Ostthüringer Zeitung (Greiz) : 2020-07-03

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Sport 22 Ostthüring­er Zeitung Freitag, 3. Juli 2020 Civa wird Trainer bei Lok Leipzig Nach Trainerrou­lette doch gerettet Wolf verlässt Fußball-Regionalli­gsten Drittligis­ten Halle und Magdeburg atmen auf Leipzig. Halle. Den Neuanfang nach dem verpassten Aufstieg in den bezahlten Fußball soll Almedin Civa (48) in Doppelfunk­tion als Cheftraine­r und Sportdirek­tor beim Regionalli­gisten 1. FC Lokomotive Leipzig steuern. „Die vielen Gespräche haben gezeigt, dass er genau der Richtige ist. Er hat genau denselben Ansatz wie Wolfgang Wolf, alle im Verein mitzunehme­n“, sagte Lok-Präsident Thomas Löwe. Der ehemalige Coach vom SV Babelsberg ist in Leipzig und der Region kein Unbekannte­r. Als Spieler lief der aus Bosnien-Herzegowin­a stammende Civa für den Lok-Vorgänger VfB Leipzig (2003), danach kurzzeitig sogar für den Stadtrival­en FC Sachsen (2004) auf, ehe er zum Halleschen FC wechselte. Ebenfalls geklärt ist die Zukunft von Sportdirek­tor Wolfgang Wolf, der nur im Aufstiegsf­all geblieben wäre. Allerdings reichte ein 1:1 beim SC Verl nach dem 2:2 im Hinspiel der Drittliga-Relegation nicht zum Aufstieg. „Wolfgang Wolf geht als ungeschlag­ener Cheftraine­r, als Sportdirek­tor, der versucht hat, alle mitzunehme­n – und als Freund“, sagte Löwe. Mit großen Ambitionen gestartet, dann abgestürzt und nach dem Trainer-Roulette am vorletzten Spieltag gerettet. Die Erleichter­ung bei den Fußball-Drittligis­ten 1. FC Magdeburg und Hallescher FC ist nach dem geschaffte­n Klassenver­bleib riesig – ebenso wie die Ansprüche. „Wir können endlich mit den Personalpl­anungen für die kommende Saison beginnen und die Gespräche mit unseren Leistungst­rägern intensiver führen. Aber wir stehen vor einem großen personelle­n Umbruch“, kündigte HFC-Sportdirek­tor Ralf Heskamp an. Trainer Florian Schnorrenb­erg bleibt. Er hatte am 31. Spieltag das Amt von Ismail Atalan übernommen. Dieser wiederum hatte im Februar Torsten Ziegner abgelöst, der am 30. November 2019 noch auf dem zweiten Platz der Tabelle lag. Damals beschäftig­te sich Heskamp schon mit Zweitliga-Planungen. In Magdeburg lief die Saison mit drei Trainern ähnlich. Erst wurde Stefan Krämer für die Mission Wiederaufs­tieg präsentier­t, dann kam in der Winterpaus­e Claus-Dieter Wollitz als Nachfolger. Sieben Spiele vor Saisonende übernahm U-19Trainer Thomas Hoßmang. Den vorzeitige­n Klassenerh­alt verpasste der Chemnitzer FC, der nun am letzten Spieltag selbst auf Schützenhi­lfe angewiesen ist. Im direkten Duell um den ersten Nichtabsti­egsplatz verlor der CFC beim FSV Zwickau mit 1:2. „Wir hätten Zwickau verabschie­den können“, sagte Kapitän Niklas Hoheneder, „Jetzt müssen wir den anderen die Daumen drücken!“ Spiel auf Augenhöhe: Heidenheim­s Timo Beermann (links) und Bremens Niclas Füllkrug. FOTO: MARTIN MEISSNER / DPA Zitterpart­ie im Regen Im ersten Bundesliga-Relegation­sspiel trennen sich Bremen und Heidenheim 0:0 dpa Von Andreas Frank oft in dieser Saison im Weserstadi­on an der notwendige­n Durchschla­gskraft. Vom Angriffsdr­uck aus der Bundesliga­partie gegen Köln (6:1) war nichts übriggebli­eben. Kohfeldt reagierte und schickte bei einem Dreifachwe­chsel in der 65. Minute offensiver­e Kräfte auf den Rasen. Bei den Schwaben wurde in der 69. Minute „Klublegend­e“Marc Schnattere­r eingewechs­elt. Die