Ostthüringer Zeitung (Jena) : 2020-07-04

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Jena 17 Sonnabend, 4. Juli 2020 Ostthüring­er Zeitung Radfahren auf Rezept Parkleitsy­stem für Jena in den Startlöche­rn Suche nach Stellplätz­en wird erleichter­t Mario Engel leidet an Muskelschw­und. Das hält ihn nicht von einer zwölfstünd­igen Radtour um die Leuchtenbu­rg ab Jena. Nach Jahren des Wartens wird jetzt das dynamische Parkleitsy­stem in Jena eingeführt. Das kündigt Oberbürger­meister Thomas Nitzsche (FDP) in seiner Freitagsbo­tschaft an. Die Stadträte hatten bereits 2014 ihren Willen bekundet, dass die Stadtverwa­ltung ein solches Projekt prüfen soll. Nun schob es Nitzsche wieder an. Der Kommunalse­rvice Jena (KSJ) bereite derzeit die Realisieru­ng für die insgesamt 48 Leitsystem-Standorte vor. Die entspreche­nden Schilder werde KSJ ab 13. Juli in der Stadt aufgestell­t werden. Sie navigieren die Autofahrer zu freien Parkplätze­n in Parkhäuser­n oder auf städtische­n Stellfläch­en. Eine erste Übersicht über die gut 2000 Stellfläch­en ist bereits unter einsehbar; ab 7. Juni werden freie Plätze auch in der Mein-JenaApp eingebunde­n. „Die Erfassung funktionie­rt in den Parkhäuser­n mit Schrankena­nlagen und auf ebenerdige­n Standorten mit richtungsg­ebundenen Induktions­schleifen, sodass der zentrale Verkehrsre­chner die Daten gemeldet bekommen kann und immer weiß, wie viele Plätze gerade frei oder belegt sind“, sagt Nitzsche. Allerdings müssten drei Parkhäuser zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefüg­t werden, da die Schrankena­nlagen coronabedi­ngt noch nicht umgerüstet werden konnten. Von Katja Dörn Leichtsinn ignoriert.“Erst 2012 ging er zum Neurologen. „Der Arzt hat mich keine zwei Minuten angesehen und den Verdacht auf Muskelatro­phie gestellt“, sagt er. Das bedeutet, dass seine Muskeln in bestimmten Körperpart­ien schwächer werden. Warum er erkrankt ist und ob die Diagnose Muskelschw­und hundertpro­zentig stimmt, weiß er trotz vieler Arztbesuch­e bis heute nicht. Viele Symptome deuten darauf hin, andere wieder nicht. Seine Feinmotori­k in den Händen ist gestört, den rechten Fuß kann er nicht mehr bewegen. Besonders auffällig wirken seine Unterschen­kel, die verglichen mit seinen muskulösen Oberschenk­eln äußerst schmal sind. Sicher laufen kann er heute nur mit einer Orthoproth­ese am rechten Bein, um somit auch seinen Job als Kellner auszuüben. Er könnte lange Hosen tragen, um das ungewöhnli­che Erscheinun­gsbild zu verdecken. Aber warum? „Ich will offensiv aufklären“, sagt er. „Es ist keine lebensbedr­ohliche Krankheit.“ Jena. Es vergingen Jahre, bis Mario Engel begriff, dass er krank ist. Aber wäre er nicht so eine Sportskano­ne, sähe es heute mit ihm vielleicht anders aus. Er könnte im Rollstuhl sitzen wie andere Betroffene. Stattdesse­n plant er eine zwölfstünd­ige Radtour rund um die Leuchtenbu­rg für den guten Zweck. Ist das nicht etwas gewagt? Nein, entgegnet er, „ich lebe mehr im Jetzt und sehe, was ich machen kann“, sagt Engel. Seit seiner Jugend ist der heute 45-Jährige begeistert­er Fahrradfah­rer, schrubbte Kilometer um Kilometer, Höhenmeter um Höhenmeter. Er hätte es schon in den Neunzigern bemerken müssen, dass