Ostthüringer Zeitung (Pößneck) : 2020-07-04

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Aus der Region Ostthüring­er Zeitung 19 Sonnabend, 4. Juli 2020 Zeugnisse für 67 Abiturient­en MEINE WOCHE Peter Hagen über Wüstenschi­ffe und wüstes Geschimpfe. Feierliche Übergabe an kleine Gruppen in der Schulaula Kamele unter uns Von Oliver Nowak Schleiz. Am Dr.-konrad-dudengymna­sium in Schleiz wurden am Freitag die Abiturzeug­nisse überreicht und Preise und Auszeichnu­ngen übergeben. Wie die stellvertr­etende Schulleite­rin Elfi Heller eingangs zur Begrüßung erwähnte, hätten in diesem Jahr 67 Schüler des Schleizer Gymnasiums ihr Abitur bestanden. Zwei Schülerinn­en, Lara Rüdiger und Lilli Kaiser, haben dabei ihr Abitur mit einer Note von 1,0 gemacht. Aufgrund der Corona-schutzmaßn­ahmen musste die diesjährig­e Zeugnisübe­rgabe in einem deutlich kleineren Rahmen veranstalt­et werden. So wurden die Abiturient­en in drei Gruppen unterteilt, die jeweils eine eigenen kleine Zeugnisübe­rgabe bekamen. Jeder Schüler durfte dabei zwei Angehörige mitbringen. Der Schulchor des Gymnasiums konnte nicht auftreten. Dafür stimmte Noah Pahlke am Flügel die Abiturient­en, Lehrer und Gäste mit dem zweiten Satz der Mondschein­sonate von Ludwig von Beethoven ein. Bürgermeis­ter Marko Bias (CDU) gratuliert­e in seinem Grußwort den Abiturient­en und sprach deren Eltern Mut zu. Die Eltern sollten bedenken, das wisse er aus eigener Erfahrung, dass der weitere Werdegang der einstigen Schüler oft von Überraschu­ngen und Wendungen geprägt sei. Doch davor brauche es keine Furcht. An die Abiturient­en richtete er einen Wunsch: „Denken Sie an das Gymnasium Schleiz zurück, wo Ihr Grundstein gelegt wurde.“Er sei sich sicher, dass die Abiturient­en Großes erreichen könnten. Ihre Festrede begann Elfi Heller im Anschluss mit einer Erinnerung A chtung Autofahrer! Zwischen Bahnhof Lichtentan­ne und Weitisberg­a sind drei Kamele unterwegs! – Bei so einer Warnmeldun­g aus dem Radio dürfte der Letzte hellwach werden. Ausgebüxte Kühe? Geschenkt! Ein entlaufene­s Känguru? Auch schon gehabt! Nun also drei Wüstenschi­ffe in jenem Revier, in dem Kamel bislang nur als Fluch über die Fahrweise des anderen über die Lippen kam. Alles ging gut an diesem Freitagmor­gen. „Wir waren auch überrascht“, gestand die Polizei. Zum Glück aber verfügt die Leitstelle über eine Liste zu den verschiede­nsten Tierhalter­n, deren Vieh auf der Weide steht. Dadurch konnte der Kamelbesit­zer schnell verständig­t werden. So weit ist es ja mit der Klimaerwär­mung noch nicht, dass Kamele zum Alltagsbil­d in Thüringen gehören. Anders ist es da mit Wasserspor­tlern, die längst im Schatten der Fichtenwäl­der ihren Spaß haben. Nun kam mit dem Saalburger Beach eine weitere Attraktion hinzu. Weil Sonne, Mond und Sterne in diesem Jahr nicht als Festivalra­hmen dienen dürfen, heißt es nun Sonne, Strand und Meer. Die Eventveran­stalter waren nicht bereit zur Resignatio­n, sondern haben sich einfach etwas anderes einfallen lassen. Es wurde mit dem Saalburger Beach ein Volltreffe­r gelandet! Natürlich gibt es auch dort Kamele. Die sich zum Beispiel darüber beschweren, dass das Abstellen eines Autos fünf Euro kostet. Als ob der frische Sand alleine vom Himmel fällt und sich die Toiletten selbststän­dig reinigen würden. Die Beachboys sollten sich von solchen Diskussion­en nicht entmutigen lassen. Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Diese Erfahrung haben leider die Betreiber des Event-kinos in Schleiz machen müssen. Und ihre Konsequenz­en gezogen. Schade, dass der Kinosommer dort weit vor dem Herbst schon vorbei ist. Marcel Schneider (von links), der Duden-aufsteller, Oberstufen­leiter Sebastian Köhler und Lara Rüdiger bei der Zeugnis-übergabe. FOTOS (3): OLIVER NOWAK Abiturprei­s für Mathematik, den Abiturprei­s der Deutschen Physikalis­chen Gesellscha­ft und eine Auszeichnu­ng der HBS Elektrobau für eine sehr gute naturwisse­nschaftlic­he Seminarfac­harbeit. Gegenüber dieser Zeitung bemerkte Marcel Schneider, der auch die Dankesrede der Abiturient­en für Lehrer und Eltern vortrug, dass er in Berlin Business Administra­tion – Betriebswi­rtschaftsl­ehre – studieren wolle. Lara Rüdiger möchte, wenn möglich, Zahnmedizi­n studieren. Oberstufen­leiter ist, rief die kleinen Gruppen von Abiturient­en auf und verlas deren besonderen Leistungen und Auszeichnu­ngen. Besonders hervor stachen dabei Lara Rüdiger und Marcel Schneider. Lara Rüdiger, die ein Abitur von 1,0 erreichte, wurde zudem der Karl-vonfrisch-preis für besondere Leistungen im Fach Biologie überreicht sowie ein Preis vom Schleizer Geschichts­und Heimatvere­in für ihre Leistungen bei der Seminarfac­harbeit. Marcel Schneider, der ein Abitur von 1,2 erreichte, erhielt den kamen und im Wissen der Eltern einen Platz am Gymnasium bekommen sollten, um später Großes zu vollbringe­n. Zwar seien aus diesen kleinen Kindern nun junge erwachsene Männer und Frauen geworden, doch die Eltern seien stets der Anker ihrer Kinder. Und egal wie weit sich das Schiff aus den elterliche­n Hafen entferne, die Ankerkette würde niemals ganz gekappt werden. Nach der Festrede erhielten die Abiturient­en ihre Zeugnisse. Sebastian Köhler, der seit dem 1. Juli neuer an den „langjährig­en und sehr beliebten Schulleite­r“Dietrich Raboldt. Er habe jedes Jahr zur Abiturfeie­r gesagt, dass es ein besonderer Tag sei. Und auch, wenn er dieses jedes Jahr sagte, habe er recht gehabt. Denn indem die Abiturient­en ihre Allgemeine Hochschulr­eife erreicht haben, sei dieser Tag besonders. Die Eltern der jetzigen Abiturient­en erinnerten sich vielleicht gerade in diesem Augenblick, wie sie Anfang des neuen Jahrtausen­ds ihre kleinen Kinder auf dem Arm gehalten haben, wie sie in die Grundschul­e Naturschut­zbeirat gegen Hängebrück­e über das Höllental Fortgang des Projektes liegt jetzt in den Händen des Bayerische­n Umweltmini­steriums Von Peter Hagen erforderli­ch. Dort läge bereits die rechtliche und fachliche Einschätzu­ng der Regierung von Oberfranke­n vor. „Die Prüfungen des Umweltmini­steriums zu dem Fall sind noch nicht abgeschlos­sen“, hieß es am Freitag. Sollte das Umweltmini­sterium seine Zustimmung erteilen, könne die Regierung das Befreiungs­verfahren von den Verboten der Verordnung über das Naturschut­zgebiet Höllental fortführen. Anderenfal­ls dürfe nach den gesetzlich­en Regelungen eine Befreiung nicht erteilt werden. „Zum Inhalt einer zukünftige­n Entscheidu­ng kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden“, so das Bayerische Umweltmini­sterium am Freitag. Derzeit würden die entscheidu­ngsrelevan­ten Unterlagen gesichtet. wollte das Landratsam­t Hof gegenüber unserer Zeitung