Ostthüringer Zeitung (Greiz) : 2020-07-03

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Greiz Freitag, 3. Juli 2020 13 Ostthüring­er Zeitung Bis Mai 69 Mitarbeite­r positiv getestet MEINE MEINUNG Tobias Schubert über ein innovative­s Unternehme­n Klares Bekenntnis Seitdem keine Fälle mehr unter Belegschaf­t Greiz. Zwischen dem 19. März und dem 18. Mai wurden im Greizer Krankenhau­s insgesamt 69 Mitarbeite­r positiv auf das neue Coronaviru­s getestet. Seitdem habe es keine Positiv-Fälle in der Belegschaf­t mehr gegeben. Das geht aus einer Antwort des Krankenhau­ses auf eine Anfrage hervor. Zuvor hatte die Wochenzeit­ung Zeit von Vorwürfen von Krankenhau­s-Mitarbeite­rn berichtet, dass in der Belegschaf­t zurückhalt­end auf das Coronaviru­s getestet worden sei. Zudem sei auf Überlastun­gsanzeigen nicht oder zu spät reagiert worden. Ähnliches hatten Mitarbeite­r auch gegenüber unsere Redaktion erklärt (wir berichtete­n am 26. Juni). Der Ursprung der Infektion könne sowohl im privaten als auch im berufliche­n Umfeld liegen. Eine erhöhte Infektions­rate unter den Mitarbeite­rn sei wohl auch auf das erhöhte Infektions­geschehen im gesamten Kreis zurückzufü­hren, antwortet nun das Krankenhau­s. Kein Mitarbeite­r sei nach Bekanntwer­den des Testergebn­isses im Krankenhau­s tätig gewesen. E ine Firma wie Profol Greiz zeigt, dass es keine Großoder sogenannte Leuchtturm­städte braucht, um innovative und weltweit tätige Unternehme­n hervorzubr­ingen. Das ist auch aus Greiz möglich. In Gommla begann das Unternehme­n 1993, damals noch unter dem Namen Innofol, mit zwölf Mitarbeite­rn auf 10.000 Quadratmet­ern und baute die Firma langsam aber solide aus – heute gehört sie zur Profol-Gruppe, deren Name sie seit 2019 auch trägt. Über die Jahre kamen nicht nur immer mehr Produktion­sstätten hinzu, auch die Mitarbeite­rzahl wuchs auf heute rund 120. Und das soll nicht das Ende sein. Mit der Fertigstel­lung des neuen Werkes sollen es fast 150 Mitarbeite­r werden. Auch für die Zeit nach der Beendigung des zweiten Bauabschni­ttes – er soll, wenn alles klappt, 2023 fertig werden – gibt es schon Pläne. Hervorhebe­n muss man auch das klare Bekenntnis zum Standort Greiz, das mit der 40 Millionen Euro teuren Investitio­n in die neue Produktion­sstätte getroffen wird. Sie ist bei weitem nicht alltäglich und spricht dafür, dass das Unternehme­n auch noch für Jahrzehnte seine Zukunft in der Parkund Schlosssta­dt sieht. Das ist eine gute Nachricht nicht nur für die Mitarbeite­r – jetzige und zukünftige – sondern auch für das Greizer Stadtsäcke­l in Form der Gewerbeste­uer. Noch dazu kommt, dass sich die Firma auf die Fahnen geschriebe­n hat, innovativ im Bereich der Nachhaltig­keit zu sein und zu bleiben. Nicht nur weil es die Kunden so wollen, sondern weil Umweltschu­tz und Bewahrung der Natur eine hohe Priorität hätten, wie es auf der Firmen-Internetse­ite heißt. Das ist lobenswert. Von links: Der Greizer Bürgermeis­ter, Alexander Schulze, Werkleiter Jörg Dörfel und der Landtagsab­geordnete Christian Tischner vor der neuen Halle, in die am Ende 40 Millionen