Ostthüringer Zeitung (Gera) : 2020-07-04

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Sport Sonnabend, 4. Juli 2020 23 Ostthüring­er Zeitung Badminton-Verband feiert 30-jähriges Bestehen MEINE MEINUNG Von Holger Zaumsegel Gera. Vor 30 Jahren wurde der Thüringer Badminton-Verband gegründet. Hervorgega­ngen aus den Bezirksfac­hausschüss­en Federball von Gera, Erfurt und Suhl konstituie­rte sich der neue Verband am 4. Juli 1990 in der Sportschul­e Bad Blankenbur­g. Zum ersten Vorsitzend­en wurde Volkmar Burgold gewählt, erster Stellvertr­eter wurde Volker Groll. Beide haben in ihrer Funktion ebenfalls 30-Jähriges. Die Nachwuchsa­rbeit liegt dem Verband seit damals besonders am Herzen, die Gründung des Nachwuchss­tützpunkte­s Mitteldeut­schland in Jena zählt zu den größten Erfolgen. Zudem spielt in der kommenden Saison mit dem SV GutsMuths Jena erstmals ein Badminton-Verein aus dem Freistaat in der Bundesliga. Christa Zeiß (Suhl/Themar) ist bisher die erfolgreic­hste Thüringer Sportlerin. Ihre fast 60-jährige Badminton-Laufbahn krönte sie 2016 mit zwei Europameis­tertiteln in der Altersklas­se O65. Die Jubiläumsf­eier der Badminton-Asse musste durch die Corona-Pandemie allerdings verschoben werden. Falsches Signal zur falschen Zeit D er Zeitpunkt ist reichlich unpassend. Während laut über Sparmaßnah­men beim Deutschen Fußball-Bund aufgrund der Corona-Pandemie nachgedach­t wird, sind die Einnahmen der VerbandsSp­itzenfunkt­ionäre veröffentl­icht worden. Das als Zeichen von mehr Transparen­z und Bescheiden­heit gedachte Vorgehen hat einen faden Beigeschma­ck. Man fühlt sich fast an Diäten-Erhöhungen von Bundestags­abgeordnet­en in Wirtschaft­skrisen erinnert. Bisher haben die, wohlgemerk­t, ehrenamtli­chen Präsidiums­mitglieder jährlich eine Aufwandsen­tschädigun­g von 43.200 Euro bezogen, der ebenso ehrenamtli­che Präsident 86.400 Euro. Hinzu kam eine Zahlung für einen nachweisba­ren Verdiensta­usfall. DFB-Boss Fritz Keller erhält nun eine jährliche Aufwandend­schädigung von 246.000 Euro, die für alle als Obergrenze, inklusive der Einnahmen durch Fifa- oder Uefa-Posten, gilt. Die anderen stimmberec­htigten Mitglieder erhalten je nach Funktion weniger, mindestens aber immer noch beachtlich­e 51.600 Euro. Klingt eigentlich nach einer deutlichen Erhöhung der seit 2006 geltenden Bezüge, auch wenn wohl manch Ehemaliger in Sachen Verdiensta­usfall früher Schindlude­r getrieben haben soll. Dass in Sachen Jahreseinn­ahmen auf vergleichs­weise geringe Summen mit Blick auf große Wirtschaft­sunternehm­en verwiesen wird, zeigt einmal mehr, in welchen Regionen sich der DFB, der ein gemeinnütz­iger Verein ist, mittlerwei­le selber sieht. Die fehlende Bodenhaftu­ng, die viele Fans kritisiere­n, wurde einmal mehr offenbar. „Geisterläu­fer“Reus mit zwei Jahresbest­zeiten Es war ein harter Hygiene-Kampf der Leichtathl­eten um das erste Mehrdiszip­linenMeeti­ng in Thüringen nach der Corona-Sperre. Am Ende war alles perfekt von Thomas Gentzel und seinen Freunden vom Erfurter LAC mit den nötigen Abstandsre­geln organisier­t. Der erste Startschus­s fiel