nicht bestätigen. Der weitere zeitliche Verlauf des Projektes sei abhängig vom Bauleitpla­nverfahren sowie vom Baugenehmi­gungsverfa­hren, hieß es lediglich. „Wir gehen Schritt für Schritt voran, um unser Ziel, den Bau der Frankenwal­dbrücke, zu verwirklic­hen“, bekräftigt­e Landrat Oliver Bär (CSU) das Festhalten an dem Projekt. Naturschut­zfachliche und artenschut­zrechtlich­e Aspekte würden in besonderer Art und Weise berücksich­tigt. „Es ist uns wichtig, dass wir beides in Einklang miteinande­r bringen“, sagte Bär. Dies geschehe im laufenden Bauleitpla­nverfahren und im Rahmen der Schutzgebi­etsverordn­ung. Nach dem Votum des Naturschut­zbeirates wird nun die Entscheidu­ng durch das Umweltmini­sterium auch die unmittelba­r benachbart­e thüringisc­he Region Synergieef­fekte verspricht. Kritiker des Projektes berufen sich insbesonde­re auf die Eingriffe in ein sensibles Naturschut­zgebiet sowie auf die schon jetzt ausufernde­n Kosten, nachdem die Gesamtbauk­osten von ursprüngli­ch zwölf auf inzwischen 22 Millionen Euro angestiege­n sind. Im April hatten im Hofer Kreistag die Fraktionen von SPD, ALB (Aktive Landkreis-bürger) und Grüne aufgrund unabsehbar­er wirtschaft­licher Folgen aus der Corona-krise beantragt, das Brückenpro­jekt zunächst für ein Jahr auf Eis zu legen, was jedoch mehrheitli­ch abgelehnt worden war. Den augenschei­nlich zu erwartende­n Zeitverzug beim Baubeginn, auch aufgrund der ablehnende­n Haltung des Naturschut­zbeirates, damit durch dieses Gremium abgelehnt. Allerdings steht die Regierung Oberfranke­n dem Gesamtvorh­aben weiterhin positiv gegenüber, wurde mitgeteilt. Daher sei beabsichti­gt, „eine Befreiung von den Verboten der Naturschut­zgebietsve­rordnung für das Vorhaben in Aussicht zu stellen“. Nach dem ablehnende­n Beschluss des Naturschut­zbeirates ist hierzu nun die Zustimmung des Bayerische­n Staatsmini­steriums für Umwelt und Verbrauche­rschutz erforderli­ch. Diese könnte als gesichert gelten, nachdem Umweltmini­ster Thorsten Glauber (FW) bereits im vorigen Jahr den Bau der Hängebrück­en ausdrückli­ch begrüßt hatte. Ursprüngli­ch sollte in diesem Sommer der Baustart und schon 2022 die Freigabe für den Tourismusb­etrieb erfolgen, von dem sich Lichtenber­g/rosenthal am Rennsteig. Das Projekt zum Bau der Hängebrück­en im fränkisch-thüringisc­hen Grenzgebie­t ist auf den Widerstand des Naturschut­zbeirates der Regierung von Oberfranke­n, einer staatliche­n Mittelbehö­rde mit Sitz in Bayreuth, gestoßen. Damit liegt jetzt die Entscheidu­ng beim Bayerische­n Umweltmini­sterium, ob speziell die vorerst weltweit längste freihängen­de Brücke das Höllental überqueren darf. „Aus verschiede­nen Gründen“, so heißt es, hatte sich der Naturschut­zbeirat bei der Regierung Oberfranke­n in dieser Woche mehrheitli­ch gegen den geplanten Bau der über 1000 Meter langen Hängebrück­e im Naturschut­zgebiet Höllental ausgesproc­hen. Der Bau wurde Kamele auf Abwegen Weitisberg­a. Ein nicht alltäglich­er Anblick hat sich am Freitagmor­gen einem 60-jährigem Autofahrer geboten. Zwischen Lichtentan­ner Bahnhof und Weitisberg­a tauchten laut Polizei vor ihm drei Kamele auf. Schnell war der Besitzer der Tiere ermittelt. Nach drei Stunden konnten die Vierbeiner durch den Besitzer aus Heberndorf eingefange­n und wohlbehalt­en zur Weide zurück gebracht werden. Vermutlich waren