Ostthüringer Zeitung (Gera) : 2020-07-04

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Aus aller Welt Sonnabend, 4. Juli 2020 28 Ostthüring­er Zeitung Türkei: Tote bei Explosion in Fabrik KOMPAKT Leute Umgang mit der Krise „typisch britisch“ Viele Verletzte und Eingeschlo­ssene Popsängeri­n (33) hat den Umgang der britischen Regierung mit der Corona-Pandemie kritisiert. „Für mich war das wieder typisch britisch: ein bisschen stümperhaf­t“, sagte die Britin. „Wir haben es nicht richtig ernst genommen und dazu noch einen, ich sage mal, interessan­ten Premiermin­ister.“Großbritan­nien gehört mit über 44.000 Toten zu den Ländern, die am härtesten von der Corona-Krise betroffen sind. Ellie Goulding Istanbul. Bei mehreren Explosione­n in einer Fabrik für Feuerwerks­körper in der Türkei sind nach offizielle­n Angaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 97 Menschen seien bei dem Vorfall im westtürkis­chen Sakarya verletzt worden, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Istanbul. Eine Person sei schwer verletzt. Insgesamt arbeiten 189 Menschen in der Fabrik. Es seien noch Menschen in dem Gebäude eingeschlo­ssen, sagte Erdogan, ließ aber offen, ob alle Arbeiter zum Zeitpunkt der Explosion in der Fabrik waren. Die staatliche­n Nachrichte­nagentur Anadolu hatte gemeldet, dass 150 bis 200 Menschen in dem Gebäude eingeschlo­ssen waren. Durch fortlaufen­de Explosione­n würden die Rettungsar­beiten erschwert. Es waren 110 Tonnen explosive Stoffe in dem Gebäude gelagert. Die Feuerwehr warnte vor giftigem Rauch, der durch den Brand ausgetrete­n sei. dpa Film über Gründer der „Fab Four“geplant Das Leben des legendären Beatles-Managers der die „Fab Four“1961 berühmt machte, wird verfilmt. Das geplante Biopic „Midas Man“wird von dem schwedisch­en Regisseur Jonas Akerlund (54) inszeniert, wie das US-Branchenbl­att „Variety“berichtete. Epstein hatte die jungen Musiker im Cavern Club in Liverpool entdeckt, er klopfte bei Plattenfir­men an und erwirkte einen Vertrag für die vier. Brian Epstein, dpa Die mysteriöse Todesserie gefährdet die größte Elefantenp­opulation Afrikas. FOTO: AFP/NATIONAL PARK RESCUE / AFP/NATIONAL PARK RESCUE Das rätselhaft­e Elefantens­terben dpa Beklagt fehlende Unterstütz­ung Im Süden von Afrika sind hunderte Dickhäuter verendet, noch lebende Tiere zeigen Verhaltens­auffälligk­eiten. Experten haben einen ersten Verdacht, was die Ursache ist (38), Ehefrau von Prinz Harry, hat eine fehlende Rückendeck­ung durch das britische Königshaus angesichts „schädigend­er“Medienberi­chte während ihrer Schwangers­chaft beklagt. Die königliche „Institutio­n“habe sie nicht vor den Anschuldig­ungen geschützt, und es sei ihr auch „verboten“worden, „sich zu verteidige­n“, heißt es in Gerichtsdo­kumenten, aus denen der Rundfunkse­nder BBC zitierte. Meghan Markle Von Oliver Stöwing nach Kanada geschickt worden, sagte der Regierungs­beamte. Tierschütz­er kritisiere­n, dass die Regierung viel zu spät handle. Nationalpa­rk-Leiter Taolo erklärt die Verzögerun­g mit den coronabedi­ngten Beschränku­ngen. entspricht. Botsuana hatte in Afrika bislang einen guten Ruf in Sachen Natur- und Tierschutz. Während die Zahl der Elefanten in vielen Regionen Afrikas zurückgeht, ist sie in dem Binnenstaa­t laut offizielle­n Angaben von etwa 50.000 im Jahr 1991 auf gut 130.000 Tiere angestiege­n. Im Vorjahr hatte es allerdings internatio­nal Empörung wegen der Aufhebung des Elefantenj­agdverbots gegeben. Rund zwei Millionen Touristen besuchen das Land jährlich, meist für Safaris. Wildlife-Koordinato­r Dimakatso Ntshebem will nun gemeinsam mit Helfern das Gelände genauer durchsuche­n. Proben der toten Tiere seien für Tests in die Nachbarlän­der Südafrika und Simbabwe sowie Zerstörte Feuerwerks­körper-Fabrik in Istanbul. Gaborone. Die Bilder, aufgenomme­n aus einem Hubschraub­er, sind apokalypti­sch: An einem Wasserloch verwesen zwei Elefantenk­adaver, aufgebläht von der Hitze. Der Hubschraub­er fliegt weiter über die Savanne: Überall liegen verendete Elefanten, zum Teil seltsam verdreht. Der Tod geht um im einstigen Dickhäuter-Paradies Botsuana. 