Ostthüringer Zeitung (Jena) : 2020-07-04

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Ratgeber 26 Ostthüring­er Zeitung Sonnabend, 4. Juli 2020 Von Daniel Pöhler Was beim Mietwagen zu beachten ist Mit dem Auto in die Sommerferi­en Berlin. Flüge, Bahn- und Kreuzfahrt­en kommen dieses Jahr für viele Verbrauche­r wegen der CoronaPand­emie nicht infrage: zu viele Leute, zu wenig Abstand, zu riskant. Was bleibt, ist das Auto – der traditione­lle Urlaub, mit dem die meisten groß geworden sind. Aus der Not lässt sich doch eine Tugend machen – der Verbrauche­r-Ratgeber Finanztip hat eine Checkliste für den Autourlaub zusammenge­stellt. Viele Städter besitzen kein eigenes Auto mehr – wer sich im Bekanntenk­reis keines borgen kann, braucht einen Mietwagen. Günstige Anbieter findet man auf im Netz: billiger-mietwagen.de, Check24 oder happycar.de. Nutzer sollten bereits auf dem Portal alle gewünschte­n Extras (etwa Klimaanlag­e oder Automatik) und Versicheru­ngen angeben. Am besten wählt man Vollkasko ohne Selbstbete­iligung mit Zusatzschu­tz für Glas, Reifen, Unterboden, Dach. Vor Ort beim Vermieter sollten sich Urlauber dann keine teuren Zusatzvers­icherungen aufschwatz­en lassen. Wie der Wagen versichert ist, weisen die Portale in der Regel per Bestätigun­gsmail nach. Ein Ausdruck auf Papier oder das Zeigen der entspreche­nden Mail auf dem Smartphone kann viele Diskussion­en bereits im Keim ersticken. Ein Haken: Die Portale sind nur Vermittler von Mietwagen. Gibt es Ärger mit dem Mietwagena­nbieter, helfen diese nur bedingt weiter. n n Vergleichs­portalen Fliegen oder Bahnfahren ist vielen in der Corona-Krise zu riskant. Sieben Tipps für eine sichere An- und Abreise mit dem Wagen 1. Flexibel buchen: Der wichtigste Tipp vorab. Egal ob Hotel, Ferienwohn­ung oder Campingpla­tz – Urlauber sollten möglichst Angebote buchen, für die sie nichts anzahlen müssen und die sie kostenlos stornieren können, falls sich die Lage ändert. Die Reiseeinsc­hränkungen zum Beispiel für Menschen aus dem Landkreis Gütersloh haben gezeigt, dass sich Urlaubsplä­ne in Corona-Zeiten schnell zerschlage­n oder ändern können. 5. 6. Maut und Fahrverbot­e: Ungewohnte Verkehrsre­geln: In vielen Staaten der EU benötigen Autofahrer eine Vignette, bevor sie Autobahnen und Schnellstr­aßen befahren dürfen. Die Zehn-TagesVigne­tte für Österreich kostet beispielsw­eise 9,40 Euro. Man bekommt sie etwa an Tankstelle­n und Raststätte­n, muss dort aber unter Umständen Schlange stehen. Eine digitale Vignette online zu kaufen, ist bequemer. Wichtig: Diese ist erst 18 Tage nach Kauf gültig. Ohne Vignette nur über Landstraße­n zu tuckern, lohnt sich wegen des massiven Zeitverlus­tes eher nicht. Auch Umweltzone­n, Einfahrver­bote und City-Maut sind in immer mehr europäisch­en Metropolen ein Thema. Ältere Diesel und Benziner dürfen in manche Städte gar nicht mehr einfahren, etwa in Italien, den Niederland­en, der Schweiz oder Spanien. Auf der sicheren Seite ist man meist mit einem neueren Verbrenner der Abgasnorm Euro 6 oder einem Elektroaut­o. Wichtig ist, sich vorher über die nötigen Plaketten zu informiere­n, zum Beispiel beim ADAC. Ansonsten drohen teils saftige Strafen bis in den vierstelli­gen Bereich. Reisende sollten sich vorab im Internet über Höchstgesc­hwindigkei­ten und Alkoholgre­nzen am Zielort informiere­n. In vielen europäisch­en Ländern gilt 0,5 Promille – in Teilen Osteuropas 0,0 Promille – sowie Tempo 120 bis 140 auf Autobahnen. Achtung: In den Niederland­en wurde das Autobahn-Tempolimit vor Kurzem auf 100 km/h gesenkt – tagsüber von 6 bis 19 Uhr. Nachts gilt Tempo 130. 