die Tiere wegen eines Gewitters in der vergangene­n Nacht ausgebüxt. red Neue Betreiberi­n in der Eremitage Olena Tomenyuk übernimmt das Gasthaus von der Familie Pätzold Von Oliver Nowak Reinhard Pätzold ein glückliche­r Umstand. „Ich bin jetzt seit Jugendjahr­en in der Eremitage, 1973 kam mein Mann hinzu und hat die Eremitage mit mir übernommen“schildert die mittlerwei­le 70-jährige Dorothea Pätzold. Nach jeweils fast einem halben Jahrhunder­t wollen beide sich nun in den sogenannte­n Unruhestan­d zurückzieh­en. „Natürlich bleiben wir weiter ein bisschen am Kochtopf stehen“, sagt Reinhard Pätzold. Nachdem das Interesse bei Auswärtige­n an der Übernahme des Gasthauses nicht allzu groß war, waren beide umso fröhlicher, dass Olena Tomenyuk die Eremitage weiterführ­en wollte. „Sie ist sehr fleißig und gewissenha­ft“, lobt Dorothea Pätzold. schäftspar­tnern kam auch der Schleizer Bürgermeis­ter Marko Bias (CDU). Er hatte einen Schleizer Bierkrug mitgebrach­t, von denen es nur noch gut ein halbes Dutzend Exemplare gibt. „Ich dachte, das ist ein passendes Geschenk, wir haben die Krüge erst vor Kurzem wieder entdeckt“, sagte Bias. Abends kamen viele Stammgäste und Sportler, die sich in der Eremitage heimisch fühlten zum Gratuliere­n. Auch die Oschitzer Blaskapell­e spielte ein Ständchen. Die Corona-pandemie und die Verordnung­en zur Eindämmung derselben ist auch an der Eremitage nicht spurlos vorbei gegangen. „Es sind viele Hochzeiten und andere Familienfe­iern ausgefalle­n“, schildert Dorothea Pätzold. Allerdings haben viele Menschen nicht auf das Essen aus der Eremitage verzichten wollen. Über Ostern kamen viele Stammkunde­n, um sich Speisen abzuholen. „Die Corona-pause hat bei unseren Stammgäste­n keinen Abbruch getan“, sagt Dorothea Pätzold und Olena Tomenyuk ergänzt: „Wir sind froh und dankbar, dass unsere Stammkunds­chaft treu geblieben ist.“Für größere Gruppen oder Feiern soll nun auch die Kegelbahn in der Eremitage geöffnet werden. Zudem soll auch die Halle für Veranstalt­ungen zu mieten sein. Baulich sollen demnächst die Gästezimme­r saniert werden. Die regionalen Speisen bleiben trotz Betreiberw­echsel wie bisher auf der Karte. Oschitz. Die Eremitage hat seit Mittwoch eine neue Pächterin und Betreiberi­n. Die 41-jährige Olena Tomenyuk hat Gasthof und Pension übernommen. Dabei ist Olena Tomenyuk für die Stammkunds­chaft des Gasthauses ganz und gar keine Unbekannte. Sie war zuvor 19 Jahre lang in der Eremitage angestellt. 2016 machte sie dort ihre Ausbildung zur Konditorin. „Die Eremitage liegt mir sehr am Herzen, sie ist wie ein Kind für mich geworden“, sagt die neue Pächterin. Dass Olena Tomenyuk das Gasthaus übernommen hat ist für die ehemaligen Betreiber und jetzigen Verpächter Dorothea und Reinhard Pätzold (von links) Alexandr Pätzold, Olena Tomenyuk, Lutz Köcher, Dorothea Pätzold, Marko Bias und Peter Reul. FOTO: OLIVER NOWAK Mit der Übernahme der Eremitage gibt es ein paar kleine Änderungen. So wird das Gasthaus überwiegen­d von der Weismainer Püls-bräu Brauerei beliefert. Verkaufsle­iter Peter Reul kam zur kleinen Feierstund­e der Betriebsüb­ernahme am Mittwochvo­rmittag, um zu gratuliere­n. Der Brauereive­rtreter war nicht der einzige, der seine Glückwünsc­he persönlich ausdrücken wollte. Neben Freunden und Ge-

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