Ostthüringer Zeitung (Jena) : 2020-07-04

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Saale-Holzland 18 Ostthüring­er Zeitung Sonnabend, 4. Juli 2020 Reifenberg­e verschwind­en aus dem Wald Erkundung am Rückzugsor­t Diesen Tag hat Lutz Müller aus Schorba lange herbei gesehnt. Acht Jahre lang hat der junge Mann dafür gekämpft, dass die illegale Altreifend­eponie verschwind­et. Jetzt ist es soweit Immer sonntags Führung in Dornburg Dornburg-Camburg. Von Angelika Schimmel Goethe tat es, der Weimarer Großherzog und sogar der deutsche Kaiser: Sie nutzten Dornburg als ihren favorisier­ten Rückzugsor­t. Wer kann es ihnen bei diesem wunderbare­n Areal hoch über der Saale verdenken? So verschiede­n ihre Gründe, so eint sie doch alle die Faszinatio­n für diesen Ort. Bei einem Rundgang mit Schlossfüh­rerin Cornelie Mier durch die Museumssch­lösser und die Gärten, in denen derzeit 2000 Rosenstöck­e in voller Blüte stehen, kommen die Teilnehmer berühmten Schlossher­ren und ihren Gästen näher und können vielen Einund Ausblicke genießen. Schorba. Normalerwe­ise geben Kuckuck, Amsel und Zilpzalp hier den Ton an. Seit die Autokolonn­e auf der A 4 bei Göschwitz im Jagdbergtu­nnel verschwind­et und erst gute drei Kilometer weiter westlich wieder daraus auftaucht, wird das Gezwitsche­r rund um das Dörfchen Schorba nicht mehr vom Autolärm übertönt. Doch seit wenigen Tagen mischt sich das Brummen schwerer Motoren unter die Naturgeräu­sche im Schorbaer Wald. Forstunter­nehmer Peter Machleidt ist hier mit seinem Rückezug im Einsatz. Allerdings holt er nicht borkenkäfe­rgeschädig­te Baumstämme aus dem Wald, sondern eine für ihn ungewohnte Fracht: alte Pkw-Reifen, große Lkw-Reifen und riesige, von Traktoren oder Baumaschin­en stammende, mit Moos bewachsene Karkassen. Geschätzte 1500 Autoreifen liegen am Grund eines schmalen Kerbtales im Schorbaer Wald, die nun Stück für Stück geborgen und weggeschaf­ft werden. Im Auftrag des Thüringer Umweltmini­steriums rückt Machleidt einer der ältesten Umweltaltl­asten des Saale-Holzland-Kreises zu Leibe. Wie lange die illegale Altreifend­eponie hier eigentlich im Wald liegt, ist schwer zu sagen. Einheimisc­he wissen zu berichten, dass es die wilde Deponie schon in den 1970er Jahren gab. Sie wurde einer Autobahnme­isterei zugeschrie­ben und möglicherw­eise haben auch andere Kenner der Region viele Jahre lang hier illegal ihren Müll über die Leitplanke eines Autobahnpa­rkplatzes im Wald entsorgt. Dafür sprechen massive Betonbrock­en, alte Bitumenfäs­ser und Stahlkette­n, die von einem Panzer oder einer Baumaschin­e stammen könnten, die zwischen den maroden Reifen liegen. Lutz Müller aus Schorba erinnert sich, dass er als Kind im Garten in einem Sandkasten spielte, für den der Vater einen großen Lkw-Reifen aus dem Wald geholt hatte. Das war vor über 30 Jahren. Seit mehr als acht Jahren hat der junge Mann energisch und ausdauernd alles versucht, dass der Reifenberg nicht länger unbeachtet im Wald liegen bleibt, sondern weggeräumt wird. Er hat den Bürgermeis­ter seines Heimatdorf­es genervt, hat Politiker in Erfurt und Berlin angeschrie­ben und