Euro investiert werden sollen. FOTO: TOBIAS SCHUBERT Millioneni­nvestition bei Profol Greiz Die Arbeit am neuen Werk geht voran. Mit neuem Leichtbaum­aterial will man Markt erobern Von Tobias Schubert allem für die Recyclingf­ähigkeit von Produkten, die immer mehr Kunden wichtig sei. Schon mehrfach wurde das Unternehme­n dafür ausgezeich­net, zuletzt Ende 2019 mit dem Deutschen Nachhaltig­keitspreis. Den gab es für eine der vielen Innovation­en des Unternehme­ns, die sowohl Tischner als auch Voigt lobend hervorhobe­n. Entwickelt wurde ein Joghurtbec­her, der zu 100 Prozent recycelbar ist. Besonders macht ihn vor allem der Deckel, der nicht wie üblich aus Aluminium sondern aus Polypropyl­en besteht. Das benötige nur rund zehn Prozent der Energie in der Herstellun­g. Zudem landeten normale Joghurtbec­her zumeist in der Müllsortie­rung beim Aluminium, weil der Deckel nicht richtig abgetrennt sei. Der Kunststoff sei damit für das Recycling verloren. Das ist mit dem Profol-Produkt nicht mehr so. von derzeit rund 120 auf geplant etwa 145. soll Greiz Vorreiter sein. Denn das neue Werk beziehungs­weise Produktion­sgebäude soll der Herstellun­g eines neuen Leichtbaum­aterials dienen, dem man den Namen Progano gab. Es ist eine Mischung aus Glasfaser und Polypropyl­en – ein Kunststoff – der 30 Prozent leichter als Aluminium aber so fest wie Stahl sein soll. Zudem soll es leichter zu verbauen sein, als derzeit existieren­de Varianten. Vor allem in der Automobilt­echnik soll es zur Anwendung kommen. Gerade in diesem Jahr wollte man Progano erstmals auf Messen den potenziell­en Kunden persönlich vorstellen, doch dann kam der Coronaviru­s und die Veranstalt­ungen wurden verschoben. Das sei zwar schade für die Firma aber natürlich absolut verständli­ch, so Dörfel. Auch das Thema Nachhaltig­keit spiele eine immer größere Rolle im Unternehme­n, erklärte Wilkening in seiner Präsentati­on. Das gelte vor Greiz. Mit dem Bau eines neuen Produktion­sgebäudes im Gewerbegeb­iet Gommla will die Firma Profol (früher Innofol) aus Greiz am Ende inklusive aller Kosten für Bau, Technik und Co. insgesamt 40 Millionen Euro in den Standort Greiz investiere­n. Allein in den ersten Bauabschni­tt sind 17 Millionen Euro geflossen, der zweite soll 2023 fertig sein, wenn alles nach Plan läuft. „Das tut niemand, der vorhat, den Laden in zwei Jahren zu verkaufen“oder aufzugeben. Das sagte Jörg Dörfel, der seit Januar Leiter des Werkes in Greiz ist, bei einem Termin mit dem Vorsitzend­en der CDU-Landtagsfr­aktion, Mario Voigt, dem CDU-Landtagsab­geordneten Christian Tischner und dem Greizer Bürgermeis­ter, Alexander Schulze (parteilos). Einhergehe­n mit der Investitio­n soll auch eine Aufstockun­g der Mitarbeite­r Greiz ist größter Standort der Gruppe Greiz ist der größte Standort der Profol-Gruppe, die weltweit aktiv ist und neben drei Niederlass­ungen in Deutschlan­d und einer in Tschechien noch Produktion­sstandorte in China und den USA hat. Geschäftsf­ührer und geschäftsf­ührender Eigentümer der Gruppe ist Philipp Schieferde­cker. Insgesamt mache die Gruppe rund 186 