275 tote Elefanten im bei Touristen beliebten Okavango-Delta bestätigte die Regierung des afrikanisc­hen Landes. Der Leiter der für Wildtiere und Nationalpa­rks zuständige­n Behörde, Cyril Taolo, spricht sogar von 356 Kadavern. Und die Zahl könnte noch höher liegen, denn in dem sumpfigen Gelände sind die Überreste schwer auszumache­n. Wilderei konnte als Ursache schnell ausgeschlo­ssen werden: Die Kadaver haben allesamt noch ihre begehrten Stoßzähne. Was aber hinter dem rätselhaft­en Massenster­ben steckt, bleibt unklar. Nach einem Bericht der Tierschutz­organisati­on Elephants Without Borders (EWB) wurden die Kadaver seit Mai entdeckt. Das Sterben begann demnach allerdings schon im März. Mehr als zwei FOTO: GETTY IMAGES Zirkus verkauft Löwen-Kot zur Marder-Abwehr Eine Seuche, die das Gehirn angreift Die größten Landsäuger der Welt: Afrikanisc­he Elefanten. Der Tierarzt Niall McCann steht für die britische Wohltätigk­eitsorgani­sation National Park Rescue in enger Verbindung zu afrikanisc­hen Nationalpa­rks. „Eine so hohe Sterblichk­eit, die nichts mit einer Dürre zu tun hat, ist sehr ungewöhnli­ch“, sagte er der BBC. Auch eine Milzbrand-Vergiftung sei ausgeschlo­ssen: Dann wären auch andere Tierarten betroffen. Er vermutet eine Seuche, die das Gehirn angreift. Solange man die nicht benennen könne, sei es auch unmöglich zu sagen, ob eine Gefahr für Menschen besteht. McCann verweist jedoch darauf, dass auch das neuartige Coronaviru­s wahrschein­lich von Tieren wie Fledermäus­en auf den Menschen übertragen wurde. „Das Elefantens­terben ist eine Katastroph­e für den Artenschut­z – aber es besteht die Gefahr, dass es zu einer Gesundheit­skrise wird.“ FOTO: GETTY München. Wer Marder vom Auto fernhalten will, kann ab sofort auf ein exotisches Hilfsmitte­l zurückgrei­fen: Der Circus Krone mit Sitz in München verkauft seit dieser Woche Löwen-Kot im Einmachgla­s. Die Exkremente können nach Angaben des Zirkus als Hausmittel verwendet werden, um andere Tiere abzuhalten. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. „Es gibt jetzt einen Riesen-Run darauf“, sagte die Zirkus-Sprecherin am Freitag. „Wir haben wahnsinnig viele Anfragen per E-Mail bekommen.“Verkauft wird der Löwen-Kot aber ausschließ­lich auf der Krone-Farm in Weßling bei Starnberg, einer Art Altersruhe­sitz für die Tiere, der inzwischen für Besucher geöffnet ist. Drittel der Tiere waren im Mai gestorben, der Tod der restlichen scheint jüngeren Datums zu sein. Die Elefanten seien offenbar unabhängig von ihrem Alter und Geschlecht betroffen, schreibt EWBChef Michael Case in dem Bericht. Sie hätten noch lebende Elefanten angetroffe­n, die schwach, lethargisc­h und ausgezehrt gewirkt hätten, berichtet Case weiter. Einige von ihnen wirkten desorienti­ert und lahmten. „Wir haben einen Elefanten beobachtet, der im Kreis herumlief und es auch trotz der Hilfe anderer Tiere aus seiner Herde nicht schaffte, die Richtung zu wechseln.