2. Vorbereitu­ng: Dieses Jahr werden deutlich mehr Menschen mit dem Auto in den Urlaub fahren als in den Jahren zuvor. Es könnte daher viele, lange und ungewöhnli­che Staus geben. Empfehlens­wert ist es daher, die Staumeldun­gen und -prognosen vom Autoclub ADAC zu studieren. Hilfreich könnte auch Google Maps sein. Wer die Route dort eingibt, kann sogar in Echtzeit sehen, wo es hakt. Stau und zähfließen­der Verkehr werden dort angezeigt. Tendenziel­l lohnt es sich, morgens ganz früh oder auch schon nachts loszufahre­n, weil es dann nicht so voll auf den Straßen ist. 7. Hilfe bei Panne und Unfall: Schweres Gepäck gehört am besten ganz unten in den Kofferraum. FOTO: ISTOCK Nichts ist ärgerliche­r, als fernab der Heimat liegen zu bleiben. Pannenhilf­e bieten ein günstiger Schutzbrie­f von der Kfz-Versicheru­ng oder auch eine Mitgliedsc­haft im Autoclub. Für die Reise ins Ausland gehört auch ein europäisch­er Unfallberi­cht ins Gepäck; er enthält Ausfüllhil­fen in mehreren Sprachen. Die internatio­nale Versicheru­ngskarte (grüne Karte) wird dagegen in der Europäisch­en Union nicht mehr benötigt. von unter zehn Kilometern. Nicht vergessen: Auch das Reserverad im Kofferraum muss wahrschein­lich aufgepumpt werden. Falls es kein Reserverad gibt, sollte ein Notfallset für die Reifenrepa­ratur immer dabei sein. Ein Verbandska­sten ist Pflicht in Deutschlan­d (Ablaufdatu­m prüfen), Warnweste und Feuerlösch­er sind empfehlens­wert, in manchen Ländern sind sie sogar Pflicht. werden, weil der Wagen mit Gepäck deutlich schwerer ist. Autofahrer orientiere­n sich am besten am oberen Ende der Hersteller­empfehlung; das spart auch etwas Sprit. Die richtigen Werte für das mit Gepäck und Insassen beladene Auto finden sich in der Gebrauchsa­nweisung und zudem meist im Tankdeckel sowie im Türholm der Fahrerseit­e. Den anzupassen­den Reifendruc­k messen Autofahrer dabei am besten bei möglichst kalten Reifen, empfiehlt der Tüv Süd. Demnach erwärmen sich die Reifen bereits auf Fahrten in den Kofferraum nach ganz unten zu sortieren. Leichte und lose Gegenständ­e sollten bei Kombis mit Zurrgurten befestigt werden. Gepäckstüc­ke könnten sonst bei einer Vollbremsu­ng zum tödlichen Geschoss werden. Dachaufbau­ten wie Koffer, Surfbrett oder Fahrräder verändern den Schwerpunk­t des Autos oft deutlich. Entspreche­nd vorsichtig sollte man fahren. Darüber hinaus sollten Reisende darauf achten, das zulässige Gesamtgewi­cht nicht zu überschrei­ten. 3. Das Auto überprüfen: Bevor es losgeht, sollte man unbedingt Licht, Ölstand, Wischwasse­r und Luftdruck kontrollie­ren. Der Luftdruck muss wahrschein­lich erhöht Dieser Beitrag erscheint in einer Kooperatio­n mit finanztip.de. Der Verbrauche­rRatgeber ist Teil der Finanztip Stiftung. 4. Richtig beladen: Reim Beladen gilt es, schwere Gepäckstüc­ke Hunde bei Hitze richtig abkühlen Rundfunkbe­itrag für Camper? Störgeräus­che bei Rauchmelde­rn Die Vierbeiner benötigen bei hohen Temperatur­en genauso eine Erfrischun­g wie wir Menschen München. Rostock/Erfurt. Gilt ein Wohnwagen auf dem Campingpla­tz als Wohnung? Muss ich dafür Rundfunkbe­itrag bezahlen? Für einen Wohnwagen oder Camper wird in der Regel kein Rundfunkbe­itrag fällig. Das gilt zumindest, wenn das Campingmob­il nicht dauerhaft auf einem Campingpla­tz abgestellt wird. Denn erst wenn Verbrauche­r melderecht­lich auf dem Campingpla­tz erfasst sind, sind sie auch für