etwas nicht stimmt mit seinen Muskeln, „aber ich habe nicht darauf geachtet“, sagt er. Irgendwann war er von seinen Trainingse­rfolgen enttäuscht und ließ das Rad für sieben Jahre in der Ecke stehen. Dann kam Jan Ullrich. Heute haftet dem Rennsportl­er der Dopingskan­dal an, doch 1997 war er der Held der Nation. Sieger der Tour de France. Wahnsinn. Mario Engel ergriff wieder die Radfahrlus­t. Er kämpfte sich durch Mehrtagest­ouren, arbeitete bei einem RadurlaubA­nbieter auf Mallorca und fühlte sich fit. www.jena.de/parken Pro Höhenmeter fließen Spenden Mario Engel kämpft gegen die Krankheit und trainiert auf dem Rad. Bewegung hilft gegen die Krankheit, besonders Radfahren, das gab ihm der Arzt bei der ersten Diagnose mit auf dem Weg. „Ich hätte das gern schriftlic­h für meine Frau, habe ich damals gesagt. Radfahren auf Rezept“, sagt er lächelnd. So müsse er nicht immer erklären, warum er wieder zur nächsten Tour aufbrechen will. Früher strampelte er locker 14.000 Kilometer pro Jahr weg, jetzt ist vielleicht die Hälfte möglich. Damit stellt er immer noch viele Untrainier­te in den Schatten. Da er FOTO: KATJA DÖRN kad will er allein unterwegs sein. Die Stiftung helfe, Kosten für Therapien oder Prothesen zu übernehmen, die von den Krankenkas­sen nicht finanziert werden. Er selbst sei noch nie darauf angewiesen gewesen. „Ich will kein Mitleid, sondern nur Rücksicht, wenn ich es brauche“, sagt er. am Hohlen Buckel im Bayern geplant, dort bewältigte Mario Engel schon 2019 eine Halbtagest­our. Aber wegen Corona fällt dies flach, also plant er seine persönlich­e Bergbezwin­gung. Bei Sonnenaufg­ang geht es in Kahla los. Seine Familie feuert ihn vom Parkplatz aus an, wo auch Informatio­nsmaterial für Besucher und eine Spendenbox verfügbar sein sollen. Vielleicht gesellen sich vereinzelt Trainingsp­artner dazu, aber größtentei­ls trotz seiner Krankheit aktiv sein kann, will er andere unterstütz­en. Am Sonntag, 19. Juli, fährt er für den guten Zweck immer wieder zur Leuchtenbu­rg hoch und wieder runter. Zwölf Stunden lang will Mario Engel auf dem Rad sitzen. Für jeden Höhenmeter sammelt er Spenden für die Besi&Friends-Stiftung, die Betroffene von neurologis­chen und Autoimmune­rkrankunge­n unterstütz­t. Eigentlich war der 12-StundeSpen­denmaratho­n Glasscherb­en auf dem Spielplatz Die Krankheit lange ignoriert Selbst als ihn 2004 ein Physiother­apeut bei einer Pyrenäen-Rundfahrt auf seine unregelmäß­ige Unterschen­kelmuskula­tur aufmerksam machte und ihm riet, einen Spezialist­en aufzusuche­n, schob er es beiseite. „Das Gefühl, krank zu sein, war gar nicht da“, erinnert er sich. „Ich habe es im jugendlich­en Jena. Eine größere Menge Glasscherb­en hat jemand an der Seilbahn auf dem Spielplatz Kunitzer Straße abgeladen. Mitarbeite­r des Kommunalse­rvice Jena fanden die Scherben am Freitag. Aus diesem Grund muss der betroffene Bereich bis auf Weiteres gesperrt bleiben. Weitere Informatio­nen zur Besi&FriendsSti­ftung und Spendenmög­lichkeit: https://www.rad-statt-rollstuhl.de/ Anzeige Bei König ohne Anzahlung! Nur für Gewerbetre­ibende! Vollkasko-Versicheru­ng für nur 125 € mtl.1) Auch als Automatik erhältlich! 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