Umweltschü­tzer sowie die Lokalzeitu­ng, das Fernsehen und auch überregion­ale Blätter nach Schorba gerufen, damit die Öffentlich­keit erfährt, welcher Frevel der Natur in Schorba angetan wurde. Bei den Dorfbewohn­ern hat sich Lutz Müller mit seiner Hartnäckig­keit nicht nur Freunde gemacht. „Es ist nicht so, dass sich keiner sonst gekümmert hat um die Reifenabla­gerungen vor unserer Haustür", sagt Bürgermeis­ter Hans-Joachim Die öffentlich­e Führung beginnt wie jeden Sonntag um 14.30 Uhr am Renaissanc­eschloss. Da nur eine begrenzte Teilnehmer­zahl möglich ist, empfiehlt sich die telefonisc­he Reservieru­ng unter 036427/215135. In den Innenräume­n ist Mundschutz zu tragen. Gemeinden wollen Umlage nicht zahlen Mit den Reifenberg­en im Wald bei Schorba wird jetzt eine der ältesten Umweltaltl­asten des Saale-Holzland-Kreises nach über 40 Jahren beseitigt. Lutz Müller (rechts) aus Schorba hat acht Jahre lang dafür gekämpft, dass die alten Reifen nicht im Wald vergessen werden. Umweltstaa­tssekretär Olaf Möller (Mitte) hat sich dafür eingesetzt, dass das Land die Kosten von 45.000 Euro übernimmt. Gumperda. Der Gemeindera­t von Gumperda wird sich in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 7. Juli, mit einem heiklen Thema beschäftig­en: einem Widerspruc­h gegen die Kreisumlag­e 2020. Dabei ist Gumperda in guter Gesellscha­ft, auch andere Gemeinden der Verwaltung­sgemeinsch­aft „Südliches Saaletal“sind nicht gewillt, die erhöhte Umlage an den Kreis zu zahlen. In Gumperda wird generell über die Finanzen des Jahresetat­s gesprochen, zudem über Baugenehmi­gungen und Grundstück­sverkäufe. Bürger sind herzlich eingeladen zu der öffentlich­en Sitzung. AS Die Sitzung des Gemeindera­tes beginnt am Dienstag, 7. Juli, um 19 Uhr in der Alten Schule Gumperda. Michel Utsch, Juniorchef des Recycling-Unternehme­ns (links) und Mitarbeite­r Egon Buchmann stehen am Hang im Wald, wo die Reifen aus 20 Meter Tiefe nach oben geschleppt werden müssen. Einen Rückezug, mit dem sonst Holzstämme aus dem Wald geholt werden, hat Forstunter­nehmer Peter Machleidt umgerüstet, um die Reifen verladen zu können. Mit einer Seilwinde wird das Fahrzeug nach oben gezogen. FOTOS (3): ANGELIKA SCHIMMEL Reden über das Geld in Thierschne­ck Verursache­r mehr gefunden werden kann, würden die Dorfbewohn­er und auch die Gemeinde, denen ein Stück Wald gehört, zur Kasse gebeten. „Das kann man aber nicht verlangen", sagt der Grünen-Politiker Möller. Deshalb habe sich am Ende das Land Thüringen bereit gefunden, für die Beseitigun­g der Reifenberg­e im Schorbaer Wald zu sorgen. passierte nichts. „Deshalb bin ich jetzt wirklich froh, dass es nun eine Lösung gibt und es endlich vorwärts geht." Bewegung in die ganze Sache war erst gekommen, als sich der Thüringer Staatssekr­etär im Umweltmini­sterium, Olaf Möller, vor Ort selbst ein Bild von der Situation gemacht hatte. „Das war vor etwa einem Jahr", berichtet er. „Dass das hier nicht so bleiben kann, war mir da klar". Doch es habe vieler Gespräche und Überlegung­en bedurft, die passende Lösung für das Reifenprob­lem zu finden. Vom reinen Gesetz her sind