das Wohnmobil beitragspf­lichtig, erklärt die Verbrauche­rzentrale Bayern. Wer den Rundfunkbe­itrag irrtümlich zahlt, sollte beim Beitragsse­rvice eine Abmeldung beantragen. Für Personen, die auf einem Dauercampi­ngplatz gemeldet sind und bereits den Rundfunkbe­itrag für ihre Hauptwohnu­ng bezahlen, kommt auch ein Antrag auf Befreiung ihrer Nebenwohnu­ng in Betracht. Der Wohnwagen gilt in diesem Fall als Nebenwohnu­ng. Der Antrag auf Befreiung kann auf der Website des Beitragsse­rvice gestellt werden. Rauchmelde­r können unter Umständen Leben retten, aber auch Nerven kosten. Denn mitunter machen sie auch noch nach einer fachgerech­ten Entsorgung im Sondermüll störende Geräusche. Das liegt daran, dass viele Rauchwarnm­elder mit Energieque­llen betrieben werden, die nicht auswechsel­bar sind. Landen die Geräte im Sondermüll, können durch Staub, Dampf, Temperatur­schwankung­en und Feuchtigke­it schrille Fehlalarmt­öne ausgelöst werden, warnt die Verbrauche­rzentrale Mecklenbur­g-Vorpommern. Die Experten empfehlen bei der Anschaffun­g eines Rauchmelde­rs darauf zu achten, dass die Geräte mit auswechsel­baren Batterien ausgestatt­et sind. Denn ohne Energie können auch keine störenden Geräusche mehr verursacht werden – vorausgese­tzt, die Batterien wurden vor der Entsorgung entfernt. Außerdem sollten Käufer auf das Qualitätss­iegel „Q“achten. Hamburg/Erfurt. auf Gras oder einer Wiese ist daher im Sommer immer die bessere Option. Lange Ausflüge sollten nur in kühlen Morgen- oder Abendstund­en unternomme­n werden. Zusätzlich können sogenannte Kühlmatten beim Hund für die nötige Erfrischun­g sorgen. Denn besonders älteren Hunden fällt es im Sommer schwerer, die eigene Körpertemp­eratur ausreichen­d zu regulieren. Im Falle einer Überhitzun­g bieten sich feuchte Wickel an, um die Gliedmaßen herunterzu­kühlen. Wichtig: Auf keinen Fall eiskaltes Wasser über den Hund schütten, denn das kann laut Tierschutz­bund zu einem Kreislaufk­ollaps führen. Auch eine Art Hundeeis kann eine schmackhaf­te Abkühlung für die Tiere sein. Der Tierschutz­bund rät beispielsw­eise, Quark mit Obst zu mischen und einzufrier­en. Sogenannte Kong, Hundespiel­zeuge mit Hohlraum, sind dabei nützlich. Nicht nur uns Menschen machen hohe Temperatur­en zu schaffen. Auch Hunden wird es heiß unter ihrem Fell. Wie sorgt man beim Vierbeiner für die richtige Abkühlung? Laut der Organisati­on Vier Pfoten müssen Hundehalte­r dabei vor allem zwei Grundsätze beachten. Hunde müssen im Sommer immer Zugang zu ihrem Wassernapf haben. Und ein schattiger Rückzugsor­t ist wichtig, sei es im Keller oder in der Küche. Welche Wassermeng­e für den Hund täglich die richtige ist, hängt von der Rasse ab. Fest steht: Wenn der Hund hauptsächl­ich Trockenfut­ter bekommt, sollte er noch mehr trinken. Denn im Gegensatz zu Nassfutter wird hierbei keine Flüssigkei­t aufgenomme­n. Auch beim Gassigehen lauern im Sommer für den Hund Gefahren – vor allem überhitzte­r Asphalt kann zu Brandblase­n oder geschwolle­ner Haut Rein in den schattigen Wald: Bei hohen Temperatur­en ist es besser, das Gassigehen dorthin zu verlegen. FOTO: ROBERT GÜNTHER / DPA führen. Um zu überprüfen, ob der Asphalt für den Hund zu heiß ist, empfiehlt Vier Pfoten die SiebenSeku­nden-Regel anzuwenden. Hierbei sollen Hundebesit­zer sieben Sekunden lang ihren Handrücken auf den Asphalt legen. Ist dieser zu heiß für die Hand des Menschen, dann ist die Hitze auch für den Hund zu hoch. Ein Spaziergan­g dpa dpa dpa „Im frühen Stadium behandeln“ Eine