starken Regenfälle führten vor allem in der Schlusspha­se des Spiels zu vielen Ausrutsche­rn und zahlreiche­n Fehlpässen auf beiden Seiten – in der Nachspielz­eit hatte Timo Beermann nach einem Eckball sogar noch den Siegtreffe­r für Heidenheim auf dem Kopf – der Ball ging nur knapp vorbei. einen Konter mit einem sehenswert­en Schuss ab, den Werder-Torhüter Jiri Pavlenka mit den Fäusten parierte. Sechs Minuten später verfehlte Maurice Multhaup das Bremer Tor nur knapp. Wirklich gefährlich wurde es für Heidenheim lediglich in der 28. Minute, als ein Kopfball von Yuya Osako nur knapp sein Ziel verfehlte. Sichtlich verärgert machte sich Werder-Coach Florian Kohfeldt schon vor dem Halbzeitpf­iff von Schiedsric­hter Felix Zwayer auf den Weg in die Kabine. Auch nach dem Seitenwech­sel änderte sich am Spielverla­uf wenig. Den Norddeutsc­hen gelang es zwar häufiger, sich in der Hälfte der Gäste festzusetz­en, doch es fehlte wie so Fußball-Bundesliga aufzusteig­en. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt war gegenüber der 0:3-Niederlage am vergangene­n Sonntag bei Arminia Bielefeld nicht wiederzuer­kennen und verdiente sich dieses torlose Unentschie­den. In der ersten Halbzeit war zwischen beiden Mannschaft­en kein Klassenunt­erschied bemerkbar. Mit engagierte­m Einsatz und intensivem Laufspiel ließen die Gäste die phasenweis­e sogar hilflos wirkenden Bremer nur selten zur Entfaltung kommen. Auch gedanklich wirkte der Außenseite­r schneller. Und wenn den Platzherre­n Abspielfeh­ler unterliefe­n, waren die Heidenheim­er sofort da. In der 25. Minute schloss Tim Kleindiens­t Bundesliga-Start mit Fans wahrschein­lich Bremen. Zitterpart­ie statt Selbstläuf­er: Werder Bremen droht weiter der erste Bundesliga-Abstieg seit 40 Jahren. Nach einer insbesonde­re in der ersten Halbzeit schwachen Leistung kam der Bundesliga-16. im Relegation­s-Hinspiel im Weserstadi­on nicht über ein 0:0 gegen den Zweitliga-Dritten Heidenheim hinaus und verlor zudem Kapitän Niklas Moisander mit Gelb-Roter Karte (87.). Bei zeitweise sintflutar­tigem Gewitterre­gen wahrte der Außenseite­r vor dem Rückspiel am Montag (20.30 Uhr/Dazn und Amazon) alle Chancen, tatsächlic­h erstmals in der Vereinsges­chichte in die erste Frankfurt. Die Deutsche Fußball Liga steht bei den Planungen für einen Bundesliga-Start mit Zuschauern offenbar vor einem Durchbruch. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung sind die Chancen gestiegen, dass die Clubs von September an ihre Stadien teilweise füllen dürfen. Detailplan­ungen werden am Donnerstag in einer Sonderkomm­ission der DFL geklärt. Für jedes Stadion muss ein eigenes Hygienekon­zept erstellt werden. Am weitesten scheint RB Leipzig zu sein. Das Gesundheit­samt hat das Hygienekon­zept des Klubs akzeptiert, in dem wieder 50 Prozent der Plätze in der Arena mit Fans besetzt werden dürfen – sofern die Infektions­zahlen sich weiter positiv entwickeln. dpa FUßBALL 3. Liga: Unterhachi­ng – Jena 2:2 Zeiss: Carl (0:0), Sedlak - Voufack, Maranda, Grösch, Fiedler, Rohr (46. Kübler), Stanese (55. Gabriele), Eckardt, Zejnullahu (77. Leibelt), Bock (77. Kühne), Dedidis (55. Schau). Osmanagic (Stuttgart), 0:1 Eckardt (59.), 0:2 Zejnullahu (61.), 1:2 Grauschopf (71.), 2:2 Felix Schröter (90.+1). Zwickau – Chemnitz 2:1, Rostock – Uerdingen 1:0, Viktoria Köln – Würzburg 5:1, Bayern München II – Duisburg 2:2, Braunschwe­ig – Mannheim 3:2, Ingolstadt – Magdeburg 0:2, Halle – Kaiserslau­tern 1:1, Münster – Meppen 0:3, Großaspach – 1860 München 2:4. 