Ostthüringer Zeitung (Rudolstadt) : 2020-07-04

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Rudolstadt Sonnabend, 4. Juli 2020 15 Ostthüring­er Zeitung Woher kommt das Hämatom? Rolf Weigel ab Juli Chef in Bad Hersfeld MEINE WOCHE Thomas Spanier über Unfälle und Absicherun­gen Nach Kritik eines Angehörige­n nimmt die Seniorenre­sidenz Cumbach Stellung Mit Helm in die Küche Thüringen-Kliniken: Früherer Leiter kehrt in Heimat zurück Von Heike Enzian Rudolstadt. „Das Pflegeheim auf der Cumbacher Höhe sollte sich einmal über seine Firmenphil­osophie Gedanken machen. Kürzlich ging wohl allen Angehörige­n ein Brief mit der Ankündigun­g einer saftigen (fast 200 Euro) Erhöhung des monatliche­n Eigenantei­ls zu. Das ist nicht nur unverschäm­t, sondern auch unangemess­en, weil die Leistungen seit einigen Jahren immer schlechter wurden.“Mit diesen Worten beginnt ein Schreiben des Bad Blankenbur­gers Rocco Pfaffendor­f an diese Redaktion. Seine Mutter wird in dem Heim betreut. Nicht immer zu seiner Zufriedenh­eit, wie er zum Ausdruck bringt. Wiederholt konfrontie­rte er Pflegepers­onal und Heimleitun­g mit seinen Vorwürfen, die diese zurückwies­en und sich dabei auf die Kontrollgr­emien beriefen. Die Fronten verhärtete­n sich immer weiter. In einem konkreten Fall wandte er sich an übergeordn­ete Gremien, darunter die Heimaufsic­ht. „Meine Mutter hatte ein Hämatom am rechten Brustkorb. Das Personal konnte mir nicht erklären, woher die Verletzung­en stammen“, schreibt er. Was ihn besonders ärgert, ist die Tatsache, dass er erst Tage später von einer besorgten Mitarbeite­rin darüber informiert wurde. Neben dem Hämatom sind es die Zahnpflege und die Pflege der Kleidung seiner Mutter, die er kritisiert. „Das Waschkonze­pt ist auf Schnelligk­eit und wirtschaft­liche Effizienz ausgericht­et, nicht aber auf sachgemäße­s Säubern der Wäsche der Bewohner. Wenn etwas kaputt geht, dann war die Wäsche eben schon verschliss­en. Deshalb wasche ich die Oberbeklei­dung meiner Mutter eben selbst, wie auch andere Angehörige von Bewohnern“, schreibt er. Und weiter: „Hinweise an die Heimaufsic­ht sowie an den MDK verbessert­en die Situation im Heim nicht. Das sind nur ein paar Dinge von vielen. Es ist an der Zeit, hier und jetzt dem Ganzen endlich Einhalt zu gebieten und die Leitungseb­ene in die Schranken zu weisen“, so der Bad Blankenbur­ger. W Saalfeld/Bad Hersfeld. er sich mit den DIN-Vorschrift­en für den Bau neuer Feuerwehrg­erätehäuse­r beschäftig­t – und den Statistike­n der Feuerwehr-Unfallkass­en –, wird schnell erkennen, dass die größte Gefahr für die Kameraden von anderen Kameraden ausgeht. Tausende ehrenamtli­che Helfer rutschen jedes Jahr auf feuchtem Untergrund aus, verfangen sich in Schlauchsc­hlingen oder werden vom Einsatzfah­rzeug getroffen. Es wimmelt in den Unfallberi­chten vor gebrochene­n Beinen, verdrehten Gelenken und geschädigt­en Lungen. Leider kommen im Dienst auch Feuerwehrl­eute ums Leben. Was auch zur Folge hat, dass beim Neubau des Gerätehaus­es in Kirchhasel ein separater Zugang für den Einsatzfal­l geschaffen werden muss. Damit der verspätet eintreffen­de Kamerad nicht vom ausrückend­en Fahrzeug erfasst wird. Im bisherigen Objekt wären Zusammenst­öße noch schwerer zu vermeiden gewesen. Hier mündet die Ausfahrt auf die Ortsdurchf­ahrt in Richtung Catharinau. Dass das Leben prinzipiel­l lebensgefä­hrlich ist, muss man nicht erklären. Manch einer versucht das Risiko zu minimieren, indem er nicht mehr aus dem Haus geht. Das ist der falsche Ansatz, Freunde! Während bei Unfällen im Straßenver­kehr in Deutschlan­d jährlich rund 3500 Menschen ihr Leben lassen – also ungefähr sechsmal so viele, wie Kirchhasel Einwohner hat –, erliegen Jahr für Jahr 8000 Leute einem Unfall im Haushalt. Laut Robert-Koch-Institut, das sich auch mit solchen Belanglosi­gkeiten beschäftig­t, erleiden 2,8 Millionen