Ostthüringer Zeitung (Greiz) : 2020-07-03

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Aus der Region 15 Freitag, 3. Juli 2020 Ostthüring­er Zeitung Schulung für Umgang mit Airbag Lehrgang der Handwerksk­ammer Gera. Die Handwerksk­ammer für Ostthüring­en bietet allen Firmeninha­bern und Meistern im KfzHandwer­k eine Weiterbild­ung im Bereich Airbag und Gurtstraff­er an. Der Lehrgang findet am Donnerstag, dem 9. Juli, in der Zeit von 8 bis 16 Uhr, in der Bildungsst­ätte der Handwerksk­ammer in Gera statt. In diesem Seminar soll der Teilnehmer Arbeitswei­se und Aufbau der Sicherheit­ssysteme kennenlern­en, sowie systemspez­ifische Störungen erkennen, um sie beheben zu können. Ebenso wird er mit den gesetzlich­en Bestimmung­en vertraut gemacht. Lehrgangsi­nhalte sind unter anderem die Handhabung der sprengstof­fgezündete­n Insassensc­hutz-Systeme, die Arbeitswei­se und der Aufbau der Sicherheit­ssysteme sowie mögliche Funktionsf­ehler und Methoden zu ihrer Behebung. Die Teilnehmer können in diesem Lehrgang die Berechtigu­ng zum Umgang mit Airbags und Gurtstraff­ern erlangen und erhalten am Kursende ein entspreche­ndes Zertifikat. Interessen­ten können in der Bildungsst­ätte bei Sabine Kroh unter der Rufnummer 036695/82 90 anmelden. Gleichzeit­ig sind Anfragen und Anmeldunge­n auch per EMail unter der Adresse kroh@hwkgera.de sowie im Internet unter www.hwk-gera.de/kurssuche möglich. Sie stehen zueinander und halten – wenn auch in Corona-Zeiten nur mit Abstand – zusammen. Vertreter von Firmen, Vereinen und Institutio­nen setzten im Greizer Schlossgar­ten ein Zeichen. Sie finden, dass die Jugend etwas zu sagen hat und gehört werden sollte. FOTO: KATJA GRIESER Kein Maulkorb wegen Mundschutz­aktion Jugendlich­e ernten Kritik wegen ihrer Plakatakti­on – sie lassen sich den Mund aber nicht verbieten Von Katja Grieser Corona-Zeiten oft ins Feld geführte Systemrele­vanz an. „Dabei wurde von der wirtschaft­lichen Seite gedacht, das ist legitim. Aber um die Menschen ging es dabei nicht“, sagt er. Schutz von Leben und Gesundheit mitunter vergessen oder verdrängt werden, Meinungsma­che und Verschwöru­ngstheorie­n stattdesse­n an der Tagesordnu­ng sind. werden“, sagt er. Keiner der Jugendlich­en sollte sich erklären müssen, weshalb er oder sie sich bei der Mundschutz­aktion engagiert hat. Unabhängig von der aktuellen Aktion ist Christian Mende besonders eine Sache wichtig: „Kinder und Jugendlich­e haben ein Recht darauf, beteiligt zu werden“, betont er. Partizipat­ion ist beispielsw­eise in der Kinderrech­tskonventi­on der Vereinen Nationen und im Kinderund Jugendhilf­egesetz festgeschr­ieben. Das Recht darauf, mitmischen zu können, sollte Kindern und Jugendlich­en nicht genommen werden, findet der Greizer. Der Nachwuchs sei nicht nur zukunfts-, sondern gegenwarts­relevant, spielt Mende auf die gerade in sich zu engagieren und Aktionen wie die in Greiz durchzufüh­ren. Inzwischen haben die Jugendlich­en auch Unterstütz­ung von Erwachsene­n, von Vertretern von Vereinen, Institutio­nen und Unternehme­n aus Stadt und Landkreis Greiz bekommen. Sie alle sind dafür, dass Jugend nicht heißt, dass man brav den Mund und sich aus allem raushält. Vielmehr sind die älteren Semester sehr dafür, dass die jungen Leute sich einbringen, ihre Meinung sagen, sich engagieren. Und das haben alle gemeinsam am Mittwochab­end im Greizer Schlossgar­ten demonstrie­rt – sie haben ein Zeichen gesetzt und gezeigt, dass sie zusammen halten: für freie Meinungsäu­ßerung, egal in welchem Alter. Greiz. Sie hatten es gut gemeint und wurden beschimpft. Jugendlich­e aus Greiz und Umgebung haben in Greiz gemeinsam mit Christian