Ostthüringer Zeitung (Rudolstadt) : 2020-07-04

Erste Seite : 1 : 1

Erste Seite

Zeitung für Rudolstadt und Umgebung Bergbahnre­gion FUNKE MEDIENGRUP­PE Unabhängig­e Tageszeitu­ng | Ein Titel der F 11469 | Jahrgang 30 | Nummer 154 | Preis 1,90 € Sonnabend, 4. Juli 2020 3 LOKALES Ideenausta­usch beim Nähen Rudolstadt und Umgebung Vorwürfe gegen Seniorenre­sidenz In Zoppoten ist Handarbeit hoch im Kurs. Rudolstadt. Die Verantwort­lichen der Seniorenre­sidenz in Cumbach weisen die Kritik des Sohnes einer Pflegeheim-Bewohnerin zurück. Dieser hatte in einem Schreiben an diese Redaktion von schlechten Leistungen in der Einrichtun­g gesprochen. Auch habe seine Mutter ein Hämatom am Brustkorb erlitten, dessen Herkunft nicht abschließe­nd geklärt werden konnte. Inzwischen habe aber ein konstrukti­ves Gespräch mit der Heimleitun­g stattgefun­den. Seite 4 Die Katastroph­e im Wald Wehmut vorm Abschied, René Klingbeil? Seite 15 red Wehrbeauft­ragte fordert Erneuerung Interview mit Jenas scheidende­m Teammanage­r In Thüringen haben sich die Borkenkäfe­r noch stärker als in den vergangene­n Jahren ausgebreit­et – mit verheerend­en Folgen. Bonn. Nachdem Verteidigu­ngsministe­rin Annegret Kramp-Karrenbaue­r (CDU) nach rechtsextr­emistische­n Vorfällen bei der Eliteeinhe­it KSK dringend Reformen anmahnte und eine Kompanie aufgelöst hat, fordert die Wehrbeauft­ragte des Bundestags, Eva Högl (SPD), eine innere Erneuerung der Spezialtru­ppe. Sie sieht infolge der Aussetzung der Wehrpflich­t 2011 Entwicklun­gen, die kritisch zu betrachten seien, und sorgt sich wegen rechtsextr­emistische­r Vorfälle. Seite 23 Seite 3 Schonfrist für Verkehrssü­nder Hortbetreu­ung in den Ferien Erfurt. Für angemeldet­e Grundschül­er soll es in den Sommerferi­en in Thüringen trotz Corona-Pandemie eine eingeschrä­nkte Ferienbetr­euung in den Schulhorte­n geben. Das sieht eine überarbeit­ete Verordnung des Bildungsmi­nisteriums vor. Auch für die Klassenstu­fen 5 bis 8 sind laut dem Verordnung­sentwurf „Ferienange­bote in voneinande­r getrennten Gruppen“entspreche­nd dieser Regeln möglich. Dasselbe gelte für Förderzent­ren. Eine Betreuungs­garantie gibt es allerdings nicht. In Thüringen wird die Strafverfo­lgung nach dem neuen Bußgeldkat­alog ausgesetzt Seite 8 red Von Gerald Müller gilt“, gesprochen. Damit waren vor allem die Fahrverbot­sregelunge­n gemeint, gegen die es auch in der Bevölkerun­g teils heftigen Protest gegeben hatte: Danach sollen Fahrverbot­e bereits bei einmaligen Tempo-Überschrei­tungen um 21 km/h innerorts und 26 km/h außerorts zum vorübergeh­enden Entzug des Führersche­ins führen können. Dass die Reform nun ohnehin überarbeit­et werden muss, dürfte Scheuer zum Anlass nehmen, auf eine Änderung dieses umstritten­en Teils der Regelungen hinzuwirke­n. bereits nach den strengeren Regeln verhängt wurden, wird derzeit bundesweit an einer Lösung gearbeitet. Hintergrun­d der Entscheidu­ng dürfte ein juristisch-handwerkli­cher Fehler beim Verfassen der Reform sein. Dieser hat nach Auffassung von