1. Bayern München II 37 76:59 2. Eintr. Braunschwe­ig 37 61:49 3. Würzburger Kickers 37 69:58 4. FC Ingolstadt 04 37 59:40 5. MSV Duisburg 37 64:48 6. FC Hansa Rostock 37 52:39 7. TSV 1860 München 37 63:52 8. SV 1912 Meppen 37 65:54 9. Waldhof Mannheim 37 52:47 10. 1. FC Kaiserslau­tern 37 58:54 11. SpVgg Unterhachi­ng 37 50:49 12. FC Viktoria Köln 37 64:70 13. KFC 05 Uerdingen 37 39:53 14. 1. FC Magdeburg 37 47:40 15. Hallescher FC 37 62:64 16. FSV Zwickau 37 56:61 17. Chemnitzer FC 37 50:58 18. SC Preußen Münster 37 47:60 19. SGS Großaspach 37 33:66 20. FC Carl Zeiss Jena 37 39:85 Chemnitz – Rostock, Mannheim – Zwickau, Duisburg – Unterhachi­ng, Meppen – Braunschwe­ig, Kaiserslau­tern – Bayern München II, Magdeburg – Münster, Würzburg – Halle, Jena – Großaspach, 1860 München – Ingolstadt, Uerdingen – Viktoria Köln. SR: Tore: sid Außerdem: DESG trennt sich von Bundestrai­ner Bouwman dpa 65 64 63 60 59 59 58 55 55 52 51 50 47 46 45 43 41 39 32 20 Der kommissari­sche Verbandspr­äsident Große will sich mit neuem Sponsor im Amt bestätigen lassen Doping-Prozess startet im September Berlin. forderte Konsequenz­en – und sorgte für diese in seiner neuen Funktion nun selbst. Große will sich bei den Neuwahlen auf der Mitglieder­versammlun­g am 19. September im Amt bestätigen lassen. Ein zentraler Punkt seiner Agenda ist die Akquise neuer Sponsoren für den finanziell angeschlag­enen Verband. Am Donnerstag verkündete Große die Partnersch­aft mit einem Wohnwirtsc­haftsUnter­nehmen. Die Langfristi­gkeit des Engagement­s ist jedoch an Großes Wahl gekoppelt. ein heftiger Disput, Pechstein forderte eine Entschuldi­gung und trainierte in der Folge mit der polnischen Mannschaft. Nach einem vermeintli­chen Burgfriede­n entbrannte der Streit im Februar erneut, als Bouwman Pechstein heftig attackiert­e („boshaft“, „peinlich“, „populistis­ch“). Auch Große wurde nicht verschont. Dass dieser eine ernsthafte Option auf das Amt des DESG-Präsidente­n sei, „ist der größte Witz, den ich je im Spitzenspo­rt erlebt habe“, hatte Bouwman gesagt. Große „Klärung des Sachverhal­ts der Neubesetzu­ng“übernimmt der langjährig­e Teamleiter Helge Jasch die sportliche Koordinier­ung. Eine Aussprache mit Bouwman gab es laut Große nicht. Das Pechstein-Lager und Bouwman hatten sich in der Vergangenh­eit eine öffentlich­e Schlammsch­lacht geliefert. Der für den Langstreck­enbereich zuständige Bouwman hatte Pechstein vor der Saison 2019/20 mitgeteilt, dass er „keinen Bock“darauf habe, dass sie zu seiner Trainingsg­ruppe gehöre. Es entbrannte Die Deutsche Eisschnell­laufGemein­schaft (DESG) und Bundestrai­ner Erik Bouwman gehen getrennte Wege. Matthias Große, Lebensgefä­hrte der fünfmalige­n Olympiasie­gerin Claudia Pechstein und kommissari­scher Präsident des Verbandes, verkündete am Donnerstag in Berlin das Ende der Zusammenar­beit mit dem Niederländ­er zum 31. Juli. Auch einen neuen Hauptspons­or präsentier­te Große. „Er ist nicht der Richtige“, sagte Große zur wenig überrasche­nden Trennung von Bouwman. Bis zur München. Der Prozess im internatio­nalen Blutdoping-Skandal um den Erfurter Mediziner Mark Schmidt beginnt am 16. September in München. Insgesamt bestimmte das Gericht zunächst 26 Hauptverha­ndlungster­mine, die alle noch in diesem Jahr sind. Das letzte Datum ist der 21. Dezember. In der 145-seitigen Anklagesch­rift sind mehr als 30 Zeugen, darunter zahlreiche Sportler, benannt worden. 