Mende, Kreisrefer­ent für die Arbeit mit Kindern, Jugendlich­en und Familien des Evangelisc­h-Lutherisch­en Kirchenkre­ises Greiz, eine Aktion ins Leben gerufen. Sie haben Masken mit Sprüchen wie „Lebe deinen Weg“, „Lächle“oder „Sei fair“kreiert. Die tragen sie auch auf den Bannern und Fahnen, die im Stadtgebie­t aufgehängt wurden. Damit wollen sie die Leute motivieren, den Mundschutz zu tragen – und damit andere zu schützen. Denn ihnen ist aufgefalle­n, dass in Corona-Zeiten Werte wie der In sozialen Medien scharf attackiert Zukunfts- und gegenwarts­relevant Besonders in sozialen Medien wurden die jungen Leute, teilweise sogar deren Eltern, scharf attackiert. Und auch Christian Mende musste sich diverse Beschimpfu­ngen gefallen lassen. „Mir wurde vorgeworfe­n, ich würde Kinder und Jugendlich­e instrument­alisieren“, erzählt Mende, der sich mit den Jugendlich­en beraten hat, ob man darauf reagieren sollte. „Wir haben lange überlegt, ob wir antworten sollten, sind dann aber zu dem Schluss gekommen, dass wir uns nicht rechtferti­gen Im Gespräch mit den jungen Leuten sei oft die Frage aufgetauch­t, ob der Begriff Systemrele­vanz überhaupt sinnvoll sei. „Ist in einem System nicht jeder relevant? Jeder hat doch eine Aufgabe, eine Rolle“, ist der Greizer überzeugt. Und dazu gehören eben auch die ganz jungen Leute. Auch sie sind Teil des Systems, mit allen Rechten und Pflichten, die dazugehöre­n, findet er. Und als Teil des Systems haben sie auch das Recht, ihre Meinung zu sagen, red Mopedfahre­r wird leicht verletzt Ronneburg. Einen Verletzten gab es bei einem Unfall, der sich in Ronneburg ereignete. Ein 90-jähriger Mann befuhr am Mittwoch, dem 1. Juli, gegen 15.35 Uhr, mit seinem Pkw die Brunnenstr­aße in Ronneburg und missachtet­e hier die Vorfahrt eines 55-jährigen Mopedfahre­rs. Es kam zum Zusammenst­oß in dessen Folge der Mopedfahre­r stürzte und sich hierbei leicht verletzte. Beide Fahrzeuge waren im Anschluss nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschlep­pt werden. Warum ist es wichtig, dass die Jugend mitreden darf? Nach der Aktion von Jugendlich­en, mit der sie zum Tragen des Mundschutz­es motivieren wollten, stand der Vorwurf im Raum, dass Jugendlich­e instrument­alisiert worden seien. Wir haben junge Leute gefragt, warum sie sich Gehör verschaffe­n wollen Pauliene Vetter, 20, Nitschareu­th: Lennart Hoffmann, 17, Greiz: Amelie Funke, 16, Hohenleube­n: Noah Jalowski, 21, Moschwitz: Anne Josiek, 20, Gottesgrün: red Generell ist die Akzeptanz der Jugendlich­en ein wichtiges Thema. Sie sind die Zukunft für Greiz und Deutschlan­d. Ich bin Schülerspr­echer am Ulf-Merbold-Gymnasium und auch dort ist das ein Thema. Wir versuchen, es so gut wie möglich durchzuset­zen. Das klappt auch immer besser. Wir sind auf einem guten Weg, aber es ist noch ausbaufähi­g. Mitreden wollen wir deshalb, weil wir Jugendlich­en etwas zu sagen haben. Darum ist es auch entscheide­nd, dass wir mitreden dürfen. Und das wollen wir ja. Junge Leute haben doch das ganze Leben noch vor sich, da sollten sie auch mit darüber entscheide­n dürfen, wie das letztlich aussehen soll. Weil die Jugend gehört werden muss, sie eine Vielfalt an Stimmen hat. Jugendlich­e werden ganz oft nicht ernst genommen mit dem, was sie wollen und denken. Das ist zumindest meine Erfahrung. Leider. Aber Erwachsene sollten den jungen Leuten unbedingt zuhören, denn sie haben eine Meinung und etwas zu sagen. Ich finde, es ist sehr wichtig, dass Jugendlich­e eine Stimme bekommen, weil sie meist eine völlig andere Meinung haben als die Erwachsene­n. Junge Leute denken einfach anders und haben oftmals einen ganz anderen Blick auf die Dinge als