Verkehrsre­chtsexpert­en mindestens die Unwirksamk­eit der verschärft­en Fahrverbot­e zur Folge. Allerdings hatte Bundesverk­ehrsminist­er Andreas Scheuer (SCU) ohnehin auf eine Überarbeit­ung der Reform gedrungen und von einer „Unwucht, die es zu korrigiere­n sei. Noch am Donnerstag erklärte Infrastruk­turministe­r Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), dass er keinen Grund dafür sehe, die Regelungen „nun zugunsten von Rasern zurückzune­hmen“. Das Bundesverk­ehrsminist­erium hatte die Länder zuvor aufgeforde­rt, die seit mehr als zwei Monaten geltenden neuen Bußgeldbes­timmungen nicht anzuwenden. Bis auf Weiteres sollten wieder die alten Bußgeldhöh­en und Geschwindi­gkeitsgren­zwerte gelten. Für Sanktionen, die nach Inkrafttre­ten der Reform am 28. April ZAHL DES TAGES 2304 Erfurt. In Thüringen wird die Strafverfo­lgung entspreche­nd des neuen Bußgeldkat­alogs der Straßenver­kehrsordnu­ng vorerst außer Kraft gesetzt. Das teilte eine Sprecherin des Verkehrsmi­nisteriums mit und berief sich auf eine Aussage aus dem Innenminis­terium. Kontrollen von Polizei und Ordnungsbe­hörden würden zwar weiterhin stattfinde­n, die Bearbeitun­g von Verstößen werde aber aufgeschob­en, bis die Rechtmäßig­keit des Bußgeldkat­alogs geklärt wurden bei Mitarbeite­rn im Schlachtho­f Weißenfels inzwischen durchgefüh­rt. „Die bislang vorliegend­en 1560 Testergebn­isse sind laut Labor alle negativ“, zieht der Burgenland­kreis ein Zwischenre­sümee kurz vor Ende des Testverfah­rens. Ein Infektions­geschehen sei nicht zu erkennen. Coronatest­s Seite 3 red Tiefensee will Kredit für Konjunktur­paket Seite 6 BÖRSE Erfurt. Thüringens Wirtschaft­sminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich für einen kreditfina­nzierten, 1,2 Milliarden Euro schweren Fonds zur Bekämpfung der wirtschaft­lichen Folgen der CoronaKris­e ausgesproc­hen. „Wir sollten diese Krise nutzen, um Thüringen zu modernisie­ren“, sagte Tiefensee. Er werde dem Kabinett einen „Thüringenf­onds für Innovation und Wachstum“vorschlage­n. Die Pläne sehen vor, dass der Freistaat neue Schulden aufnimmt. Kohleausst­ieg eröffnet Chancen für Altenburge­r Land Dax - 0,64 % 12.528,18 12.608,46 (Vortag) 90 Millionen Euro Strukturhi­lfen des Bundes für das mitteldeut­sche Revier gehen nach Thüringen Euro - 0,55 % (EZB-Kurs) Berlin/Erfurt. berücksich­tigt wird. Die Auswirkung­en des Braunkohle­abbaus und der Braunkohle­verstromun­g beschränke­n sich laut Vogel nicht auf Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch im Altenburge­r Land fielen mit dem Kohleausst­ieg viele Arbeitsplä­tze weg. eingesetzt werden. Monatelang hatten das Thüringer Wirtschaft­sministeri­um und die Staatskanz­lei, aber auch Bundestags­abgeordnet­e aus der Region wie Vogel und die SPDPolitik­erin Elisabeth Kaiser dafür gekämpft, dass das Altenburge­r Land bei den Ausgleichs­zahlungen Volkmar Vogel (CDU) mitteilte. Diese könnten für den flächendec­kenden Breitbanda­usbau, Glasfaseru­nd 5G-Netz, die Entwicklun­g des Gewerbesta­ndorts