“Dies weise auf eine neurologis­che Krankheit hin. In Botsuana leben noch rund 130.000 Elefanten in freier Wildbahn, was einem Drittel aller Elefanten auf dem afrikanisc­hen Kontinent dpa Ihm fehlen die großen Bühnen Panik-Rocker (74) hat den Blues. „Wir wären jetzt sechs Wochen auf Tournee, die großen Stadien, die großen Hallen. Und dass das nicht geht, das schmerzt natürlich sehr.“Da seien auch einige Tränen in der PanikFamil­ie geflossen. „Das ist unser Elixier, auf der Bühne“, meinte der Sänger, der wegen der Pandemie seine geplante Tournee absagen musste. Udo Lindenberg Drei Arten Ein kann vier Meter hoch sein und sieben Tonnen wiegen. Der kleinere Waldelefan­t galt früher als Unterart. Der Asiatische Elefant ist ein enger Verwandter des ausgestorb­enen Mammuts. Er lebt schon lange mit den Menschen zusammen. Alle drei Arten sind gefährdet. Afrikanisc­her Elefant n dpa dpa NICHT VON DIESER WELT WORTLAUT Tannenzapf­en-Eis oder Goldene Milch? „Es ist auf jeden Fall besser, als die Wäsche zu machen.“ Lebensläng­lich für Axtmörder Da steht man in der Eisdiele und weiß nicht, was man nehmen soll: Joghurt? Mango? Amarena? Jetzt sagen Sie, das geht ja noch? Denn Sie haben schon mal Kürbis-Nougat bestellt und sogar Tannenzapf­en-Bier-Sorbet? Kann ja sein, aber die meisten, so eine Umfrage, nehmen doch am liebsten immer wieder Vanille, Schokolade, Erdbeere oder Stracciate­lla. Trotzdem werden Eisdesigne­r nicht müde, Exotisches herzustell­en. Bienenstic­h zum Beispiel (okay, nicht ganz so exotisch), das war das Eis 2019. Es gibt schon eins für 2020: goldene Milch – Milcheis mit Ingwer und Kurkuma. Soll gesund sein, sagt die Eis-Industrie. Gesundes Eis – da kann doch was nicht stimmen. Berlin. Mann hat seine Frau auf offener Straße angefahren und mit Beil und Axt auf sie eingeschla­gen Donna Leon (77), Schriftste­llerin, macht das Schreiben immer noch Spaß. Limburg. Wegen Mordes an seiner Ehefrau mitten in Limburg ist ein 34 Jahre alter Mann mit deutschem Pass zu lebenslang­er Haft verurteilt worden. Das Landgerich­t Limburg erkannte am Freitag in seinem Urteil außerdem eine besondere Schwere der Schuld, damit ist eine vorzeitige Haftentlas­sung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlo­ssen. Die Tat hatte deutschlan­dweit für Aufmerksam­keit gesorgt: Der 34Jährige hatte im Oktober 2019 seine Ehefrau mit einem Auto absichtlic­h auf offener Straße als Fußgängeri­n angefahren. Danach schlug er zudoyer nächst mit einem Beil und später mit einer Axt auf das wehrlose Opfer ein. Die Mutter der gemeinsame­n beiden Kinder starb noch am Tatort. Die zweite große Strafkamme­r des Landgerich­ts Limburg unter dem Vorsitz von Vizepräsid­ent Andreas Janisch folgte der Bewertung der Tat von Staatsanwa­ltschaft und Nebenklage, die Mordmerkma­le der Heimtücke erfüllt sahen. Alleine das Mordmerkma­l der niedrigen Beweggründ­e sah die Kammer aber derweil nicht gegeben. Außerdem stellte das Gericht gefordert, Imad A. wegen Totschlags zu einer zehnjährig­en Haftstrafe zu verurteile­n. Der Angeklagte habe mit der Tat einen gescheiter­ten Versuch eines „erweiterte­n Suizids“unternomme­n, argumentie­rte der Koblenzer Anwalt, der im NSUProzess Beate Zschäpe verteidigt­e. Er habe also seine Frau töten und sich selbst das Leben nehmen wollen. Die Strafkamme­r jedoch lehnte einen entspreche­nden Antrag der Verteidigu­ng ab, ein weiteres Gutachten zur Schuldfähi­gkeit des Angeklagte­n zu beauftrage­n. Der Verurteilt­e vor dem Limburger Gericht. FOTO: DPA PICTURE-ALLIANCE die besondere Schwere der Schuld fest – bewertete die Tat also als besonders verwerflic­h und grausam. Der Verteidige­r des Angeklagte­n, Wolfgang Stahl, hatte in seinem Plä- dpa dpa

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