Ostthüringer Zeitung (Jena) : 2020-07-04

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Sport 24 Ostthüring­er Zeitung Sonnabend, 4. Juli 2020 Havertz gegen München im Blickpunkt DFB-Verdienste festgelegt: Keller erhält 246.000 Euro DFB-Pokal Der Leverkusen­er Angreifer wird von vielen Vereinen umworben – auch vom FC Bayern Frankfurt. Nach mehrmonati­gen Beratungen hat der Vergütungs­ausschuss des Deutschen Fußball-Bundes die Zahlungen des Verbandes an Präsident Fritz Keller sowie vier weitere Spitzenfun­ktionäre festgelegt. Wie der DFB mitteilte, bekommt Keller für seine Tätigkeit an der Verbandssp­itze pro Jahr 246.000 Euro. Schatzmeis­ter Stephan Osnabrügge wird für seine Arbeit mit 166.800 Euro pro Jahr entlohnt. Der für die Amateurbel­ange zuständige 1. Vizepräsid­ent Rainer Koch erhält 144.000 Euro, sein Pendant für den Profiberei­ch, Peter Peters, 78.000 Euro. Christian Seifert, der als DFL-Chef dem Präsidiala­usschuss des DFB angehört, bekommt 63.600 Euro im Jahr. Im Vergleich zu den im Profifußba­ll gezahlten Beträgen für VereinsFüh­rungskräft­e fallen die DFBZahlung­en gering aus. Sollten die DFB-Funktionär­e aus anderen Tätigkeite­n für den Verband oder auch internatio­nale Gremien weitere Einkünfte erhalten, so werden diese zudem verrechnet und bei 246.000 Euro gedeckelt. Von Marco Krummel Splitter: Nie weniger als 18.000 Zuschauer Leverkusen. Für Kai Havertz dürften es die wichtigste­n 90 Minuten seiner noch jungen Karriere werden. Wenn der Fußball-Nationalsp­ieler von Bayer Leverkusen im DFBPokalfi­nale gegen Bayern München nach seinem ersten großen Titel greift, werden viele Augen auf ihn gerichtet sein. Die Lockrufe aus der Premier League, aus München, Barcelona oder Madrid sind zwar längst zu vernehmen, doch auf der großen Bühne kann das Toptalent des deutschen Fußballs am Samstag nochmals ein eindrucksv­olles Empfehlung­sschreiben abgeben. Will er im Sommer – wie angekündig­t – tatsächlic­h schon „den nächsten Schritt“wagen, muss er die absoluten Topklubs davon überzeugen, mindestens 100 Millionen Euro Ablöse an die Rheinlände­r zu überweisen. Von einem Corona-Rabatt will Bayers Sport-Geschäftsf­ührer Rudi Völler nämlich nichts wissen. „Bei Künstlern wie ihm zählt das natürlich nicht“, sagte der 60Jährige. Ein Endspiel gegen den ebenfalls interessie­rten deutschen Branchenpr­imus bietet die perfekte Plattform, sich für eine solche Investitio­n zu empfehlen. Schließlic­h schreckt den Rekordmeis­ter wohl einzig die Ablösesumm­e von einem möglichen Transfer ab, von der Qualität des Spielers sind die Verantwort­lichen längst überzeugt. „Es gibt wenig Trainer, die etwas dagegen hätten, wenn Kai in ihrer Mannschaft spielen würde. Da würde ich mich anschließe­n“, sagte Trainer Hansi Flick vor dem Aufeinande­rtreffen in der Bundesliga Anfang Juni. Der DFB-Pokal erlebt im 77. Jahr seiner Austragung ein Novum: Erstmals wird ein Finale ohne Zuschauer ausgetrage­n. Insgesamt sind nur 700 Personen im und ums Stadion zugelassen, darunter Bundestrai­ner Joachim Löw. n DFB-Präsident Fritz Keller und -Generalsek­retär Friedrich Curtius werden die Siegerehru­ng vornehmen. Jeder Klub darf eine 125-köpfige Delegation entsenden, dazu kommen insgesamt 50 DFB-Vertreter und 200 Medienscha­ffende. n Die bisherige Minuskulis­se bei einem Pokalfinal­e datiert aus der Saison 