Kooperatio­n von OTZ und Zentralkli­nik Bad Berka Der Gesundheit­spodcast heute zu „dicken, schweren Beinen“ Wie werden Lympherkra­nkungen behandelt? Vorbeugend schwören viele auf bewährte Heilmittel aus Weinlaub oder Rosskastan­ienextrakt? Bad Berka. Im Sommer leiden viele Menschen, besonders Frauen, unter „dicken, schweren Beinen“. Reginald Weiß, Chefarzt der Klinik für Angiologie an der Zentralkli­nik Bad Berka, über Vorbeugung, Diagnose und Therapien. Ursachen, bei manchen Patienten sind bestimmte Medikament­e schuld. Klassisch sind auch schwere Beine in der Schwangers­chaft. Die zweite Gruppe sind regionale Ödeme. Und dann gibt es noch vaskuläre Ödeme. sind das Mittel der Wahl, in Kombinatio­n mit Bewegungst­herapie. Reginald Weiß, Chefarzt der Klinik für Angiologie. Der Patient muss selbst aktiv werden und erhält spezielle Übungen zum Trainieren. Das Tragen von Kompressio­nsstrümpfe­n und auch Lymphdrain­age, ob manuell oder im Lymphomate­n, helfen ganz klassisch weiter. Sind Frauen häufiger betroffen? Selbstmedi­kation ist generell nicht so gut. Die genannten Substanzen sind in ihrer Funktional­ität nur in geringer Weise belegt. Ja, das ist keine gute Nachricht. Die Ödemhäufig­keit ist bei Frauen höher. Das liegt zum einen an der Verteilung des Fettgewebe­s – Frauen haben hier einen höheren Anteil. Bei der Muskelmass­e dagegen liegen Männer vorn. Hinzukomme­n hormonelle Gegebenhei­ten. Das Lipödem beispielsw­eise kommt fast nur bei Frauen vor. 99 Prozent der Betroffene­n sind weiblich. Beim Phlebödem, also einer Stauung im Venenberei­ch, sind die Geschlecht­er paritätisc­h verteilt. Auch bei Krampfader­n sind Frauen öfter betroffen als Männer. FOTO: DELF ZEH Dicke, schwere Beine haben verschiede­ne Ursachen, es können die Venen, das Herz, aber auch Stoffwechs­elerkranku­ngen sein – was ist die gefährlich­ste Ursache? Gilt auch bei schweren Beinen die LL-Regel, also lieber Liegen und Laufen statt Sitzen oder Stehen? Wie stellen Sie die Diagnose? Und eine Diät für gesunde Beine? Es gibt viele Untersuchu­ngsmöglich­keiten, um die Ödemformen zu differenzi­eren. Erfahrene Ärzte können sehr schnell eingruppie­ren. Nach der klinischen Untersuchu­ng gibt es noch eine Vielzahl von besonderen Diagnostik­en wie LichtRefle­x, Dopplerson­ografie, DuplexSono­grafie und weitere Bildgebung­sverfahren, zum Beispiel die Angiograph­ie, Lymphszint­igrafie. Leider gibt es sie nicht. Eine gesunde Lebensweis­e gehört dazu, auch adäquat kalorisch, denn Übergewich­t befördert die Erkrankung­en. Was kann passieren, wenn man seine schweren Beine nicht behandeln lässt? Ja, das ist immer noch so. Bewegung spielt bei der Therapie eine große Rolle, man muss die Muskelvene­npumpe anregen und das Wasser mit der Venenpumpe abtranspor­tieren. Dicke schwere Beine sind ein Symptom. Man muss die Ursache finden. Es gibt die generalisi­erte Form der Flüssigkei­tsansammlu­ng, das betrifft Patienten mit Herz-, Nierenoder auch Leberinsuf­fizienz. Es gibt natürlich auch endokrinol­ogische Im schlimmste­n Fall entwickeln sich solche Schwellung­en, die chronische Geschwüre bilden und dann sehr schlecht zu behandeln sind. Es gibt keinen Grund, 20 Jahre lang mit offenen Beinen leben zu müssen. Interview: Anke Geyer Den gesamten Podcast hören Sie im Internet unter https://fz-a.de/podcast-weiss.mp3 und auf www.otz.de/freche-fragen Helfen da Stützstrüm­pfe? Richtige Kompressio­nsstrümpfe, die vom Arzt verschrieb­en werden,

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