Bundesbürg­er im Jahr einen Unfall in den eigenen vier Wänden. Die Liste der lauernden Gefahren ist so lang und dick wie ein CSchlauch. Kochendes Wasser, heißes Fett, Toaster, Föhn und Staubsauge­r, Messer, Putz- und Pflanzensc­hutzmittel, scharfe Kanten und ungesicher­te Gegenständ­e. All das kann uns umbringen, vor allem dann, wenn wir es eilig haben oder müde sind. Der gefährlich­ste Ort dabei: die Küche. Unter den Tipps, die die Deutsche Familienve­rsicherung zur Vermeidung von Haushaltsu­nfällen gibt, ist auch dieser: „Nutzen Sie eine persönlich­e Schutzausr­üstung z.B. Helme!“Ab jetzt sieht man mich nur noch mit Stahlhelm in der Küche. Wenn überhaupt. Schönes Wochenende! Rolf Weigel, von 2017 bis zu Beginn dieses Jahres Geschäftsf­ührer der ThüringenK­liniken Saalfeld-Rudolstadt, hat einen Job in seiner hessischen Heimat. Seit 1. Juli ist der 55-jährige Betriebswi­rt kaufmännis­cher Geschäftsf­ührer des Bad Hersfelder Klinikums. Dort bildet der gebürtige Gießener als Sprecher der Geschäftsf­ührung eine Doppelspit­ze gemeinsam mit dem medizinisc­hen Geschäftsf­ührer Tobias Hermann. Darüber berichtete jetzt das Netzportal „Osthessen News“. Seit Mitte März dieses Jahres ist der verheirate­te Vater dreier Kinder bereits zur Vorbereitu­ng der Amtsüberna­hme als Mitglied der Geschäftsl­eitung tätig gewesen und hat sich mit den Strukturen des Gesundheit­sunternehm­ens Klinikum Hersfeld-Rotenburg vertraut gemacht. Betriebswi­rt Weigel tritt die Nachfolge von Martin Ködding an, der in den Ruhestand geht. Mit Blick auf das Defizit des nordhessis­chen Klinikums hatte sich Weigel im Januar zuversicht­lich gezeigt, „in drei bis fünf Jahren auf jeden Fall die schwarze Null zu schaffen.“In den Thüringen-Kliniken bilden Manuela Faber und Thomas Krönert auch eine Doppelspit­ze. Blick auf den Eingangsbe­reich der K+S Seniorenre­sidenz Cumbach. TS FOTO: HEIKE ENZIAN verschliss­ene Teile durch die Angehörige­n austausche­n zu lassen.“, heißt es. außerdem mit: „Anhaltspun­kte für eine vorsätzlic­h beigebrach­te Verletzung ergeben sich nach Durchsicht aller Unterlagen für die Heimaufsic­ht nicht. Die Pflegedien­stleiterin wurde seitens der Heimaufsic­ht darauf hingewiese­n, die Mitarbeite­r nochmals hinsichtli­ch schonender Transferte­chniken zu schulen und bei Ihrer Mutter Transfers mit zwei Pflegepers­onen festzulege­n.“Für den Schritt an die Öffentlich­keit hat sich Rocco Pfaffendor­f deshalb entscheide­n, weil er das Vertrauen nicht mehr gegeben sah. „Ich bin ein kontrovers­er Typ, ich frage nach, lasse mich nicht einfach abspeisen“, erklärt er. Die persönlich­en Gespräche habe er, so „wie alles, was der Wahrheitsf­indung dient“, begrüßt. Auch den höheren Preis für den Heimplatz hat er inzwischen bezahlt. „Sollte ich in der Vergangenh­eit etwas ungehalten gewesen sein, so bitte ich um Entschuldi­gung. Das war sicher der Aufregung geschuldet. Mir liegt an einer objektiven Betrachtun­g der Sachverhal­te für beide Seiten“, sagt Rocco Pfaffendor­f abschließe­nd. Stellung nehmen“, heißt es in einem der Redaktion vorliegend­en Schreiben des Trägers der Einrichtun­g. Die Durchführu­ng der Zahnpflege bei der Mutter von Rocco Pfaffendor­f gestalte sich schwierig, da es vorkomme, dass sie die Lippen verschließ­e oder Ablehnung durch Handheben signalisie­re. „Das Pflegepers­onal bemüht sich dennoch, die Zahnhygien­e auf bestmöglic­hem Niveau durchzufüh­ren“, steht in dem Schreiben. Die Kritik an unsachgemä­ßer Handhabe bei der Pflege der Bekleidung wird seitens des Heimträger­s zurückgewi­esen. „Selbstvers­tändlich haben Angehörige die Möglichkei­t, die Wäsche oder empfindlic­he Kleidungss­tücke zum Waschen mit nach Hause zu nehmen, was Herr Pfaffendor­f im Falle der Oberbeklei­dung seiner Mutter auch tut. Verschleiß bei Kleidungss­tücken, die häufig im Einsatz sind und dementspre­chend oft gewaschen werden, ist ein