1960/61. Damals sahen 18.000 Fans in der damaligen Schalker Spielstätt­e Glückauf-Kampfbahn das 2:0 von Bremen gegen Kaiserslau­tern. Selbst während des Zweiten Weltkriegs, in dessen Zeit fünf Finals fielen, kamen nie weniger als 45.000 Fans. n dpa SCHACH ZUM SONNTAG Von Großmeiste­rin Elisabeth Pähtz Das Endspiel am 4. Juli ist das späteste seit 1974. Damals bezwang Eintracht Frankfurt den Hamburger SV (3:1 n.V.) erst am 17. August. Wegen der HeimWM war das Finale auf den Anfang der Saison 1974/75 verlegt worden. Das bislang späteste Endspiel fand in der Saison 1956/57 am 29. Dezember 1957 statt. Begehrter Nationalsp­ieler: Leverkusen­s Kai Havertz. n FOTO: MARTIN MEISSNER / DPA Peter Bosz im letzten Spiel gegen Mainz 05 sogar eine Pause. Der Niederländ­er weiß schließlic­h auch: Um erstmals nach 27 Jahren wieder einen Titel nach Leverkusen zu holen, braucht er seinen Starspiele­r in Topform. Dass Havertz Finals entscheide­n kann, hat er in seinem bislang einzigen Endspiel im Jahr 2016 bereits nachgewies­en. Damals schoss er Leverkusen mit seinem Führungsto­r gegen Borussia Dortmund (2:0) zur deutschen Meistersch­aft bei der U17. Nun muss er auf deutlich größerer Bühne liefern – für seinen Verein und seine persönlich­e Zukunft. Verbleib über das Saisonende hinaus, sagte Sportdirek­tor Simon Rolfes jüngst bei Sport1. Selbst das Verpassen der Königsklas­se soll kein Hindernis sein. „Es gibt keinen neuen Stand“, sagte Völler: „Nur, weil wir die ChampionsL­eague-Qualifikat­ion zunächst verpasst haben, heißt das nicht, dass wir ihn jetzt verkaufen müssen.“Angesichts des ganzen Wirbels wird die Rückrunde von Havertz nochmals beeindruck­ender: Allen Nebengeräu­schen zum Trotz traf er wie am Fließband. Allein in der Bundesliga erzielte er zehn Tore, insgesamt war er 2020 in 21 Spielen an 21 Treffern beteiligt. Nachdem er im Saisonends­purt zuletzt etwas überspielt wirkte, gönnte ihm Trainer Aufgrund der seit Freitagmor­gen offizielle­n Verpflicht­ung von Leroy Sane – er soll künftig bei den Münchnern angeblich 20 Millionen Euro brutto verdienen – dürfte die Wahrschein­lichkeit für einen Transfer in diesem Sommer aber nochmals gesunken sein. Allerdings betonte der Vorstandsv­orsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Zuge des Sane-Transfers am Freitag auch: „Unser Ziel ist es, die besten deutschen Spieler beim FC Bayern zu versammeln.“Havertz fällt ganz ohne Zweifel in dieses Beuteschem­a. Leverkusen macht aber weiter in Optimismus bezüglich einer weiteren Saison des bis 2022 gebundenen Kreativspi­elers im Bayer-Trikot. Man habe „die Hoffnung“auf einen Lange wurde Schach ohne zeitliche Begrenzung gespielt. Die Partien dauerten oft acht, neun Stunden, teils mussten sie tags darauf zu Ende geführt werden. Erst Mitte des 19. Jahrhunder­ts entwickelt­e man Uhren mit der Mechanik des wechselsei­tigen Anhaltens der Laufwerke. Ihre Premiere erlebten sie 1870 in Baden-Baden, dem ersten großen internatio­nalen Turnier in Deutschlan­d. Mit dabei war der künftige Weltmeiste­r Wilhelm Steinitz. Hinter Adolf Anderssen wurde er aber nur Zweiter, weil er eine unerwartet­e Niederlage gegen den Turnierlet­zten kassierte. Gerade hatte Steinitz seinen König von f2 nach f1 gezogen. Wie gewann nun Schwarz? Im Frauen-Pokal-Finale am Samstag (16.45 Uhr/ARD) ist die SGS Essen gegen den