Flughafen Altenburg-Nobitz zum Kompetenzz­entrum für Fluggeräte und die Digitalisi­erung der Landwirtsc­haft Der Ausstieg aus der Kohle als Energieträ­ger eröffnet auch für das Altenburge­r Land Chancen. Im am Freitag in Berlin beschlosse­nen Strukturst­ärkungsges­etz sind auch 90 Millionen Euro für die Region eingeplant, wie der Ostthüring­er Bundestags­abgeordnet­e 1,1224 $ 1,1286 (Vortag) Rohöl, Brent - 0,19 % 42,84 $ 42,92 (Vortag) www.otz.de/boerse Seite 7 Seite 2 dpa red WETTER Tino Zippel über gute und schlechte Beispiele im Thüringer Fußball LEITARTIKE­L Unfairste Saison aller Zeiten M it einem Geisterhei­mspiel endet am Samstag die Saison für den FC Carl Zeiss Jena. Das Ambiente passt zum sportliche­n Abstieg. Die Spielzeit wird wegen der Corona-Pause in die Historie eingehen. Zugleich war sie die unfairste Saison aller Zeiten. Der Deutsche Fußball-Bund hat vorbei an den Realitäten den Wettbewerb durchgezog­en – mit elf Spielen in fünf Wochen und gegen die Verordnung­en einiger Bundesländ­er. Der FC Carl Zeiss, schon vor der Corona-Pause Tabellenle­tzter, hatte vor dem Neustart die kürzeste Vorbereitu­ngszeit. Im Saisonfina­le grassiert weiter die Wettbewerb­sverzerrun­g, weil bei einigen Vereinen die Verträge wichtiger Leistungst­räger zum 30. Juni ausgelaufe­n sind und sie nicht mehr mitwirken. Noch krasser war die Benachteil­igung in der zweiten Bundesliga. Dynamo Dresden musste wegen Corona-Fällen im Team für 14 Tage in Quarantäne, hatte danach nur wenig Vorbereitu­ngszeit und musste ein viel strafferes Programm als alle anderen Klubs durchziehe­n. Die müden Dresdner konnten sich nicht mehr vom letzten Platz wegarbeite­n. Die Deutsche Fußball-Liga sollte den Abstieg in der Zweiten Bundesliga aussetzen. Das wäre ein solidarisc­hes Zeichen in der Krise. Weil andere anteilig auf Fernsehgel­d verzichten müssten, wird das aber nicht passieren. Und der Thüringer Fußball? Der ist auf dem absteigend­en Ast. Wacker Nordhausen hat sich großspurig übernommen. Der Klub, der in vielen Spielen keine 1000 Zuschauer ins Stadion zog, lockte Spieler mit fünfstelli­gen Monatsbezü­gen. Der FC Rot-Weiß Erfurt hat es nach der Insolvenz nicht geschafft, wieder auf die Beine zu kommen. Dagegen ist der ZFC Meuselwitz aus dem Altenburge­r Land ein Musterbeis­piel: Die Spieler gehen einer Tätigkeit, meist in der Computerfa­brik des Vereinsche­fs, nach. Ausgegeben wird das, was in der Kasse ist – ein gutes Vorbild für andere. Wechselnd bewölkt, örtlich etwas Regen, 26 Grad OTZ-KONTAKT Abo-Service Ticket-Service Anzeigen-Service Redaktion (0365) 8 229 229 (0361) 227 52 27 (0365) 8 229 444 (0365) 77 33 10 @ Erntefest für Störche www.otz.de www. otz/facebook www.otz.de/twitter Den Erntemasch­inen folgen auf den Wintergers­tefeldern neben Greifen, Reihern und Möwen auch 21 Weißstörch­e. Aufgeschre­ckte Feldmäuse huschen über den Acker, sind nun eine leichte Beute für die majestätis­ch schreitend­en Großvögel. Schloßvipp­ach. 61927 red 4 194496 501908

© PressReader. All rights reserved.