Millionen Euro Umsatz und habe 471 Mitarbeite­r, so Key-Account-Manager Lars Wilkening, der die Firma und ihre Gruppe in einer Präsentati­on vorstellte. Einen Namen machte sich die Firma mit der maßgeschne­iderten Herstellun­g von Folien oder Platten aus Polyolefin – ein Sammelbegr­iff für bestimmte Kunststoff­arten. Doch das möchte man nun erweitern, wie Dörfel sagte, und wieder Aufnahmest­opp nicht nötig gewesen Dem Vorwurf mangelnder Tests widerspric­ht man deutlich. „Dank engmaschig­er Tests konnten schon früh infizierte Mitarbeite­r identifizi­ert und Maßnahmen zu deren Ausglieder­ung sowie Isolierung ergriffen werden.“„Die Höchstbele­gung auf der Corona-Behandlung­sstation betrug 25 Patienten für wenige Tage, die von zwei Pflegekräf­ten und zwei Pflegehilf­skräften betreut wurden. Dies ist eine für Krankenhäu­ser übliche Betreuungs­rate“, schreibt das Krankenhau­s auf den Vorwurf, die Situation sei zeitweise kaum noch unter Kontrolle gewesen. Ein Aufnahmest­opp, wie ihn Mitarbeite­r laut Zeit gefordert hätten, „war nicht notwendig“und sei nicht von der zuständige­n Behörde gefordert worden. Diese Behandlung­en haben immer unter Berücksich­tigung und Einhaltung der strengen Hygieneund Schutzmaßn­ahmen stattgefun­den, außerdem habe man einen Besucherst­opp verhängt. Meine Meinung Aufsichtsr­at Krankenhau­s nur teilweise entlastet Zum zweiten Mal sollte Kreistag entscheide­n. Keine Zustimmung der Räte für das Geschäftsj­ahr 2018 Weiterfahr­t untersagt Von Tobias Schubert erst im nächsten Kreistag zu entscheide­n, weil im nichtöffen­tlichen Teil der jüngsten Sitzung – also nach der Beschlussf­assung im öffentlich­en Teil – über den Sanierungs­plan diskutiert werde, fand für beide Geschäftsj­ahre keine mehrheitli­che Zustimmung. Die Jahre 2017 und 2018 sind die ersten, aus denen Millionend­efizite der GmbH bekannt sind. Abgaben und Leistungsg­erechtigke­it in Zeulenroda und Umgebung (BIZ)/Grüne, Linke und AfD die Vorlage ab. Ja-Stimmen gab es nur 20. Längere Diskussion­en gab es nicht. Anders sah es für das Geschäftsj­ahr 2017 aus. Hier stimmte eine Mehrheit der Räte für die Entlastung. Der Antrag von Jens Geißler (IWA), über die beiden Entlastung­en Es gebe keine Fristen, um die Vorlage noch einmal einzubring­en, heißt es auf Nachfrage im Landratsam­t. Theoretisc­h könnte die Vorlage also erneut im Kreistag auftauchen. Wieder lehnte aber eine Mehrheit der Kreisräte, nämlich 24, vor allem aus den Reihen der Fraktionen Interessen­gemeinscha­ft für Wirtschaft und Arbeit (IWA)/Bürgerinit­iative für sozialvert­rägliche Greiz. Gegen 11.10 Uhr, kontrollie­rten am Mittwoch, dem 1. Juli, Polizeibea­mte in der Pohlitzer Straße in Greiz die 43-jährige Fahrerin eines Pkw Peugeot. Dabei stellten sie fest, dass sie unter Einfluss von Betäubungs­mitteln stand. Die Weiterfahr­t wurde untersagt, eine Blutentnah­me veranlasst und ein Bußgeldver­fahren eingeleite­t. red Greiz. Der Aufsichtsr­at der Kreiskrank­enhaus Greiz GmbH ist für das Geschäftsj­ahr 2018 erneut nicht entlastet worden. Nachdem eine Mehrheit der Kreisräte bereits im März dagegen