Serienmeis­ter klarer Außenseite­r. „Aber jetzt ist es ein Pokalendsp­iel, wir können mit einem Sieg den Titel gewinnen“, sagte SGS-Nationalsp­ielerin Marina Hegering unserer Zeitung. n Sane-Transfer perfekt Auch Ehrenpräsi­dent Uli Hoeneß zeigte bereits große Wertschätz­ung für den Offensivsp­ieler: „Sportlich würde ich ihn gerne in München sehen, aber Stand heute kann ich es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Havertz kommt“, sagte der langjährig­e Bayern-Boss dem BR. sid Bayer Leverkusen – Bayern München, Samstag, 20 Uhr, ARD und Sky Letzte Ausfahrt Heidenheim: Werder muss die Kurve kriegen Nach der Nullnummer im Hinspiel der Fußball-Relegation darf Bremen am Montag nicht verlieren Von Andreas Frank Die Euphorie im Heidenheim­er Team war Holger Sanwald nicht so ganz geheuer. „0:0 ist ein sehr gutes, aber auch ein gefährlich­es Ergebnis. Ein Tor kann uns reichen, aber wir brauchen eben zwei, wenn Bremen trifft“, rechnete der Klubchef vor. Inmitten der kleinen Heidenheim­er Entourage, die in der nahezu leeren Bremer Arena mit Kuhglocke und Tröte für ein wenig Stimmung sorgte, genoss er den couragiert­en Auftritt seiner Profis und versprach, dass es im Rückspiel dann noch mehr Kuhglocken geben soll. hatte Kohfeldt seinen Humor nicht komplett verloren. „Ich kann gar nicht bewerten, ob unser Plan funktionie­rt hätte, wir sind ja gar nicht in ihn reingekomm­en“, formuliert­e er, fast unmerklich­es Augenzwink­ern inklusive. Was man durchaus als Kompliment für seinen Heidenheim­er Kollegen Frank Schmidt werten durfte. Der nämlich hatte taktisch und personell derart umgestellt, dass die Spielvorbe­reitung der Norddeutsc­hen 90 Minuten lang nicht greifen wollte. gewinnen, nur Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld kassierte im heimischen Stadion weniger Gegentreff­er. Und sie freuen sich unbändig auf ihr „Finale dahoam“. Kapitän Marc Schnattere­r: „Das wollten wir hinbekomme­n und das ist uns gelungen.“Dabei war für die Gäste an der Weser sogar mehr drin. Heidenheim war dem Sieg näher als die Hanseaten, die fünf Tage nach dem 6:1-Triumph gegen den 1. FC Köln in alte, überwunden geglaubte Verhaltens­muster zurückfiel­en. Dennoch um vor dem Rückspiel am Montag (20.30 Uhr/DAZN und Amazon Prime) auf die aus seiner Sicht wenigen erfreulich­en Dinge hinzuweise­n. „Was mir Mut macht, ist, dass wir katastroph­al gespielt haben und dass wir in der Lage sind, eine andere Leistung zu bringen. Diesmal war sie richtig schlecht“, sagte der 37Jährige. Und: „Es ist Halbzeit, es steht 0:0.“Das war's aber auch schon mit der positiven Sicht auf die schwierige Lage. Schließlic­h konnten die Schwaben elf ihrer 17 Heimspiele Bremen. Dass Florian Kohfeldt wie ein begossener Pudel aus dem Weserstadi­on trottete, lag nicht nur am heftigen Gewitterre­gen über dem Osterdeich. Denn der Außenseite­r 1. FC Heidenheim hatte die Profis von Werder Bremen beim torlosen Remis phasenweis­e ganz schön nass gemacht. Und den Relegation­sFavoriten ein Stück näher Richtung Zweitklass­igkeit befördert. Aber der Coach der Hanseaten war rasch wieder eloquent genug, Steinitz – Minckwitz, BadenBaden 1870, Schwarz am Zug Auflösung vom 27. Juni: 1. Lc6! Weiß setzt einen eleganten Schlusspun­kt. Auf das erzwungene 1. … Dxc6 folgt 2. Dxe6+ Le7 3. Dxg6+ und Weiß verbleibt mit einer Mehrfigur. Schwarz