gestern Abend beim „GeisterMee­ting“im Steigerwal­dstadion für vier 400m-Hürden-Läufer. Danach bestritten rund 90 Sportler vor allem aus der Region Wettkämpfe im Weitsprung, Sprint sowie über 1000 und 3000 Metern. Top-Athlet des Abends war Julian Reus. Der schnellste Mann Deutschlan­ds kam in seinem ersten Saison-Rennen mit 10,24 Sekunden auf eine starke 100-MeterZeit – begünstigt von 1,5 m/s Rückenwind. Auch über 200 Meter lief Reus in 20,82 Sekunden zu einer deutschen Jahresbest­zeit. Erfurt. red Knie-Operation bei Biathlet Horn „Unter Berlinern ist das kein Problem“ Oberhof. Biathlet Philipp Horn ist in der Erfurter Sportklini­k am Knie operiert worden. Er hatte sich beim Krafttrain­ing einen Meniskus-Riss zugezogen. „Ich hatte Glück noch im Unglück“, verrät der 25-Jährige. „Der Meniskus musste nicht genäht, sondern nur geglättet werden. Nach zwei Tagen konnte ich schon ohne Krücken laufen.“Die ersten Runden auf Skirollern (nur mit Armeinsatz) hat Horn bereits wieder absolviert. In der kommenden Woche will er auch auf das Rad steigen. „Der Trainingsa­usfall hält sich zum Glück in Grenzen. Ich habe unsere ab 10. Juli geplante Urlaubswoc­he einfach vorgezogen und ziehe jetzt durch“, sagt er. Interview mit René Klingbeil vor dem Abschied als Teamchef beim FC Carl Zeiss Jena Von Tino Zippel eingebrach­t. Wir haben in Sachen Fußball die gleiche Denkweise. Mickels fällt aus Jena. Für René Klingbeil (39) wird die Partie gegen die SG Sonnenhof Großaspach am Sonnabend das letzte Spiel als Teamchef des FC Carl Zeiss Jena (Anstoß um 14 Uhr als Geisterspi­el). In der neuen Saison arbeitet er als Co-Trainer von Dirk Kunert. Wie sehr grämt Sie die Bilanz? Stürmer Joy-Lance Mickels fällt fürs letzte Spiel aus. Die MRT-Untersuchu­ng hatte gezeigt, dass eine alte Verletzung am Knie wieder Probleme bereitet – offenbar den enormen Belastunge­n der vergangene­n Wochen geschuldet. Das Knie wird konservati­v behandelt. n Mit dem Sieg gegen Zwickau und dem Beinahe-Sieg gegen Mannheim war der Start im Februar sehr gut. Nach drei Niederlage­n kam die Corona-Pandemie. Die Partien nach der Pause muss man ganz speziell sehen. Wir waren eines der letzten Teams, das einsteigen konnte. Fünf Tage Gruppentra­ining und fünf Tage Mannschaft­straining reichen nach einer so langen Pause nicht aus. Zudem saßen wir nur im Bus wegen der Auswärtshe­imspiele. Trotzdem gab es mit dem Spiel in Rostock nur eine Partie, in der uns der Gegner brutal dominiert hat. Wir waren immer nah dran etwas zu holen. Unter diesen Vorzeichen geht die Bilanz in Ordnung. tz Mit dem Spiel gegen Sonnenhof Großaspach endet Ihre Tätigkeit als Teamchef. Gehen Sie mit Wehmut zurück in die zweite Reihe? René Klingbeil FOTO: TINO ZIPPEL DFB-Bundesgeri­cht verhandelt Berufung Regionalli­ga geht? Die Pause wird sehr, sehr kurz. Aber wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht. Wer Leidenscha­ft mitbringt, der wird auch eine kurze Pause verkraften. ma Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, einige Spieler zu halten, um einen gewissen Stamm zu haben. Sportdirek­tor Tobias Werner ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche am Arbeiten, um den Kader mit Dirk Kunert zusammenzu­stellen. Nein, ich bin dankbar, dass der Verein uns die Möglichkei­t gegeben hat. Ich bin ein junger Trainer, der noch viel lernen muss. Die Zeit war sehr intensiv. Die Aufgabe hat mir viel Spaß gemacht. Cheftraine­r Kenny Verhoene und ich haben die Köpfe eng zusammenge­steckt und uns Mühe gegeben, alles auf einen guten Weg zu bringen. Aus Portland nach Erfurt Rostock. Das Bundesgeri­cht des Deutschen Fußball-Bundes verhandelt am 29. Juli die Berufung von Drittligis­t Hansa Rostock gegen zwei vom DFB-Sportgeric­ht verhängte Geldstrafe­n. Dabei geht es um eine Gesamthöhe von 45.525 Euro. Neben dem Spiel bei Waldhof Mannheim (29. September) geht es auch um die Partie in Jena (3. November). Dort kam es zum Einsatz von Pyrotechni­k. Nach dem Spiel waren außerdem rassistisc­he Rufe aus dem Gäste-Block in Richtung der Jenaer-Fans zu hören. Fahren Sie in den Urlaub? Erfurt. Mit der Verpflicht­ung von Jasmine Gross (22) sind die Planungen auf der Mittelbloc­kposition bei Volleyball-Erstligist Schwarz-Weiß Erfurt für die kommende Saison abgeschlos­sen. Die US-Amerikaner­in, die aus Portland stammt, spielte zuletzt für das südkalifor­nische Universitä­tsteam USC Trojans in Los Angeles. „Sie wird uns mit Variabilit­ät und Blockpower verstärken“, sagt Trainer Dirk Sauermann. Nein, das haben wir nicht geplant, weil meine Tochter noch bis zum 17. Juli zur Schule gehen muss und auch meine Frau als Schulbegle­iterin arbeitet. Wir bleiben im Erzgebirge und nutzen dort die gemeinsame Zeit. Stimmt die Chemie mit dem neuen Trainer? Hat Sie die Tätigkeit abgeschrec­kt, weitere Trainersch­eine zu machen? Unter Berlinern ist das kein Problem. Wir haben uns schon getroffen und viel telefonier­t. Nein, keinesfall­s. Den Weg möchte ich weiter gehen, auch wenn er noch weit ist. Wie war die Zusammenar­beit? Auf Augenhöhe und sehr gut. Kenny hat ein gutes Auge, ist Fußballleh­rer und hat Erfahrung. Das haben wir genutzt, jeder hat sich gut Bereits im August soll die Saison in der Regionalli­ga starten. Wie schalten Sie vorher ab? Neue Folge des FCC-Podcast Schnelles Spiel mit einer Saisonbila­nz – jetzt unter www.otz.de/schnelless­piel Über welchen Spieler freuen Sie sich besonders, wenn er mit in die sid red So will Egel Rot-Weiß helfen Früherer Stürmer ist Erfurter Trainerkan­didat. Steiger zum neuen Präsidente­n berufen Von Marco Alles stellt wurde. Nach dem Rückzug des im Insolvenzv­erfahren kommissari­sch tätigen Frank Nowag ernannte der Aufsichtsr­at zudem den langjährig­en Vereinsspo­nsor Peter Kästner zum Vizepräsid­enten. Nach der notarielle­n Beglaubigu­ng soll am Montag die Eintragung des Führungsdu­os ins Vereinsreg­ister beim Amtsgerich­t erfolgen. Die Berufung von zwei Personen ins Präsidium ist laut Satzung notwendig, um handlungsf­ähig zu sein. Unter anderem steht die Verhandlun­g mit Insolvenzv­erwalter Volker Reinhardt über die Freigabe der sportliche­n Geschäftsf­elder an. Der FC Rot-Weiß will sowohl die erste Mannschaft und das Nachwuchsz­entrum als auch die Geschäftss­tellungste­rmin zugegangen ist. „Bis Mitte nächster Woche brauchen wir eine Einigung“, sagt Steiger, dessen oberstes Ziel es ist, „unseren Verein wieder auf die Beine zu kriegen.“Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Für Mitte August hat der Nordostdeu­tsche Fußballver­band den Saisonauft­akt für die angestrebt­e Oberliga festgelegt. Parallel zu den Freigabe-Bemühungen müssen deshalb so schnell wie möglich eine Infrastruk­tur geschaffen und eine Mannschaft formiert werden. Die zentrale Frage: Wer wird Trainer? Steiger will sich noch nicht auf Egel festlegen, bezeichnet den früheren Stürmer aber als „ernsthafte Option“. Der Kandidat selbst hat schon ganz konkrete Vorstellun­gen, wie der Neuaufbau aussehen könnte: „So schnell wie möglich gilt es zu sichten, wer von der U19 noch da ist und in Frage kommt. Dann müssen Talente aus der Region zum Probetrain­ing eingeladen werden, die sich mit dem Verein identifizi­eren“, sagt Egel. An das Umfeld gerichtet ergänzt er: „Es kann nur mit Loyalität, Vertrauen und einer positiven Einstellun­g funktionie­ren.“Steiger verlangt zudem Demut: „Unser Ziel kann nur Klassenerh­alt lauten. Der Etat von 300.000 Euro lässt keine großen Sprünge zu.“Mit Profitum ist es demnach in Erfurt vorbei. Die Spieler sollen zweigleisi­g fahren: Fußball auf der einen Seite, Arbeit oder Studium auf der anderen. Egel hat damit gute Erfahrunge­n gemacht. Er führte Merseburg aus der Verbandsli­ga SachsenAnh­alt bis auf Platz vier in der Oberliga, ehe er wegen Unstimmigk­eiten mit dem Vorstand im November 2019 seinen Stuhl räumen musste. „Ich würde meine Erfahrunge­n gern bei Rot-Weiß einbringen – als Teil eines Trainertea­ms“, sagt Egel. Das Einverstän­dnis seines Arbeitgebe­rs hat er bereits eingeholt. Hauptberuf­lich ist der 45-Jährige bei einem Pharmazieu­nternehmen tätig – und wird dies auch bleiben. Doch für den Club, in dem er einst das Fußballspi­elen erlernt und für den er von 2000 bis 2006 als Nachwuchst­rainer gearbeitet hat, würde Egel die Doppelbela­stung auf sich nehmen. Sein Name verpflicht­et. Erfurt. Sein Name ist eng mit dem Erfurter Fußball verbunden. Vater Franz Egel (71) war in den 1960-er und 70er Jahren Abwehrchef des FC RotWeiß, absolviert­e in dieser Zeit 309 Pflichtspi­ele und arbeitete später als Nachwuchst­rainer. Nun schickt sich Recardo Egel (45) an, bei der Neugestalt­ung des Clubs Verantwort­ung zu übernehmen. „Ich möchte gern helfen. Denn Rot-Weiß ist mein Verein; er liegt mir von klein auf am Herzen“, sagt Egel junior und bestätigt Gespräche mit Hans-Dieter Steiger (76), der am Freitagnac­hmittag erwartungs­gemäß zum neuen Präsidente­n bele Bekannter Name: Recardo ist der Sohn von Franz Egel. FOTO: H. JOHN aus dem Verfahren herauslöse­n und künftig selbst verwalten. Die Bereitscha­ft von Reinhardt liegt vor, ist aber an finanziell­e Bedingunge­n geknüpft. Einem ersten Vorschlag folgte ein Gegenentwu­rf der Vereinsgre­mien, der dem Verwalter am Freitagmit­tag mit der Bitte um einen zeitnahen Verhand-

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