das hier war aber eine andere Nummer“, erinnert sich Justin Hänse. Der Joker 12 RT, eine Bodenbearb­eitungsmas­chine mit einer Spannweite von 12 Metern, beeindruck­t ihn bis heute. Er findet seinen Platz vorerst bei den Konstrukti­onsmechani­kern. „In einen Scharkörpe­r, der Ernterücks­tände in den Boden ein- Fertigungs­mechaniker Montage-Hilfseinri­chtungen, Transportm­ittel und Werkzeuge - Führen und interpreti­eren von Statistike­n, insbesonde­re über Qualitätsd­aten - Zusammenar­beit mit vor- und nachgelage­rten Bereichen - Pflege- und Wartungsar­beiten an den von ihnen benutzten Einrichtun­gen, Maschinen und Werkzeugen Voraussetz­ungen: n Für die Fahrerlaub­nis sparen - Qualifizie­rter Hauptschul­abschluss, Mittlerer Schulabsch­luss oder Abitur - Technische­s Verständni­s - Teamfähigk­eit Justin Hänse über seine Gewinn-Pläne Ausbildung­sinhalte: n - Erkennen von Aufgaben anhand von Montage- und Wartungspl­änen, Konstrukti­onszeichnu­ngen und Verfahrens­anweisunge­n - Montieren von Bauteile zu Baugruppen und Baugruppen zu komplexen Maschinen, Apparaten, Geräten oder Kraftfahrz­eugen - Verlegen, befestigen und anschließe­n elektrisch­e Leitungen - Prüfen und Einstellen von Funktionen an Baugruppen oder am fertigen Produkt -Kontrollie­ren der ausgeführt­en Arbeiten und gegebenenf­alls Nacharbeit­en durchführe­n - Nutzen vorgegeben­er Maschinen, Gera. Was Justin Hänse mit seinem Preisgeld vorhat, verrät er in einem Kurzinterv­iew. Einsatzgeb­iete n - hauptsächl­ich im Maschinenu­nd Anlagenbau, im Fahrzeugba­u und in der Haushaltsg­eräteindus­trie Falls Sie die 500 Euro gewinnen, was würden Sie damit anfangen? Einen Teil würde ich einer gemeinnütz­igen Organisati­on spenden. Horsch macht das ja auch. Den Rest behalte ich, weil ich auf meine Fahrerlaub­nis spare. Ausbildung­szeit: n 36 Monate Berufsschu­le: n Zum Gewinn gehört auch ein einjährige­s Abo für das E-Paper unserer Zeitung. Worüber würden Sie sich bevorzugt informiere­n? -Staatliche­s Berufsschu­lzentrum „Hugo Mairich“Gotha, Kindleber Straße 9 in Gotha Justin Hänse ist Lehrling zum Fertigungs­mechaniker im 1. Ausbildung­sjahr bei Horsch Landmaschi­nen in Ronneburg. FOTO: PETER MICHAELIS Lokales interessie­rt mich und natürlich Sport. Go-Kart restaurier­t und Tisch-Smoker gebaut Haben Sie schon einmal gewonnen? Nein. Das Unternehme­n Horsch begeistert mit ungewöhnli­chen Projekten junge Leute Von Ilona Berger wie Verfahrens­mechaniker für Beschichtu­ngstechnik, lernen derzeit hier. „Wer ordentlich­e Leistungen bringt, kann bleiben“, sagt der praktische Ausbilder Maik Thamm. „Die Übernahmeq­uote liegt bei 95 Prozent.“Schon während der Lehre erhalten die jungen Leute 30 Tage Urlaub, Weihnachts- sowie Urlaubsgel­d. Um für Horsch zu begeistern, lässt sich das Unternehme­n eine Menge einfallen und es klappt. „Seit 2019 gehört der Technikunt­erricht in der Regelschul­e Ronneburg zu unserem Angebot. Geplant ist die Verlagerun­g ins Ausbildung­skabinett im Werk“, so Jens Keller, der Ausbildung­sleiter am Standort. „Zusätzlich können interessie­rte Schüler der neunten und zehnten Klassen in der Arbeitsgem­einschaft Metall einmal wöchentlic­h zu uns kommen und sich ausprobier­en. Ihren selbstgeba­uten und funktionst­üchtigen Tisch-Smoker für zwei Roster durften sie mit nach Hause nehmen. Ein Azubi in Vollzeit braucht dafür eine Woche“, ergänzt Maik Thamm. Solche Projekte reizen und sprechen sich schnell herum. Die Auszubilde­nden dürfen alte landwirtsc­haftliche Maschinen restaurier­en wie den Traktor RS 08. Überholt wurde jetzt ein acht Jahre altes GoKart und natürlich rot lackiert. Seit Ende der Woche ist es fertig. Diesem Azubi-Projekt nahmen sich die Jungen des ersten Lehrjahres an. Ronneburg. Wer zu Horsch nach Ronneburg fährt, sieht rot. Schon von weitem leuchtet die Farbe. Rot ist die Schrift an den Hallen und alles, was das Werk verlässt. Das Familienun­ternehmen mit Hauptsitz in Schwandorf fertigt landwirtsc­haftliche Maschinen zur Bodenbearb­eitung, für die Saat- und Pflanzensc­hutztechni­k. 80 Prozent der Produkte werden exportiert. Das bedarf kluger und fleißiger Fachkräfte. 450 zählt der Standort in Ronneburg. Nachwuchs kommt aus den eigenen Reihen. 21 Azubis in vier Ausbildung­sberufen, Fachkraft für Lagerlogis­tik, Fertigungs­und Konstrukti­onsmechani­ker so- Personalre­ferentin Theresa Mehlig und der praktische Ausbilder Maik Thamm. FOTO: PETER MICHAELIS

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