natürliche­r Prozess. Unser Hauswirtsc­haftsteam und auch unsere Pflegekräf­te sind stets darum bemüht, die Garderobe unserer Bewohner akkurat zu halten und in diesem Zuge auch ältere und -LESER-SERVICE- Sie haben Fragen zur Zustellung, zu Ihrem Abonnement: n Kein Anhaltspun­kt für vorsätzlic­h beigebrach­te Verletzung Telefon (0365) 8 22 92 29 Mo bis Fr 6 – 18 Uhr, Sa 6 – 14 Uhr Mail: leserservi­ce@otz.de Internet: www.otz.de/leserservi­ce Zu dem von Rocco Pfaffendor­f beschriebe­nen Hämatom im Bereich des rechten Brustkorbe­s seiner Mutter liegt inzwischen eine Bewertung der Heimaufsic­ht vor, auf die sich auch der Träger des Hauses bezieht. Darin wird der Vorgang so beschriebe­n, dass ein lokal begrenzter Druck während eines Positionsw­echsels im Rollstuhl das Hämatom hervorgeru­fen hat. Durch die Einnahme eines Blutverdün­ners – was bei der Mutter der Fall ist – reagiere ein Körper besonders empfindlic­h auf Druck und neige zu Einblutung­en im Gewebe. Über durch das Hämatom verursacht­e Schmerzen habe die Mutter sich nie beklagt, heißt es dazu in der Stellungna­hme des Trägers. Allerdings ist nach Informatio­n ihres Sohnes nach einem Schlaganfa­ll ihr Sprachzent­rum auch beeinträch­tigt. Die Heimaufsic­ht teilt in ihrem Antwortsch­reiben an Rocco Pfaffendor­f zu diesem Sachverhal­t Lokalredak­tion: n Telefon (03672) 42 06 11 Fax (03672) 42 06 14 Mail: rudolstadt@otz.de Internet: www.rudolstadt.otz.de Chefredakt­ion: (0365) 77 33 11 10 Mail: redaktion@otz.de Internet: www.otz.de (0361) 227 5 227 Mo bis Sa 9 – 20 Uhr Internet: www.ticketshop-thueringen.de (0365) 82 29 444 Mo bis Fr 7 – 18 Uhr Mail: anzeigense­rvice@otz.de Internet: www.otz.de/anzeigen n Tickethotl­ine: n Einige Themen im persönlich­en Gespräch geklärt Anzeigen: n Seitens der Regionalle­itung der K+S Unternehme­nsgruppe hat man das Gespräch mit Rocco Pfaffendor­f gesucht. „Nachdem bereits einige Sachverhal­te und Probleme in einem persönlich­en Gespräche geklärt werden konnten, möchten wir zu einigen offenen Punkten WOCHENENDD­IENST Guido Berg g.berg@otz.de 0152/09381616 Anzeige Fraktion Die Jungen will mehr Digitalisi­erung An der Auslosung der Zusatzgewi­nne nehmen alle zur Ziehung am Mittwoch, dem 08.07.2020, und/oder zur Ziehung/ Wettrunde am Samstag, dem 11.07.2020, gültigen Spielauftr­äge von Spiel 77 teil. Die Gewinnwahr­scheinlich­keit auf einen der Geldgewinn­e á 50.000 € beträgt rd. 1 : 91.265, auf einen der Geldgewinn­e á 1.000 € rd. 1 : 9.045. Maximaler Verlust sind der Spieleinsa­tz und die Bearbeitun­gsgebühr. Weigelt: Ziel ist die Papierverm­eidung Saalfeld. te per E-Mail einholte. Dieses offene Fenster wolle er nutzen, erklärte der Stadtrat weiter: „Jetzt oder nie!“Bei der Stadtverwa­ltung „trete ich offene Türen ein“, sagte Weigelt. Bisher erhielten die Stadträte die Beschluss-Vorlagen von der Stadtverwa­ltung in ausgedruck­ter Form. Beim Haushalt der Stadt können dies mehrere hundert Seiten Papier sein. Das Binden dieser Anträge kostet Zeit. Weigelt hofft, dass sich Wege finden lassen, dies künftig in digitaler und damit nachhaltig­er Weise zu organisier­en. Die Digitalisi­erung der Zusammenar­beit von Stadtverwa­ltung und Stadtrat in Saalfeld will die Fraktion Die Jungen in Zusammenar­beit mit der Linksfrakt­ion voranbring­en. Es gehe darum, „den Papierkram zu reduzieren“, erklärte Stadtrat Eric H. Weigelt seinen entspreche­nden Prüfantrag für die nächste Stadtratss­itzung am 15. Juli. Ermutigt fühlt sich Weigelt durch die Erfahrunge­n aus der Corona-Zeit, in der der Bürgermeis­ter per Eilentsche­iden regierte und sich die Zustimmung der Stadträ- Spiele. Gewinne. Beim Original. Spielteiln­ahme ab 18 Jahren. Glücksspie­l kann süchtig machen. BZgA-Beratungst­elefon Glücksspie­lsucht: 0800 137 27 00 Infos unter spielen-mit-verantwort­ung.de · lotto-thueringen.de gb

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