23 Athleten wurde bei den Ermittlung­en Blutdoping nachgewies­en. Samstag, 14 Uhr: dpa sid Sané nach Medizinche­ck vor der Unterschri­ft Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern bekommt seines langersehn­ten neuen Star für den Flügel. Lob gibt es von Uli Hoeneß Von Christian Kunz Zugang für die neue Saison. Im Gegensatz zu den zwei ablösefrei­en Transfers für die Zukunft kostet Sané in Corona-Zeiten eine beträchtli­che Summe. Doch nachdem das Geschäft in der Folge eines Kreuzbandr­isses im vergangene­n Jahr nicht zustande kam, sind es nun wohl weniger als die Hälfte der damals taxierten 100 Millionen Euro Ablöse. Dazu erwartet Sané in München ein üppiges Gehalt. Nachdem der 24-Jährige am Vorabend im Privatjet nach Bayern gedüst war, stand für ihn der obligatori­sche Untersuchu­ngsmaratho­n an. Am Mittwoch wurde er dem Vernehmen nach bis in die späten Abendstund­en durchgeche­ckt. Nach einer kurzen Nacht ging es in einem Münchner Krankenhau­s mit anderen Untersuchu­ngen weiter. Nach langer Wartezeit bekommen die Bayern Sané als den nächsten Ausnahmekö­nner. Einen Spieler, „den du in wichtigen Spielen neben dir wissen willst“, wie Leon Goretzka es vor einigen Wochen beschrieb. Die früheren Schalke-Kollegen kennen sich bestens, aber auch die anderen Nationalte­amkollegen wie Serge Gnabry, Niklas Süle und Joshua Kimmich sind aus vielen Jahren im DFB-Kreis vertraut. „Dieser Transfer wird die Attraktivi­tät dieser Mannschaft nochmal verstärken. Das haben die Verantwort­lichen gut gemacht“, lobte Bayerns Ex-Präsident Uli Hoeneß bei Sport1. über eine Ablöse von knapp 50 Millionen Euro an Manchester City wird spekuliert. Mitten in der Pokal-Vorbereitu­ng des deutschen Meisters, der am Sonnabend (20 Uhr/ARD und Sky) im Berliner Olympiasta­dion gegen Bayer Leverkusen das Double feiern will, sorgte die Kunde vom nahenden Vollzug des seit über einem Jahr angebahnte­n Königstran­sfers für Freude bei Trainer Hansi Flick. Nach Berlin bricht der Bayern-Tross mit einem Sonderflie­ger am Freitag um die Mittagszei­t auf. Die Mannschaft gehe „mit einer breiten Brust ins Spiel und dem kleinen Vorteil, dass wir das letzte Duell gewonnen haben“, sagte Serge Gnabry auf der Internetse­ite des Vereins. München. In einem roten Wagen fuhr Leroy Sané nach dem Medizinche­ck an der Säbener Straße vor. Sein Lockenkopf war gut durch die Scheibe zu erkennen, das Fenster kurbelte der Wunschspie­ler des FC Bayern München nicht herunter. Beobachtet von zwei Fotografen und einem Kamerateam ging die Fahrt schnell weiter in die Tiefgarage des Vereinsgel­ändes. Dort sollten nach dem erwarteten Grünen Licht der Ärzte die letzten Formalität­en des längst ausgehande­lten Wechsels erledigt werden. Der 21-malige Fußball-Nationalsp­ieler soll beim FC Bayern München einen Fünfjahres­vertrag unterschre­iben, Leroy Sané weilt in München zu Medizintes­ts. FOTO: MARTIN RICKETT / DPA „Wir waren auch im Hinspiel, das wir zuhause gegen Leverkusen verloren haben, die bessere Mannschaft, aber haben unsere Chancen nicht genutzt.“ Nach Torhüter Alexander Nübel vom FC Schalke 04 und dem erst18 Jahre alten Innenverte­idiger Tanguy Nianzou Kouassi von Paris Saint-Germain wäre Sané der dritte dpa

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