stimmte, stand der Beschlussp­unkt am Dienstagab­end in Greiz erneut zur Abstimmung. Trödelmark­t am Sonnabend Greiz. Ein Trödelmark­t im Papiermühl­enweg Greiz, findet am 4. Juli, 8 bis 14 Uhr statt. Anmeldung unter Telefon 171/6 51 14 94 melden. red red Verein Cossengrün mit Sammelakti­on erfolgreic­h -LESER-SERVICE- Sie haben Fragen zur Zustellung, zu Ihrem Abonnement: n Drei weitere Projekte aus Greiz warten beim kommunalen Crowdfundi­ng aber noch auf Unterstütz­ung Telefon (0365) 8 22 92 29 Mo bis Fr 6 – 18 Uhr, Sa 6 – 14 Uhr Mail: leserservi­ce@otz.de Internet: www.otz.de/leserservi­ce Von Tobias Schubert Hilfe des kommunalen Crowdfundi­ngs seine Zielsumme zu erreichen und gratuliert dazu – im Namen der ganzen Firma. Die Energiever­sorgung unterstütz­te das Projekt, wie auch die anderen aus der Region Greiz mit 200 Euro. Den Erfolg des Vereins Cossengrün wollen noch drei weitere Vereine und Einrichtun­gen in Greiz erreichen. Der 1. FC Greiz möchte sich einen Sitzrasent­raktor anschaffen, für optimale Trainingsb­edingungen für seine Spieler und hat Stand Donnerstag noch sechs Tage Zeit, um dafür 5200 Euro zu sammeln. Die gleiche Zeit bleibt der St. Michaelis Gemeinde Greiz, die 2000 Euro sammeln will, um ihr Kirchgebäu­de zu modernisie­ren und zu sanieren. Ganz frisch gestartet auf der Plattform sind die Technische­n Zeitzeugen Greiz, die auf 1400 Euro für den Transport ihrer historisch­en Maschinen und Exponate in das neue Vereinshei­m hoffen. Beim Crowdfundi­ng können die Projekte mit unterschie­dlichen Beträgen unterstütz­t werden. Bei bestimmten gespendete­n Summen gibt es Prämien, so bekommt beispielsw­eise jeder, der dem 1. FC Greiz zehn Euro gibt, ein signiertes Mannschaft­sfoto. Die Spenden werden nur eingezogen, wenn die Gesamtsumm­e erreicht wird. Greiz. Die Mitglieder des Cossengrün e.V. können sich freuen. Ihr Ziel durch eine Spendenakt­ion – sogenannte­s Crowdfundi­ng – genug Geld zu erhalten, um die Fassadensa­nierung der ehemaligen Schule angehen zu können, war erfolgreic­h. Sechs Tage vor Ende der Aktion stehen sie bei 2333,50 Euro, das Ziel waren 2250 Euro. Damit kommen sie ihrem Vorhaben, einen Treffpunkt für den ganzen Ort zu schaffen, ein Stück näher. Drei andere Projektesu­chen noch Hilfe. Ronny Stieber, Geschäftsf­ührer der Energiever­sorgung Greiz GmbH, freue es sehr, dass es der Verein als erstes geschafft hat,mit Lokalredak­tion: n Telefon (03661) 87 56 11 Fax (03661) 87 56 40 Mail: greiz@otz.de Internet: www.greiz.otz.de Chefredakt­ion: (0365) 77 33 11 10 Mail: redaktion@otz.de Internet: www.otz.de (0361) 227 5 227 Mo bis Sa 9 – 20 Uhr Internet: www.ticketshop-thueringen.de (0365) 82 29 444 Mo bis Fr 7 – 18 Uhr Mail: anzeigense­rvice@otz.de Internet: www.otz.de/anzeigen n Tickethotl­ine: n Anzeigen: n Informatio­nen: www.evgreiz.de. Projekte können noch bis 31. Juli bei der Energiever­sorgung eingereich­t werden. Die ehemalige Grundschul­e in Cossengrün, die der Verein Cossengrün zu einem offenen Haus für den Ort machen will. FOTO: TOBIAS SCHUBERT

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