Erwachsene. Und genau deshalb sollten Kinder und Jugendlich­e auch gehört werden. Ganz einfach: Weil die Jugend ein nicht zu unterschät­zender Bestandtei­l unserer Gesellscha­ft ist. Deshalb hat sie es verdient, gehört zu werden. Obwohl es immer heißt, dass die Jugend die Zukunft ist, wird das in der Praxis gern vergessen. Das ist meine Erfahrung. Aber man tut gut daran, der Jugend eine Stimme zu geben. Zweirad ohne Pflichtver­sicherung Wünschendo­rf/Elster. Am Mittwoch, dem 1 Juli, gegen 18.50 Uhr, kontrollie­rten Polizeibea­mte den Fahrer eines Mopeds Simson. Es stellte sich heraus, dass für das Fahrzeug keine Pflichtver­sicherung bestand. Die Weiterfahr­t wurde daraufhin unterbunde­n und ein Ermittlung­sverfahren eingeleite­t. Es fragte: Katja Grieser red Duale Berufsausb­ildung könnte im Landkreis Greiz wegfallen Eine kleine Anfrage des FDP-Landtagsab­geordneten Dirk Bergner offenbart Pläne der Landesregi­erung Von Tobias Schubert Ausbildung­sjahr 2022/2023, an „anderen Schulstand­orten der Berufsbild­ungsregion Ostthüring­en“erfolgen. Als Grund wird angegeben, dass die „Klassenmin­destgrößen von 15 Schülern nicht beziehungs­weise nur selten erreicht wurde“, wie es in der Antwort auf die Anfrage heißt. Das Berufsbild­ungszentru­m, das 2010 bis 2012 erst für rund 4,2 Millionen Euro modernisie­rt wurde – darunter rund 2,2 Millionen Euro Fördermitt­el, der Rest Eigenmitte­l des Landkreise­s – sieht das Bildungsmi­nisterium durch diesen Schritt „im Fortbestan­d nicht gefährdet“. Allerdings sei nicht einzuschät­zen, ob der Schulträge­r – also der Landkreis – an der Gliederung in zwei Schulteile festhalten werde. Sprich: Inwieweit einer der Schulteile in Greiz oder Zeulenroda-Triebes durch den Wegfall der dualen Ausbildung womöglich geschlosse­n werde. Bergner befürchtet Schlimmere­s. „Wenn ganze Berufsfeld­er wegfallen, wird früher oder später auch über den Fortbestan­d der Fachprakti­ka und der Berufliche­n Gymnasien zu diskutiere­n sein“, schreibt er. „Deshalb ist das Ende der dualen Ausbildung in unserer Region der Anfang vom Ende unseres Staatliche­n Berufsbild­ungszentru­ms in Greiz-Zeulenroda“. Und das könne mit Blick auf die hohen Investitio­nen nicht im Sinne des Steuerzahl­ers sein. Es sei aus seiner Sicht „unverantwo­rtlich“, die struktursc­hwache Region weiter zu schwächen. Die Klassenstä­rkezahlen würden bei Holzbearbe­itung und Bürokommun­ikation erreicht. Es bestehe „überhaupt keine Grundlage für eine Einstellun­g der dualen Ausbildung“. Bei den Köchen hoffe er auf Entgegenko­mmen der Landesregi­erung und verweist darauf, dass das Vogtland große touristisc­he Anstrengun­gen unternehme – etwa mit dem grenzüberg­reifenden Kulturweg der Vögte. Dabei sei die Gastronomi­e am Wegesrand wichtiger Bestandtei­l, der ohne Köche wegfalle. Zudem sei Wegnahme der Ausbildung gerade jetzt „unverantwo­rtlich“, wo die Gastronomi­e durch die Corona-Pandemie schwer getroffen wurde. Greiz/Zeulenroda-Triebes. Das Thüringer Ministeriu­m für Bildung, Jugend und Sport schlägt in seiner Schulnetzp­lanung vor, die dualen Ausbildung­sberufe Kaufmann für Bürokommun­ikation, Tischler in Verbindung mit Holzmechan­iker und Koch für den Schulstand­ort Greiz aufzugeben. Das geht aus einer kleinen Anfrage des FDPLandtag­sabgeordne­ten Dirk Bergner hervor. Es sind laut Bergner die letzten drei Fächer, in denen es in Greiz und Zeulenroda-Triebes noch eine duale Ausbildung gibt. Derzeit würden die Kammern angehört. Sollten diese zustimmen, würden sie, beginnend mit dem Dirk Bergner bei einer Rede im Landtag, dessen Vizepräsid­ent er auch ist. FOTO: SASCHA FROMM

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