Grundstück­seigentüme­r verantwort­lich dafür, Altlasten zu entsorgen, auch wenn sie nicht der Verursache­r sind. Sie können den Verursache­r ermitteln und verklagen. Doch wenn wie in diesem Fall kein ist, macht Thomas Utsch klar, der mit seiner Recyclingf­irma aus Remda bei Rudolstadt dafür den Auftrag vom Land erhielt. „Beim Blick auf die Fotos der Ausschreib­ung dachten wir, mit einem Radlader oder einem Teleskopla­der ist das kein schweres Ding. Doch der erste Vorort-Termin hat uns eines Besseren belehrt". Deshalb hat sich Utsch den Forstunter­nehmer Peter Machleidt als Partner gesucht. Selbst dessen schwere Maschinen können die Last nicht ohne Seilwinde aus 20 bis 25 Metern Tiefe bergen. Der erfahrene Maschinist schätzt, dass er mit seinem Kollegen Egon Buchmann mindestens zwei Wochen braucht, um die Reifen zu bergen. „Und die geschätzte Zahl von 1500 Reifen wird wohl zu niedrig sein, ich denke, da unten liegen doppelt so viele", sagt er. „Die geschätzte Reifenzahl ist zu niedrig. Da unten liegen doppelt so viele.“ Thierschne­ck. Der Gemeindera­t von Thierschne­ck kommt vor der Sommerpaus­e zu seiner nächsten Beratung am Mittwoch, 8. Juli, zusammen. Die Gemeinderä­te wollen sich noch einmal mit den Finanzen beschäftig­en, Haushaltss­atzung sowie Finanzplan für 2020 beschließe­n. Diskutiert wird auch eine Änderung der Hauptsatzu­ng der Gemeinde Thierschne­ck. Bürgermeis­terin Carla Meierl informiert über Aktuelles und steht für Anfragen der Bürger zur Verfügung. Gäste sind auf dere öffentlich­en Sitzung willkommen, sofern sie einen Mundschutz tragen. Peter Machleidt Forstunter­nehmer Loeper. „Schon vor vielen Jahren hatte sich der damalige Umweltamts­leiter Klaus Schirmer darum gekümmert, aber vergeblich. Auch die Hoffnung, dass die Deponie nach Fertigstel­lung des Jagdbergtu­nnels 2014 im Zuge des Autobahnrü­ckbaus mit verschwind­et, hatte sich nicht erfüllt", berichtet er. Den letzten Rückschlag habe man hinnehmen müssen, als 2017 ein Gutachten feststellt­e, dass von den Reifen selbst keine Gefahr für Umwelt oder Mensch ausgehe. Wieder 45.000 Euro kostet die Entsorgung 45.000 Euro wurden dafür bereit gestellt. „Am Ende ist es nicht eine Sache des Geldes, aber man muss eine Ausgabener­mächtigung haben, um Geld des Landes ausgeben zu können", begründet Möller, warum es doch noch so viele Monate gebraucht hat, bis in Schorba nun Männer mit schwerer Technik dem Reifenberg zu Leibe rücken. Dass dies keine einfache Sache AS Mittwoch, 8. Juli, 19.30 Uhr, Dorfgemein­schaftshau­s Thierschne­ck Anzeige an! Die Schule fängt Alle Anhänger mit passender Kette Kettenläng­e 42 cm Bestickte Taschen Geschenkid­een zum Schulstart Die perfekten kleinen Begleiter zur Aufbewahru­ng von Schreibund Zeichen-Equipment oder einfach „Dies und Das“. Engel 30,- € • Kulinarisc­he Ausflugsti­pps & leckere sommerlich­e Rezepte zu 14,95€ 29,- € • Geschenkid­een 925er Sterlingsi­lber, rhodiniert mit Zirkoniabe­satz jedem Anlass 22,- € • Buchtipps & Karten mit regionalen Ausflügen für kleine Kette mit Anhänger Botanik • Sommerspaß Art. 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