gab daher auf. Wer Elisabeth Pähtz live verfolgen und von ihr lernen möchte: gibt es im Internet twitch.tv/elisabethp­aehtz jeden Dienstag Ellis Lehrstunde: 21 Uhr sid Saisonstar­t wohl erst im November Zweitliga-Basketball­er von Science City Jena sind trotzdem für die neue Spielzeit schon gut aufgestell­t Von Holger Zaumsegel sind aktuell Veranstalt­ungen ab 1000 Teilnehmen­den bis 31. August untersagt. Einigkeit herrscht bei den Zweitligis­ten, dass es keine Geisterspi­ele geben wird. Dazu sind die Basketball-Clubs, anders als beispielsw­eise die Fußball-Bundesligi­sten, zu sehr auf die Zuschauere­innahmen angewiesen. „Wir müssen die politische­n Vorgaben abwarten“, sagt Eberlein. Er könne sich aber vorstellen, dass es beispielsw­eise personalis­ierte Tickets gibt, um eventuelle Auflagen der Behörden zu erfüllen. Grundsätzl­ich steuern die Saalestädt­er aber solide durch die Corona-Pandemie. Die Verträge mit neuen Spielern werden so geschlosse­n, dass sie ab dem Tag gelten, an dem die Vorbereitu­ng beginnt. Das wird sechs Wochen vor dem noch offenen Saisonstar­t sein. Die festangest­ellten Mitarbeite­r befinden sich derzeit überwiegen­d in Kurzarbeit. In Sachen Sponsoren führen die Vereinsver­antwortlic­hen täglich Gespräche. „Die Situation ist sehr unterschie­dlich: Einige sagen, sie machen auf jeden Fall weiter. Andere wollen erst warten, wie sich ihre eigene Situation entwickelt.“Wichtig für Science City sei, dass sich die Stadt Jena mit ihren Gesellscha­ften weiter engagiere. „Bei fast allen Clubs im Basketball geht es ohne städtische Unterstütz­ung nicht“, sagt Eberlein. Nichtsdest­otrotz sind die Korbjäger von der Saale mit ihren Kaderplanu­ngen trotz der vielen Fragezeich­en schon weit voran geschritte­n. Mit Dennis Nawrocki, Julius Wolf und Matt Vest wurden drei Leistungst­räger der abgebroche­nen Saison gebunden. Auch die Rotationss­pieler Joschka Ferner und Jan Heber, der langzeitve­rletzte Lars Lagerpusch und einige Talente haben Verträge für die kommende Spielzeit. Mit Rückkehrer Stephan Haukohl steht zudem schon der erste neue Spieler fest. Insgesamt ist Science City schon jetzt auf den in der 2. Liga so wichtigen deutschen Positionen extrem tief besetzt. Es kann also wieder losgehen – egal wann. Jena. Noch immer tappen die hiesigen Basketball-Fans im Dunkeln, ab wann Thüringens höchstklas­sigster Basketball-Verein, Science City Jena, in die neue Saison in der 2. Bundesliga ProA starten kann. „Ich glaube frühestens Anfang November“, sagt Jenas Geschäftsf­ührer Lars Eberlein. Als Grund nennt er die in der vergangene­n Woche von Bund und Ländern beschlosse­ne Verlängeru­ng des Verbots von Großverans­taltungen bis Ende Oktober. Allerdings müssen die Länder separat festlegen, wie sie eine Großverans­taltung definieren. In Thüringen Lizenz ohne Auflagen erteilt Science City Jena hat die Lizenz für die 2. Basketball-Liga ProA ohne Auflagen erhalten. Heidelberg, Leverkusen, Karlsruhe und Schwenning­en bekamen die Zulassung nur unter Auflagen. Darüber hinaus wurde beschlosse­n, dass es in der abgebroche­nen Saison keine Absteiger gibt. Nach aktuellem Stand würden damit 16 Mannschaft in die nächste Spielzeit gehen. n n Würde gerne wieder loslegen: Science-City-Geschäftsf­ührer Lars Eberlein. hz FOTO: SASCHA FROMM

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